0
Teure Sanierung trifft Bürger
Wasserversorgung Zeitlofs: Wer zahlt was?
Wasserversorgung
Die Wasserversorgung in der Gärtenrother Gruppe ist sanierungsbedürftig. // Foto: Patrick Pleul/dpa
Zeitlofs – Das Megaprojekt Ausbau der Wasserversorgung beginnt im Herbst. Dann erhalten auch Eigentümerinnen und Eigentümer den ersten Beitragsbescheid. Was kommt finanziell auf sie zu?

Klar ist schon lange - nämlich seit fast fünf Jahren - dass einiges auf die Bürgerinnen und Bürger des Marktes Zeitlofs zukommt. Nun steht nach einer sogenannten Globalberechnung fest, wie viel es sein wird. Fest stand bereits, dass die Gemeinde rund 9,5 Millionen Euro in die Erneuerung der anspruchsvollen Wasserversorgung der Gemeindeteile, die auf dem Berg und im Tal liegen, einsetzen. 

Rund 8,1 Millionen Euro ist der umlegungsfähige Investitionsaufwand. Bereits im letzten Jahr hatte Bürgermeister Matthias Hauke (GMZ) eine Kostenrechnung zur Umlegung vorgestellt, die jetzt durch die Globalberechnung finalisiert wurde. Die Umlegung erfolgt über Verbesserungsbeiträge, und nicht über Gebühren. 

Bauphase beginnt ab Spätherbst

Der Herstellungsbeitrag - das gilt nur für neue Anschlüsse - erhöht sich um neun Cent auf 1,31 Euro pro Quadratmeter Grundfläche und liegt pro Geschossfläche bei 10,18 Euro. Der Preisanstieg sei auf die Globalberechnung zurückzuführen. Davor habe es lediglich eine Schätzung gegeben. 

Haushalte mit bereits bestehenden Anschlüssen müssen im Zeitraum der Bauphase, also ab Spätherbst, mit einem Vorausleistungsbescheid rechnen. "Das steht fest", betont Hauke. Hier müssten die Eigentümer mit einem Beitragssatz von 2,11 Euro pro Quadratmeter Grundstücksfläche (plus Mehrwertsteuer) und 16,41 Euro (plus Mehrwertsteuer) pro Quadratmeter Geschossfläche rechen. 

Beiträge in vier Raten zu zahlen

Die Berechnungsgrundlage für die Verbesserungsbeiträge, die ab Herbst in vier jährlichen Raten zu zahlen sind, ist laut Hauke 80 Prozent der umlegungsfähigen Investition. Die restlichen 20 Prozent sollen in der Abschlussrechnung nach Ende der Maßnahme verrechnet werden. 

"Wir wollen offen und transparent damit umgehen", so der Bürgermeister. Dazu findet am 2. Juni von 16 bis 19 Uhr eine Infoveranstaltung im Steinernen Wirtshaus statt. Daran beteiligt sind die Stadtwerke Bad brückenau, das ausführende Planungsbüro Baur Consult und die Verwaltung der Marktgemeinde. "Hier können sich die Bürgerinnen und Bürger vor Baubeginn ausführlich informieren, auch zu offenen Fragen über die Beiträge." 

Hintergründe der massiven Kosten

Der Grund für die hohen Kosten der Sanierung: Die Gemeindeteile der rund 2000-Einwohner starken Marktgemeinde liegen in einiger Entfernung voneinander, was ein weitläufiges Rohrnetz erforderlich macht. Die Höhenunterschiede verkomplizieren das Unterfangen. Der Wasserdruck ist dabei ein wichtiges Thema und wird über ein neues Wasserwerk, neue Hochbehälter sowie verschiedene Pumpwerke geregelt. 

Die Zuwendungen über eine Förderung wasserwirtschaftlicher Vorhaben (RZWas) fallen mit 1,34 Millionen Euro vergleichsweise gering aus, sodass eine Summe 8,1 Millionen Euro von den Bürgerinnen und Bürgern zu tragen ist. 

Was wird genau gebaut?

Insbesondere zu Buche schlägt die Erneuerung der Wasserversorgung in Detter und Weißenbach, die bei der letzten Sanierung im Jahr 2003 ausgespart wurde. Konkret wird für die Magarethenquelle ein Rohwasserpumpwerk gebaut. „Die Quellfassung selbst wird baulich nicht angepackt“, sagt der Bürgermeister.  

Zwischen Detter und Modlos ist eine neue Wasseraufbereitungsanlage mit integriertem Trinkwasserbehälter (Hochbehälter) geplant. Das Gebäude ersetze dann die beiden aktuellen Behälter in Detter und Weißenbach sowie die Aufbereitungsanlage neben der Magarethenquelle. Die alten Behälter sollen dann nach Abschluss der Gesamtmaßnahme außer Betrieb genommen und „vermutlich irgendwann zurück gebaut werden“. 

Der Hochbehälter in Detter muss an anderer Stelle neu gebaut werden.
Der Hochbehälter in Detter muss an anderer Stelle neu gebaut werden. // Archiv/Marion Eckert

Zwischen der neuen Aufbereitungsanlage und dem Rohwasserpumpwerk wird eine neue Rohwasserleitung gebaut für den Transport des Quellwassers zur Anlage. Zwischen der neuen Aufbereitungsanlage und dem OT Detter (Kreuzung Modloser Straße - Weißenbacher Straße) wird eine neue Reinwasserleitung für den Transport von Trinkwasser aus dem Hochbehälter in die OT Detter und Weißenbach gebaut. 

Zwischen den OT Detter und Weißenbach soll die Hauptwasserleitung erneuert werden, bestenfalls im Zuge des Kreisstraßenausbaues, da die Dimensionierung vor allem im Hinblick auf den Brandschutz bei der Bestandsleitung zu gering ist. 

Zwischen Weißenbach und Roßbach wird eine dauerhafte Verbindung der Hauptwasserleitungen gebaut (im Zuge des Kreisstraßenausbaues). Dadurch kann in Zukunft das Quellwasser aus Detter bis nach Zeitlofs und Rupboden transportiert werden und umgekehrt von Zeitlofs bis nach Detter.

Am Ortseingang Weißenbach von Roßbach kommend wird ein Reinwasserpumpwerk gebaut. Das dient zum einen zur Förderung des Quellwassers nach Roßbach (Hochbehälter Roßbach liegt höher als der neue in Detter) und zum anderen der Druckreduzierung des Wassers, das von Roßbach nach Detter fließt (Höhenunterschied). Die bereits ausgeführte Generalsanierung des Hochbehälters in Zeitlofs fließt ebenfalls in die Beiträge mit hinein. 

Inhalt teilen
  • kopiert!