Kommunalwahlen in Hammelburg – ein Rückblick: Nach je zwei Amtszeiten von Arnold Zeller (CBB) und Ernst Stross (SPD) setzte sich der amtierende Bürgermeister Armin Warmuth (CSU) im Jahr 2014 in einer Stichwahl gegen Stefan Lang (CBB, SPD, Grüne/BfU, Junge Liste, H.A.B.) durch. Vor fünf Jahren erhielt der Diebacher dann erneut die Mehrheit der Stimmen. Ob er bei der 2026 anstehenden Wahl nun ein drittes Mal kandidieren möchte, lies er sich lange Zeit offen.
Anfang August verkündete der Politiker dann: „Ich habe nach wie vor eine hohe Motivation und das Amt macht mir große Freude. Ich würde also gerne wieder antreten.“ Bei der Mitgliederversammlung im Herbst erhielt Warmuth dann 100 Prozent Zustimmung der CSU Hammelburg – seiner Kandidatur als Bürgermeister steht damit also fest.
Doch: Wie stellen sich die übrigen Gruppierungen des amtierenden Stadtrats auf? Gibt es einen Gegenkandidaten? Und wer kehrt der Hammelburger Stadtpolitik den Rücken?
Mit einem Klick zur Gruppierung:
Diese Politiker sind nicht auf der CSU-Liste
Vorher noch ein kurzer Blick auf die Stadtratsliste der CSU. „Wir sind ein Team aus Menschen, die in der Stadt und den umliegenden Stadtteilen leben, die sich in Vereinen, in der Wirtschaft, in der Kultur und im Ehrenamt engagieren. Jeder bringt etwas mit – sei es Erfahrung, frische Ideen und nötige Leidenschaft“, freut sich Vorsitzender Detlef Heim über das vielfältige Team, mit welchem die Partei bei der Wahl antreten will.
Ein besonderes Merkmal der Liste: Die jüngste Kandidatin ist kurz vor dem Wahltag gerade 18 Jahre, während der erfahrenste Kandidat 74 Jahre alt sein wird.
Aus dem aktuellen Gremium wieder auf der Liste zu finden sind neben dem Bürgermeister und Vorsitzenden auch Bernd Hüfner, Tobias Knüttel und Albrecht Leurer. Nicht mehr zur Wahl stehen neben Martin Wende und Patrick Bindrum, Gudrun Kleinhenz und Arnold Eiben.
So geht der CBB Hammelburg in die Wahl
Auch der Christliche Bürgerblock (CBB) hat seine Kandidatinnen und Kandidaten für die Stadtratswahl am 8. März 2026 bereits aufgestellt. Joachim Hockgeiger, der Vorsitzende des CBB, sowie alle Beteiligten zeigen sich über die Zusammensetzung der Liste erfreut. Dass acht Frauen und auch junge Kandidaten gewonnen werden konnten, werde positiv gewertet. Ebenso könne sich die Bandbreite an Erfahrung in den verschiedensten Berufsbildern und Ehrenämtern sehen lassen.
Einen Bürgermeisterkandidaten stellt die Partei nicht. „Seit der Übernahme des Vorsitzes im April gab es durch den Austritt aus dem Landesverband der Freien Wähler sehr zeitintensive Tätigkeiten, um den Auftritt des CBB in der Stadt und im Kreis neu zu gestalten“, erklärt Hockgeiger. Dies habe unter anderem zur Gründung einer neuen Kreistagsliste geführt. „Im Zuge all dieser Vorbereitungen fehlte die Zeit, um einen eigenen Bürgermeisterkandidaten aufzubauen und angemessen zu unterstützen.“
Angeführt wird die Hammelburger Liste von Alexander Stolz, nicht mehr zur Wahl stehen Dominik Sitter, Reimar Glückler und Reinhard Schaupp.
Wie sich die SPD Hammelburg für die Wahl aufstellt
Letzterer kehrt der Hammelburger Stadtpolitik allerdings nicht ganz den Rücken. Reinhard Schaupp findet sich auf dem letzten Platz der SPD-Stadtratsliste wieder. Ebenfalls erneut aufgestellt sind Norbert Schaub und Rita Schaupp. Einen Bürgermeisterkandidaten stellt die SPD Hammelburg nicht.
„Der Ortsverein hat nach sorgfältigen Gesprächen und internen Abwägungen entschieden, keine Kandidatin beziehungsweise Kandidaten für die Bürgermeisterwahl zu nominieren. Eine Kandidatur muss inhaltlich und organisatorisch gut vorbereitet sein. Diese Voraussetzungen sehen wir derzeit nicht gegeben. Wir möchten uns in der nächsten Wahlperiode auf inhaltliche Arbeit und die kommunalen Projekte konzentrieren“, erklärt Rita Schaupp.
Dass es allerdings möglich war, Bewerber und Bewerberinnen in einer gemischten Altersstruktur, wie auch in einer großen Berufsvielfalt für die Stadtratsliste zu gewinnen, freut den Ortsverband. „Darin finden sich erfahrene und junge Mitglieder aus der örtlichen SPD, wie auch unabhängige Kandidatinnen und Kandidaten aus dem gemeindlichen Umfeld“, heißt es. Mit der Öffnung für unabhängige Bewerber setze die hiesige SPD ein Zeichen für eine offene, sachbezogene Arbeit im Kommunalparlament, die sich durch engagierte Arbeit für Erhalt und Entwicklung von Kernstadt und Ortsteilen einsetzen will.
Vom Azubi bis zum Senior – die Grünen in Hammelburg
Vom Auszubildenden über junge Eltern bis zu Senioren: Ebenfalls die Hammelburger Grünen gehen mit einer vielfältigen Liste in die Kommunalwahl 2026. Einen Gegenkandidaten für Armin Warmuth stellen allerdings auch sie nicht. Der Grund: „Wir haben zwar geeignete Personen in unseren Reihen, allerdings haben diese uns alle aus persönlichen Gründen abgesagt“, erklärt Vorsitzender Joshua Augsburg. Deshalb konzentriere sich die Partei auf die Liste und setze sich dafür ein, dass möglichst viele in den Stadtrat einziehen können.
„Wir konnten eine wirklich vielfältige und bunt durchmischte Liste aufstellen. Das zeigt: Wir Grüne sind in Hammelburg so stark wie noch nie.“ Der Ortsverband habe sich in den letzten Jahren in Hammelburg nahezu verdoppelt. Die Liste konnte problemlos gefüllt werden – „ein Zeichen für den Aufwind, in dem wir uns befinden.“
Angeführt wird die Liste von Agrarbiologin Elisabeth Assmann, die bereits als zweite Bürgermeisterin und Kreisrätin aktiv ist. Auf Platz zwei folgt der amtierende Stadtrat Fabian Hamák. Das Besondere an der Liste: Sie ist geschlechterparitätisch aufgestellt und lebt damit den Anspruch der Partei auf Gleichberechtigung, teilt Augsburg mit. Doch auch hier gibt es einen Abgang. Der amtierende Fraktionssprecher Florian Röthlein ist nicht mehr auf der Liste zu finden – zumindest nicht in der Aufstellung der Grünen.
Das tut sich auf der Jungen Liste
Für die Junge Liste sind Maria Pfaff und Christian Fenn 2020 in den Stadtrat eingezogen. „Wir werden beide wieder kandidieren“, verkündet Fenn und hat noch weitere Neuigkeiten. Florian Röthlein werde zur Jungen Liste wechseln. Genauso der derzeitige Mandatsträger von GenerationZ, Luca Silberbach. „Wir haben in der Vergangenheit schon sehr gut zusammenarbeiten können und kandidieren künftig auf derselben Liste.“
Einen Bürgermeisterkandidaten stelle die Junge Liste nicht. „Betrachtet man die Kandidaten der künftigen Jungen Liste, dann haben nur zwei Kandidaten ausreichend Erfahrung, um überhaupt für diese Kandidatur infrage zu kommen“, sagt Fenn.
Er selbst habe als bisheriger stellvertretender Bürgermeister zwar gute Einblicke, halte sich aber nicht für die richtige Person. „Ich bin von ganzem Herzen Sozialarbeiter, denke und arbeite auch so und will es auch bleiben.“ Florian Röthlein, der ebenfalls lange Erfahrung in der Kommunalpolitik hat, schreibt: „Für mich kommt es aktuell familiär nicht infrage. Ich habe drei Kinder im Altern von 13,11 und fast 9 Jahren. Außerdem steht bei meiner Frau vermutlich noch eine berufliche Qualifikation an, bei der sie einen Großteil auch unter Woche nicht zu Hause sein wird. Das ist mit dem Amt des Bürgermeisters nicht vereinbar.“
Kommunalwahl 2026 und die Bürgerliste Obereschenbach
Auch die Bürgerliste Obereschenbach wird für die Kommunalwahl 2026 - nach jetzigen Stand – keinen Bürgermeisterkandidaten nominieren, weiß Thomas Reuter. „Sicherlich hätten wir in Obereschenbach geeignete Kandidaten, jedoch sind diese Personen aktuell nicht für eine Kandidatur bereit.“
Die Bürgerliste Obereschenbach werde – voraussichtlich – wieder bei der Kommunalwahl 2026 antreten. Hierzu soll in den nächsten Wochen mit möglichen Kandidaten gesprochen werden. „Wir gehen davon aus, dass sich die Bürgerliste Obereschenbach wieder mit einer Liste von 24 Kandidaten zur Wahl stellen wird.“
So steht es um H.A.B und Freie Wählerschaft
Gabriele Ebert (Freien Wählerschaft) steht 2026 als Ersatzperson auf der Liste. „Ich habe die Aufgabe an die junge Generation weitergegeben. Ich war 18 Jahre lang in der Kommunalpolitik aktiv, es war an der Zeit“, sagt sie im Gespräch. Verantwortlich für die Liste war deshalb Stadtratskollege Yannick Pfriem.
Bei der Wahl 2026 wird er wieder auf der Liste der Freien Wählerschaft stehen. „Wir haben uns dazu entschieden, erst im Januar mit dem Wahlkampf zu beginnen und unserer Liste zu eröffnen. Die Weihnachtszeit soll eine besinnliche Zeit sein“, erklärt er. Einen Bürgermeisterkandidaten haben allerdings auch sie nicht. „Wir haben allerdings Kandidaten, die Interesse am Amt des zweiten oder dritten Bürgermeisters haben“, meint Pfriem.
Die H.A.B Liste werde bei der Kommunalwahl 2026 nicht antreten. Der Grund? „Wir haben keine leider Liste zustande gebracht“, bedauert Edmund Schaupp aus Gauaschach. Er selbst werde also auch nicht mehr antreten.













