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Stadtwerke-Reaktion
Sinnflut: Betriebskosten bei Plan B sogar höher
Stadt und Stadtwerke reagieren unterschiedlich auf den Vorstoß des Bürgervereins Bad Brückenau, eine abgespeckte Variante der Sinnflut (als Hallenbad) tiefgehender zu planen.
Stadt und Stadtwerke reagieren unterschiedlich auf den Vorstoß des Bürgervereins Bad Brückenau, eine abgespeckte Variante der Sinnflut (als Hallenbad) tiefgehender zu planen. // Archiv/Steffen Standke
Bad Brückenau – Stadt und Stadtwerke reagieren auf den offenen Brief des Bürgervereins Bad Brückenau unterschiedlich.

Vor dem Wochenende ließ der neu gegründete Bad Brückenauer Bürgerverein mit einem offenen Brief an die Bürgermeister-Stellvertreter aufhorchen. Die drei Vorstandsmitglieder Hans-Jörg Heidelmeier, Dagmar Kühnen und Thomas Weißenfeld fordern darin die Stadt auf, „umgehend mit einem Drittanbieter eine abgespeckte Version der Sinnflut als Hallenbad mit Freibad (plus Angliederung der bestehenden Saunaanlage) als Plan B zu entwerfen und hierfür notwendige Unterhaltskosten zu ermitteln“.

Darauf reagieren nun Stellvertretender Bürgermeister Jürgen Pfister (PWG) und Stadtwerke-Geschäftsführer Torsten Zwingmann.

Pfister reagiert überrascht

Pfister zeigt sich überrascht, „dass ein offener Brief an uns gerichtet wurde“. Denn bei einem Gespräch am 10. August sei mit den Vertretern des Vereins vereinbart worden, dass baldmöglichst ein Treffen mit den Fraktionssprechern der Parteien und Vereinigungen im Stadtrat stattfinden soll.

Pfister findet es zwar nicht so gut, „wenn man nur übereinander schreibt“; er signalisiert aber Gesprächsbereitschaft und will den mit dem Bürgerverein vereinbarten Weg weitergehen.

Keine Details vor vereinbartem Gespräch

Zu der Forderung des Bürgervereins nach einem Plan B und den möglichen Betriebskosten möchte sich der amtierende Bürgermeister – Stadtoberhaupt Jochen Vogel (CSU) befinden sich auf Reha wegen einer Long-Covid-Erkrankung – vorher nicht äußern.

Das tut hingegen Stadtwerke-Chef Torsten Zwingmann. Hochrechnungen hätten ergeben: Die jährlichen Betriebskosten lägen im Hallenbad mit Sauna und Freibecken unterm Strich höher als beim angestrebten Familien- und Freizeitbad für 30,8 Millionen Euro.

Betriebskosten haben sich geändert

Bei der Vorstellung der Sinnflut-Planung im Stadtrat am 11. Mai hatte Zwingmann noch von jährlichen Betriebskosten nach Wiedereröffnung der Therme von 1,5 Millionen Euro gesprochen. Jetzt beziffert er sie auf 1,1 Millionen Euro. Bei einem reinen Sportschwimmbad wären es rund 130.000 Euro mehr.

Der Stadtwerke-Chef begründet das damit, dass ja die touristische Attraktivität der Sinnflut wegfallen würde – und damit die Hauptzielgruppe: Familien mit Kindern.

Erneute Planung kostet viel Geld

Zwar würden sich bei der abgespeckten Version die Energiekosten verringern, weil weniger Wasserfläche da wäre. Auch der Aufwand für Reinigung, EDV und Werbung wäre kleiner. Aber das Personal als wesentlicher Kostenpunkt bliebe gleich.

Skeptisch sieht Zwingmann die Forderung des Vereins nach erneuter Planung durch Dritte. So müsse man ein komplett neues Verfahren mit anderen Planern anstoßen, was nicht staatlich bezuschusst werde. Die in die jetzige Planung geflossenen Gelder in Millionenhöhe wären verloren.

Zwingmann: Rheumapatienten brauchen warmes Therapiebecken

Mit Blick auf die Rheumaliga sieht Zwingmann das reine Hallenbad kritisch. Rheuma-Patienten bräuchten ja warmes Wasser im Therapiebecken mit bestimmter Höhe.

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