Einen seltenen Einblick hatten Mottens Gemeinderäte in das Wasserwerk mit der Entsäuerungsanlage, dem Pumpwerk und den beiden Wasserbehältern. Planungsingenieurin Anna-Lena Scholl von PFK Ansbach, die schon 2024 einen Planungsentwurf zur Sanierung des Wasserwerks in der Knorrstraße vorgestellt hatte, erläuterte zusammen mit Maximilian Hümmer und Janek Otto den aktuellen Planungsstand.
Wirtschaftlich mache die Sanierung des Werks keinen Sinn mehr. Eine Ertüchtigung sei „während des laufenden Betriebs ein riesiger Aufwand“, der sich in den Kosten niederschlage. Der Bau eines neuen Wasserwerks an den Hochbehälter auf der Mottener Höhe sei die „einzige sinnige Lösung“. Einige Änderungen müsse das neue Wasserwerk mit sich bringen. So dürfe das aufbereitete Wasser keinen Kontakt mit der Raumluft haben; im derzeitigen Wasserwerk sind die beiden Wasserbehälter offen – und heute nicht mehr so zugelassen.
Diverse Schäden sind so und aufgrund weiterer Mängel entstanden: Feuchteschäden, Risse im Bauwerk, das Fehlen von Mess- und Regulierungsmöglichkeiten, und „Erzeugung einer schwankenden Reinwasserqualität“. Trotzdem sei das Wasserwerk in gutem Zustand, habe mit seinen 42 Jahren aber doch das Ende seiner Nutzungsdauer erreicht.
Notwendige Arbeiten und Kosten
Detailliert beschrieb Scholl gemäß den angepassten Planungsunterlagen die nötigen Schritte für die Sanierung und den Neubau auf der Mottener Höhe: Das Aufbereitungskonzept, Hydraulik, Elektrik, Verlegen der neuen Rohmischwasser-Transportleitung sowie alle baulichen Arbeiten wurden Punkt für Punkt aufgezeigt – ebenso wie die Kosten. Diese erfuhren eine Steigerung von gut 27 Prozent von circa 1,86 Millionen auf etwa 2,37 Millionen Euro. Anpassungen von Bauteilen und Systemen seien hier ursächlich, aber auch der geplante Anschluss an den Hochbehälter mit den nötigen Erdarbeiten.
2024 war man noch von einer reinen Sanierung des Wasserwerks in der Knorrstraße ausgegangen. Hinzu kommen auch die Beseitigung von Schäden im Gebäude des Hochbehälters sowie ein neues komplettes Dach für Hochbehälter und Wasserwerk.
Die Baugenehmigung ist bereits erteilt, der Förderbescheid des Wasserwirtschaftsamts liegt vor und auch die Förderung ist bereits bewilligt. Für das gesamte Bauvorhaben werden knapp 415.800 Euro bezuschusst. Im August sollen die Arbeiten vergeben werden, Spatenstich soll im letzten Quartal dieses Jahres stattfinden, das neue Wasserwerk soll Anfang 2028 fertiggestellt sein.
Notwendige Ausgleichsflächen
Die Gemeinde wird aufgrund der gemeindegrenzüberschreitenden Lage von nötigen Ausgleichsflächen die Gemeinde Ebersburg um eine Stellungnahme bitten. Hintergrund ist die Einbeziehung von drei Flurnummern in den Innenbereich von Kothen. Dies hatte der Gemeinderat 2024 beschlossen. Im Rahmen der Bürgerbeteiligung gab es keine Einwendungen, Stellungnahmen von Behörden und Trägern öffentlicher Belange waren berücksichtigt worden. Der erneute Billigungs- und Auslegungsbeschluss wurde vom Gemeinderat einstimmig abgesegnet.
Auch ein Bauantrag, beziehungsweise der Antrag auf Abriss einer bestehenden Garage und den Neubau einer Heizzentrale mit Garage in Speicherz wurde einstimmig befürwortet.
Gemeinderat Heiko Will fragte nach dem aktuellen Sachstand bezüglich der Erfassung der Straßenschäden durch das Straßenmanagementsystem Vialytics und wie hier weiter verfahren werde. Bislang seien keine Reparaturaufträge erteilt worden. Dies sei an verschiedenen Stellen, zumindest provisorisch, nötig: „Wir haben das Programm, aber wir müssen jetzt irgendwo anpacken, damit das ein kontinuierlicher Prozess wird“, sagte Heiko Will.
Straßenschäden und Glasfaserausbau
Marco Hillenbrand erläuterte, dass in Absprache mit der Firma Clevernet, die den Glasfaserausbau vornimmt, Schäden beim Schließen der Straße mit beseitigt werden sollen.
Lena Böhm (FW Kothen-Motten-Speicherz) und Melanie Weller (WG Motten) waren der Meinung, dass akut problematische Stellen trotzdem provisorisch ausgebessert werden sollten. Erste Bürgermeisterin Katja Habersack (CSU) möchte sich um eine Konzeptliste mit Priorisierungen kümmern und den neuen Räten Informationen zum Programm Vialytics schicken, die dies „nur vom Hörensagen kennen“.
Neues Feuerwehrauto
Die Rathauschefin gab Vergaben zur Ersatzbeschaffung des neuen HLF10 für die Kothener Feuerwehr bekannt: „Los 1“/ Fahrgestell und Aufbau wurde an Lentner GmbH vergeben (circa 445.000 Euro netto), „Los 2“/ Beladung an Albert Mahr Feuerwehrbedarf GmbH (circa 42.500 Euro netto) und „Los 3/ Rettungsgeräte an Albert Ziegler GmbH (circa 49.000 Euro netto). Für diverse Zusatzleistungen wie eine Zwei-Kreis-Bremsanlage, Ladehalterung für Warnblitzleuchte und Schaumzumischanlage mit Tank und Steuerung ist ebenfalls Lentner GmbH beauftragt. Die Vergabe sei damit „erfolgreich abgeschlossen“, sagte Katja Habersack. Das Fahrzeug stehe allerdings erst „Ende 2028 auf dem Hof“.









