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Pläne fürs Klimamanagement
Viel Lob für Stefan Richter im Münnerstädter Stadtrat
Stefan Richter
Stefan Richter verlässt das Münnerstädter Rathaus. // Hartmut Hessel
Münnerstadt – Nach dem Abschied von Stefan Richter stellt Münnerstadt die Weichen für künftige Energiethemen. So geht es weiter.

Klimamanager Stefan Richter beendet nach fünf Jahren sein Vertragsverhältnis fristgerecht. Die Aufgaben und Projekte, die bis dahin angefallen sind, werden auf andere Schultern verteilt. Im Kern natürlich auf die des Bürgermeisters Michael Kastl (CSU).

Unter anderem sollen dabei die neu bestimmten Referenten des Stadtrats, namentlich für Klimaschutz und erneuerbare Energien Dr. Antje Geier und für Öffentlichkeitsarbeit und Kultur Thomas Malz, ihre Expertise einbringen und Einsatz zeigen. Andere Referate werden dabei nicht ausgeschlossen.

Der Bürgermeister packte in seine Aussagen zum künftigen Klimamanagement während der ersten richtigen Arbeitssitzung des Stadtrats drei Anträge zur „energetischen Stadtsanierung“ für das Quartier Karlsberg, die Teilnahme am geplanten interkommunalen „Netzwerk Energiezukunft NES-Allianz +“ sowie einen Beitritt zu der „Klimaschutzkoordination“ des Landkreises Bad Kissingen. Alles sind Themen, die der bisherige Klimamanager bisher bearbeitet, selbst begleitet oder sogar vorrangig angetrieben hat.

Keine Sitzung versäumt

Nicht nur dafür, sondern für sein gesamtes, für Münnerstadt intensives Wirken bedankte sich Bürgermeister Kastl im öffentlichen Teil der Sitzung beim „Bürger“ Stefan Richter. Der nämlich hatte in den letzten fünf Jahren keine der über hundert Sitzungen des Rates und der Ausschüsse vom Zuschauerstuhl aus versäumt, eingerechnet die wenigen, bei denen er als Vortragender tätig wurde.

„Die Stadt Münnerstadt kann sich ohne Zuschüsse den Klimamanager nicht leisten!“, so der Bürgermeister. „Wir alle würden gerne mit ihm weiterarbeiten, wenn wir dazu finanziell in der Lage wären.“ Kastl verwies dabei zum Vergleich auf eine größere Kreisstadt in der Region, die sich gerade mal einen halben Klimamanager leisten könne.

„Wir alle schätzen Sie persönlich, und auch wenn in den letzten Wochen – in der Hitze des Gefechts – einiges hochstilisiert wurde, haben Sie sehr gute Arbeit geleistet.“ Der Stadtrat und die gut fünfzehn Besucherinnen und Besucher spendeten den Ausführungen des Bürgermeisters starken Beifall. Das bekam dann ebenso der Besucher Stefan Richter ab, dem der Bürgermeister das Wort erlaubte. Dieser bedankte sich für die Zeit, die er in Münnerstadt verbringen durfte, „und für die Beiträge, die ich für die Bürgerinnen und Bürger in Münnerstadt leisten durfte. Ganze große Hochachtung vor den ehrenamtlichen Mandatsträgerinnen und Mandatsträgern, die viele Stunden mit spannenden und manchmal auch langweiligen Themen im Rathaus verbringen.“

Eine Initiative wird vorbereitet

Inhaltlich führte Bürgermeister Kastl zum „Netzwerk Energiezukunft NES-Allianz +“ aus, dass die Initiative gerade vorbereitet werde und im Moment acht Orte in Rhön-Grabfeld und die Stadt Münnerstadt Interesse an dem Projekt bekundet hätten. Bisher haben die Kommunen an dem Klimaschutznetzwerk Main-Rhön teilgenommen und möchten in Zukunft in einem kleineren Netzwerk mit regionalem Schwerpunkt NES-Allianz wirken. Weitere Kommunen können teilnehmen. Mehr als fünfzehn sollen es aber nicht werden. Man verspricht sich dabei einen intensiveren Austausch und transparente Lösungen bei entsprechender Fragestellung.

Der Bürgermeister der Gemeinde Hohenroth hat sich bereit erklärt, die Organisation des kommunalen Klimaschutznetzwerkes zu übernehmen. In den nächsten drei Jahren sollen vierteljährlich Treffen stattfinden, mit Fördermittelgebern kommuniziert und vor Ort Unterstützung bei der Mittelvergabe geleistet werden. Die fachliche Beratung der Kommunen ist die zweite Säule des Netzwerkes. Sie umfasst unter anderem Potenzialanalysen, Wirtschaftlichkeitsberechnungen und Ökobilanzierungen.

Dass damit wohl ein Arbeitsplatz geschaffen werden soll, rief Johannes Wolf (B90/Grüne) auf den Plan. Auf die konkrete Nachfrage konnte Michael Kastl noch keine Auskunft geben. Er bekannte jedoch, dass mit dem vorliegenden Antrag Münnerstadt die erste Kommune sei, die dem Netzwerk beitritt, bei 9200 Euro für drei Jahre. Was dann auch einstimmig geschah.

Für Beurteilung fehlen noch Daten

Keine Abstimmung gab es dagegen bei dem „KfW-Programm 432“ für das Quartier Karlsberg, denn dieser Teil der energetischen Stadtsanierung hat für eine abschließende und dann weiterführende Beurteilung noch nicht alle Daten vorliegen. Insbesondere das ehemalige Berufsbildungszentrum und das Quartier der Städtischen Musikschule sind für die weitere Nutzung in der Zukunft noch nicht zu Ende gedacht. Das hat eine erhebliche Auswirkung auf die energetische Gesamtbetrachtung des gesamten Areals und würde für die Antragstellung zum jetzigen Zeitpunkt erhebliche Risiken mit sich bringen. Die Verwaltung erkennt die grundsätzlichen Chancen des Förderprogramms an. Der Stadtrat nahm den Sachverhalt zur Kenntnis.

Es gibt eine Klimaschutzkoordination im Landkreis Bad Kissingen für Kommunen, die sich kein eigenes Klimaschutzmanagement leisten können. Da ist Münnerstadt jetzt auch dabei. Einstimmig beschlossen – weil sich die Zeiten ändern.

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