Torsten Schoch ist von der größten zur zweitgrößten Kommune im Landkreis Bad Kissingen gewechselt: „Mir ging’s in Bad Kissingen sehr gut, aber hier in Hammelburg gibt es eine neue Herausforderung“, sagt der 50-Jährige. Der Stuckateurmeister und Betriebswirt hat vor wenigen Wochen die Nachfolge von Arnold Zier als Leiter des Hammelburger Bauhofs angetreten. Zier wechselte auf eigenen Wunsch ins Rathaus der Stadt Hammelburg und verstärkt dort die Bauabteilung. Laut Bürgermeister Armin Warmuth ist der frühere Bauhofleiter unter anderem für Bildstöcke und Stadtwald zuständig.
Torsten Schoch hat im elterlichen Betrieb in Stralsbach gelernt und dort auch 32 Jahre lang gearbeitet. 2019 überließ er Dominik Schoch die alleinige Leitung des Familienbetriebs. Torsten Schoch wechselte zunächst als Bauleiter zu Hanse-Haus, danach leitete er den Bereich „Abfall und Wertstoffhof“ beim Servicebetrieb der Stadt Bad Kissingen und stieg dort zum stellvertretenden Leiter auf. Im Jahr 2022 habe er seine Weiterbildung zum Betriebswirt abgeschlossen.
„Intensives Auswahlverfahren“
Der Besetzung sei ein „intensives Auswahlverfahren“ vorangegangen, berichtet Bürgermeister Armin Warmuth. Es habe mehrere kompetente Bewerber und etliche Gespräche gegeben. „Beide Seiten sollten wissen, worauf sie sich einlassen“, sagt Warmuth. „Das Bewerbungsverfahren hat mir sehr imponiert, unter anderem wurden alle Probleme offen angesprochen“, sagt Schoch.
Gereizt hätten ihn an der neuen Stelle vor allem die Gestaltungsmöglichkeiten: „Mir macht es Spaß, Personal zu motivieren und zu fördern“, nennt er als Beispiel. Rund 25 Mitarbeiter hat der städtische Bauhof, vom Hochbau über den Tiefbau bis zu den Gärtnern sei der Betrieb gut aufgestellt. Wie groß die Bandbreite der Aufgaben und der Erwartungen von Bürgern ist, hat Schoch bereits in den ersten Wochen festgestellt: In seinen Zuständigkeitsbereich fallen die Vorarbeiten für den neuen Waldkindergarten, neue Fundamente für Bildstöcke, das Ausputzen von Wassergräben, Malerarbeiten und Bauunterhalt in zahlreichen Liegenschaften, von den Kindergärten bis Schloss Saaleck, sowie die Pflege öffentlicher Grünflächen. „Ich hatte schon viele Anfragen von Bürgern, das waren aber keine großen Beschwerden“, berichtet Torsten Schoch. Auf nicht gemähte Spielplätze oder Sorgen wegen Totholz versuche er schnell zu reagieren.
Neu: Bereitschaftsdienst
Neu einrichten will Schoch in Absprache mit dem Bürgermeister einen Bereitschaftsdienst. Bisher seien Anfragen entweder über die Rufbereitschaft der Stadtwerke oder direkt über den Bürgermeister eingegangen. Das müsse sich ändern, sind sich Schoch und Warmuth einig: Wenn zum Beispiel nach einem Unfall eine Ölspur abgebunden werden müsse, sollten die Feuerwehren schnell einen Ansprechpartner des Bauhofes erreichen. Auch der Winterdienst solle neu aufgestellt werden. Die Mitarbeiterführung habe für ihn oberste Priorität. Zudem sieht sich Schoch als Ansprechpartner für die Ortsbeauftragten.
Der Führungswechsel im Bauhof war auch mit einem kleinen Umbau verbunden: Die Leitung des Bauhofes hat ihre Büros zwar nach wie vor auf dem Gelände der ehemaligen Ziegelei in der Rote-Kreuz-Straße, Ecke Seeshofer Straße, allerdings nicht mehr unter einem Dach mit den Stadtwerken, sondern in einem Gebäude gegenüber.
Neubau des Bauhofes ist beschlossen
Längst beschlossen ist ein Umzug des Bauhofs ins Gewerbegebiet „Thulbafeld“: Insgesamt 4,5 Millionen Euro sind dafür in der Finanzplanung der Stadt eingestellt. 745.000 Euro sind als Haushaltsreste für Planung und Vorbereitung bereits genehmigt, für 2024 hat Stadtkämmerin Jennifer Triest 2,0 Millionen Euro, für 2025 weitere 1,255 Millionen Euro und für 2026 noch 1,5 Millionen Euro vorgesehen.
Einen Bauantrag hatte der Stadtrat bereits im Frühjahr 2022 genehmigt: Rund 300 Quadratmeter Büros, 1100 Quadratmeter Werkstätten und eine 631 Quadratmeter große Lagerhalle sowie Schotterflächen, 28 Stellplätze, Lagerboxen, ein Salzsilo, ein Waschplatz und eine 80 Kubikmeter große Regenwasser-Zisterne zur Bewässerung öffentlicher Grünanlagen enthielt das Konzept damals. Die Dachflächen sollten für Photovoltaik vorbereitet werden.
Einsparmöglichkeiten suchen
„Die Dimension wird noch einmal überprüft“, kündigte Bürgermeister Warmuth an, dass mit dem neuen Bauhofleiter nach Einsparmöglichkeiten gesucht werden soll. Aber: „Es ist unstrittig, dass der Bauhof an den neuen Standort umziehen soll“, stellt Warmuth klar. Notwendig werde der Umzug auch wegen der Schadstoffbelastung auf dem aktuellen Gelände. Vermutlich sei ein neuer Bauantrag notwendig, trotzdem hoffen Warmuth und Schoch, dass die ersten Arbeiten für den Neubau noch in diesem Jahr ausgeschrieben werden. Parallel sollen die vielen Lagerplätze im Stadtgebiet neu geordnet werden.
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