Wie geht es weiter in Sachen Abriss und Neubau der Maxbrücke in Schweinfurt? Der Stadtrat beschloss in seiner jüngsten Sitzung, dass in einem sogenannten Vergabeverfahren bundesweit ein neues Ingenieurbüro gesucht wird, das die weitere Planung übernimmt. Im Idealfall würde im Jahr 2028 eine geplante Behelfsbrücke für Fußgängerinnen und Fußgänger und Radfahrerinnen und Radfahrer gebaut und das Thema Maxbrücke ab 2029 angegangen.
Allerdings gab es bei der Diskussion auch Missstimmung, vor allem zwischen Oberbürgermeister Sebastian Remelé (CSU) und der SPD-Fraktion. Stadtrat Peter Hofmann hatte einen Antrag gestellt, dass als Prämisse für das neue Ingenieurbüro die Vorgabe gemacht werden müsste, die Zeit, in der kein Verkehr auf der Maxbrücke fahren kann, auf maximal ein Jahr zu beschränken.
Alle Varianten vorurteilsfrei prüfen
Hofmann erklärte, es erschließe sich ihm nicht, warum das nicht möglich sein solle, und verwies dabei auch auf Brückenprojekte in Nordrhein-Westfalen, wo innerhalb von acht Monaten nach der Flut-Katastrophe im Ahrtal große Brücken wieder aufgebaut wurden, weil Fertigteile genutzt wurden. Er forderte ein neutrales Büro, das alle Varianten vorurteilsfrei prüfe, wie es auch der Kreisvorsitzende des Handelsverbandes, Axel Schöll, fordert.
Der SPD-Antrag wurde schlussendlich nur von der Fraktion selbst sowie Georg Wiederer (FDP) und Stefan Labus (Freie Wähler) befürwortet, sorgte aber dennoch für eine spitze Bemerkung von OB Remelé. Aus seiner Sicht „unterläuft dieser Antrag den Konsens aus dem Bauausschuss und das positive Signal an die Bevölkerung, denn es ist ein fatales Zeichen, weil es so aussieht, als seien diejenigen, die gegen den Antrag stimmen, für eine längere Bauzeit.“
Das, so der OB, sei mitnichten so. Er, seine Verwaltung und der Stadtrat seien sich der drohenden Probleme für den Handel in der Innenstadt sehr bewusst und würden entsprechend alles tun, die Schwierigkeiten abzumildern.
Gegenwind bekam die SPD auch von CSU, Grünen und den Linken
Gegenwind bekam die SPD auch von CSU, Grünen und den Linken. Grünen-Fraktionssprecher Holger Laschka betonte, die Forderung des Handelsverbandes sei durch das VgV-Verfahren erfüllt, weil sich ein neues Ingenieurbüro der Planung annehme. Aus seiner Sicht sei am wichtigsten, dass auf eine möglichst kurze Bauzeit geachtet werde und man ein „gutes Paket für die Innenstadt entwickelt, sodass die Menschen trotzdem kommen“.
Rüdiger Köhler (CSU) betonte, „es läuft alles völlig richtig und geht seinen Gang“. Erst wenn man wisse, welche Variante man bauen wolle, könne man sich über die Rahmenbedingungen unterhalten. Natürlich, so Köhler, solle der Neubau „schnellstens“ durchgezogen werden. Oberbürgermeister Remelé und Baureferent Ralf Brettin warnten vor einem zeitlichen Korsett, wie dem von der SPD geforderten, als Vorgabe für die Planung, weil es unrealistisch sei.
Sie rechnen mit bis zu zwei Jahren Sperrung, was auch der Schätzung des Ingenieurbüros Dr. Schütz entspricht. „Die Corona-Pandemie, der Ukrainekrieg und die Energiekrise haben in den vergangenen Jahren alles aus dem Takt gebracht“, erinnerte Sebastian Remelé, dass man im Vorfeld nicht alle Unwägbarkeiten ausschließen könne. „Wir alle“, so der OB, „haben den Ehrgeiz, die Bauzeit so kurz wie möglich zu halten.“
Schichtarbeit auf der Baustelle
In welcher Form man zum Beispiel durch Schichtarbeit auf der Baustelle diese beschleunigen könne, müsse man im Rahmen der konkreten Ausschreibung in einigen Jahren sehen, so der Baureferent. Abzuwägen seien Mehrkosten gegen möglichen Zeitgewinn. Aber, so Brettin, das alles seien Themen, die „noch in weiter Ferne liegen“.
Johannes Petersen (SPD) betonte, es gehe der Fraktion vor allem um das möglichst lange Aufrechterhalten des Verkehrsflusses. „Wir müssen das Thema Verkehr im Vorfeld stärker in den Fokus rücken und den Ingenieurbüros klarmachen, dass wir keine zwei bis drei Jahre Zeit haben, die Brücke zu sperren und neu zu bauen, sondern es praktikable Lösungen braucht.“
In einem waren sich im Stadtrat immerhin alle einig: Der geplante Ausschuss mit Mitgliedern des Handels, der Verwaltung und des Stadtrates wird dringend gebraucht, um Ideen zu entwickeln, wie man die Innenstadt während der Bauzeit stärken kann. Das reiche von kostenlosem Parken über Events an den Wochenenden bis zu einer entsprechenden Ampelschaltung, sodass der Verkehr von der Hahnenhügelbrücke kommend schneller in die Stadt kommt.









