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Bundeswehr
Neue Nato-Partner besuchen Tag der Infanterie
Oberst Juhana Skyttä von der finnischen Armee freut sich, dass jetzt auch die finnische Fahne in der Reihe der Nato-Fahnen hängt.
Oberst Juhana Skyttä von der finnischen Armee freut sich, dass jetzt auch die finnische Fahne in der Reihe der Nato-Fahnen hängt. // Ralf Ruppert
Hammelburg – Seit 4. April ist Finnland offiziell Mitglied der Nato. Die Infanterieschule Hammelburg pflegt schon länger Kontakte zu finnischen Infanteristen.

Vor wenigen Wochen besuchte Brigadegeneral Michael Matz, Kommandeur der Infanterieschule Hammelburg, das jüngste Nato-Mitglied.

Einen militärischen Austausch gibt es allerdings schon deutlich länger: Oberst Juhana Skyttä, Inspekteur der finnischen Infanterie, informierte sich bereits im vergangenen Jahr an der Hammelburger Infanterieschule. Nun reiste er mit einer Delegation aus Soldaten und Reservisten zum 25. Tag der Infanterie an.

Historische Verbindung

Deutsche und finnische Infanteristen verbindet eine lange Tradition: Im Jahr 1915 kamen freiwillige Freiheitskämpfer ins deutsche Kaiserreich und absolvierten in Holstein inoffiziell die Jägerausbildung.

Zurück in Finnland trugen sie zur Abwehr russischer Übernahmeversuche und damit zur Unabhängigkeit des Landes bei.

Lange Grenze zu Russland

„Deutschland spielt bis heute eine große Rolle in der Ausbildung finnischer Soldaten“, berichtet Oberst Juhana Skyttä. Finnland legte über Jahrzehnte Wert auf seine Unabhängigkeit von den militärischen Blöcken.

Durch den Ukraine-Krieg orientierte sich das Land mit seiner 1300 Kilometer langen Grenze zu Russland jedoch um. „Mit dem Eintritt in die Nato haben wir neue Möglichkeiten in der Ausbildung“, nennt Skyttä eine von vielen Erwartungen.

Gemeinsame Übungen geplant

Auch vor dem Nato-Beitritt habe sich Finnland bereits an gemeinsamen Übungen beteiligt. Nun seien intensivere Übungen geplant, etwa im kommenden Winter in Norwegen. Auch der direkte Austausch mit anderen Nato-Partnern sei wichtig, darunter gegenseitige Besuche von Schulungen.

Aktuell entsende Finnland keinen Lehrgangsteilnehmer an die Infanterieschule Hammelburg. Inspekteur Juhana Skyttä kann sich jedoch vorstellen, dass das irgendwann der Fall sein könnte.

Kleine Armee, aber viele Reservisten

Nach offiziellen Angaben hat Finnland zwar nur eine relativ kleine Armee mit rund 24.000 aktiven Soldaten. Allerdings verfügt das Land mit rund fünfeinhalb Millionen Einwohnern über rund 900.000 Reservisten.

Laut Skyttä gibt es zudem eine allgemeine Wehrpflicht für alle finnischen Männer. Frauen könnten freiwillig dienen. Der Grundwehrdienst dauere mindestens fünfeinhalb Monate, je nach Ziel der Ausbildung könne er auf bis zu elfeinhalb Monate verlängert werden.

Ein Schwerpunkt sei die Jägerausbildung in unwegsamem Gelände bei Schnee und Eis. Als Verstärkung für die Nato sehen Militär-Experten zudem die mehr als 800 Artilleriegeschütze und 239 Leopard-Kampfpanzer der finnischen Armee.

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