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Schwimmbad als Sorgenkind
Sinnflut bleibt außen vor: Keine Mittel im Haushalt 2025
Im Haushalt 2025 sind für die Sinnflut keine Mittel vorgesehen.
Im Haushalt 2025 sind für die Sinnflut keine Mittel vorgesehen. // Marion Eckert
Bad Brückenau – Bürgermeister Marberg hält ein großes Schwimmbad für Bad Brückenau für unrealistisch. So sehen die nächsten Schritte aus, um dem Traum von einer neuen Badelandschaft dennoch näherzukommen.

Im Rahmen der Haushaltsberatungen des Bad Brückenauer Stadtrates werden neben den Haushaltszahlen auch wichtige und richtungsweisende Projekte sowie Anträge aus der Bevölkerung, von Vereinen und Institutionen behandelt.

Ungewisse Zukunft für die Therme

Eines der großen Themen in Bad Brückenau ist die Zukunft der Therme Sinnflut. „Sie ist im Haushalt 2025 nicht enthalten“, bringt es Bürgermeister Jan Marberg (SPD) auf den Punkt. Das bedeutet, dass für einen Neubau, eine Sanierung oder einen Abriss aktuell keine Mittel vorgesehen sind.

Ob sich dies 2026 ändern wird und die Sinnflut dann wieder im Haushalt erscheint, kann Marberg derzeit nicht sagen. Das hänge davon ab, wann ein passendes Förderprogramm genutzt werden könne, denn ohne großzügige Förderung könne sich die Stadt kein Schwimmbad leisten.

Förderschädlicher Abriss?

Warum wird das Gebäude nicht abgerissen, um schon jetzt Platz für ein neues Schwimmbad zu schaffen – unabhängig von dessen künftiger Größe? Marberg erklärt im Gespräch mit dieser Redaktion: „Ein Abriss zum jetzigen Zeitpunkt könnte möglicherweise förderschädlich sein.“

Sollte eine Förderung für eine neue Sinnflut in Aussicht stehen, könnte aus formalen Gründen eine Wirtschaftlichkeitsberechnung notwendig werden, die prüft, ob eine Sanierung oder ein Neubau sinnvoller ist. „Ist das Gebäude bereits abgerissen, ist eine solche Untersuchung nicht mehr möglich“, fasst Marberg zusammen.

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Ein großes Bad wird es nicht geben, das überfordert uns.

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Jan Marberg Bürgermeister Bad Brückenau

Gespräche auf politischer Ebene

Das heiße jedoch nicht, dass die Stadt aktuell untätig ist. Marberg spricht vom nächsten Schritt: Er möchte die Bundestags- und Landtagsabgeordneten der Region, Vertreter des Landratsamtes und der Regierung von Unterfranken an einen Tisch holen, um gemeinsam zu erarbeiten, wie ein Schwimmbad für Bad Brückenau realisiert werden könnte – vor dem Hintergrund der finanziellen Leistungsfähigkeit der Stadt.

Kleines Bad als realistische Lösung

Bereits jetzt steht für den Bürgermeister fest: „Ein großes Bad wird es nicht geben, das überfordert uns“, so Marberg. Das gilt nicht nur für die Investitionskosten, sondern auch für die laufenden Betriebskosten. Ein Schwimmbad bleibe für den städtischen Haushalt ein Kostenfaktor. Angesichts steigender Energie- und Personalkosten müsse das Hauptaugenmerk auf der langfristigen Finanzierbarkeit liegen. „Es darf nicht zu teuer sein, sondern angemessen teuer.“

Ob eine kleinere Therme oder ein reines Sportschwimmbad: „Alles hängt an der Förderung und den Betriebskosten.“ Zudem sei die spätere Betriebsform deines Bades noch zu klären.

Gibt es Gelder vom Bund?

Die Bundesregierung plane zwar ein Förderprogramm, das möglicherweise für die Sinnflut interessant sein könnte. Doch noch sei unklar, wie es konkret ausgestaltet werde, ob Bäder oder nur reine Sportstätten gefördert werden und in welchem Umfang. Und selbst dann muss Bad Brückenau bei der Vergabe zum Zug kommen, denn der bundesweite Druck auf das Förderprogramm dürfte hoch sein.

Die leerstehende Therme Sinnflut sollen nicht zum Lost Place werden. Regelmäßig kontrollieren die Mitarbeitenden der Stadtwerke das Gebäude und Gelände. Die Außenanlage wird nach wie vor gemäht.
Die leerstehende Therme Sinnflut sollen nicht zum Lost Place werden. Regelmäßig kontrollieren die Mitarbeitenden der Stadtwerke das Gebäude und Gelände. Die Außenanlage wird nach wie vor gemäht. // Marion Eckert

Aktuell ist das Gebäude zwar leer, aber nicht unbeaufsichtigt, damit es nicht zu einem Lost Place mitten in Bad Brückenau wird. „Die Mitarbeiter der Stadtwerke kontrollieren mehrfach in der Woche“, versichert Marberg.

Weitere Themen aus den Haushaltsberatungen:

  • Der Stadtrat hat beschlossen, eine kommunale Parküberwachung einzuführen. Die entsprechende Initiative wurde in der jüngsten Sitzung vorgestellt und fand breite Zustimmung. Ziel ist es, die anhaltenden Probleme mit Falschparkern und überfüllten Parkplätzen anzugehen, die Einhaltung der Parkregeln konsequenter zu kontrollieren, die Verkehrssicherheit zu erhöhen und das Stadtbild zu verbessern. Die Überwachung soll zeitnah starten und sowohl in der Innenstadt als auch an sensiblen Punkten wie Schulen und Bushaltestellen für mehr Ordnung sorgen. Der genaue Starttermin wird rechtzeitig bekannt gegeben.
Die Stadt setzt auf Kontrolle von Falschparkern: Kommunale Verkehrsüberwachung startet bald.
Die Stadt setzt auf Kontrolle von Falschparkern: Kommunale Verkehrsüberwachung startet bald. // Marion Eckert
  • Die Freiwillige Feuerwehr Bad Brückenau erhält einen Versorgungs-LKW mit Kran. Das Fahrzeug kostet 543.135 Euro, das sind 100.000 Euro mehr als die Kostenschätzung vom August 2023 vorsah.
  • Der Stellenplan führte zu Diskussionen im Gremium, wie die Personalkosten gesenkt werden könnten – etwa durch Auslagerung bisher selbst erbrachter Leistungen an externe Auftragnehmer oder Dienstleister. Die Stadt Bad Brückenau beschäftigt 136 Angestellte, die Personalkosten liegen laut Haushaltsplan bei 7,6 Millionen Euro.
  • Für den Fortbestand der August-Kömpel-Musikschule wurde die Verlängerung des jährlichen Zuschusses in Höhe von 36.000 Euro für weitere fünf Jahre bewilligt.
  • Auch das Bayerische Kammerorchester erhält eine Förderung: Für die Jahre 2025 und 2026 wurden jeweils 20.000 Euro genehmigt. Der Vorgriff auf 2026 erfolgte, um dem Orchester Planungssicherheit zu geben.
  • Der TSV Volkers beantragte einen Zuschuss für die Flutlichtsanierung/LED-Umrüstung und den Zaunbau. Bei Investitionskosten von 16.000 Euro gibt die Stadt eine Förderung von 2.400 Euro.
  • Siegbert Remberger beantragte eine Förderung für die 36. Bad Brückenauer Gitarrentage 2025 „Brisas de Mar“, die am 18. Oktober im Haus Volkersberg stattfinden werden. Die Stadt steuert 1.480 Euro bei.
  • Der Caritasverband Bad Kissingen erhält für das Jahr 2025 einen Zuschuss von 500 Euro als Anerkennung für seine Arbeit.
  • Dem Antrag auf Kinder- und Jugendförderung des Obst- und Gartenbauvereins Bad Brückenau entsprach der Stadtrat. Für die gemeldeten 34 Kinder und Jugendlichen erhält der Verein 119 Euro.
  • Vor Kurzem eröffnete das Balkanhaus Maric in der Ludwigstraße. Dem Antrag auf einen Zuschuss für die Investitionskosten entsprach der Stadtrat nicht. Marberg begründete dies damit, dass Bad Brückenau keine Wirtschaftsförderung habe und hier kein Präzedenzfall geschaffen werden solle.

 

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