Seit 2002 ist Thomas Bold (CSU) Landrat im Landkreis Bad Kissingen. Jetzt hat der 64-Jährige angekündigt, zur Kommunalwahl 2026 nicht mehr zur Verfügung zu stehen. Dreimal ist Bold seit seinem Amtsantritt wiedergewählt worden: 2008, 2014 und 2020, jeweils relativ deutlich. Zuletzt, im Jahr 2020, setzte er sich mit rund 60 Prozent der Stimmen gegen Grünen-Politikerin Manuela Rottmann (24 Prozent) und Thomas Menz von der SPD (15,5 Prozent) durch.
Zur anstehenden Wahl im März 2026 werden die Karten nach Bolds Ankündigung, nach dann 24 Jahren im Amt nicht mehr zu kandidieren, neu gemischt. Bis Ende September möchte die CSU einen Namen vorschlagen. Doch wie reagieren andere Parteien auf die veränderte Ausgangssituation?
Die Grünen und die SPD sehen eine veränderte Dynamik vor der Wahl
Norbert Schaub, Fraktionssprecher der SPD im Kreistag, sagt: „Die Dynamik ist jetzt natürlich anders. Aber ich sehe uns nach wie vor nicht unter Zugzwang.“ Man wolle abwarten, wie die CSU sich positioniert und daraufhin reagieren. Bolds Entscheidung kam für Schaub nicht ganz überraschend: „Ich persönlich habe damit gerechnet. Ich denke, dass sie nach 24 Jahren auch gerechtfertigt ist. Man muss Thomas Bold einen Riesen-Dank aussprechen, ich habe höchsten Respekt“, so Schaub.
Grünen-Fraktionssprecher Volker Partsch schlägt in die gleiche Kerbe: „Ich habe ja die Hälfte seiner Amtszeit im Kreistag mit ihm verbracht und halte Thomas Bold für unheimlich kompetent. Wir haben über all die Jahre harmonisch und auf Augenhöhe zusammengearbeitet, auch wenn es manchmal unterschiedliche Meinungen gab. Ohne ihn wird es sicherlich eine Veränderung geben. Für seine Familie ist die Entscheidung natürlich das Beste, was passieren konnte. Für den Kreistag bedauere ich sie allerdings und man muss sehen, wie es jetzt weitergeht.“
Auch Partsch geht davon aus, dass Bolds Entscheidung Auswirkungen auf die Chancenverteilung bei der Kommunalwahl haben wird. „Das spielt natürlich eine Rolle.“ Seine Partei habe noch keine Entscheidung getroffen, was eine eigene Nominierung angeht, so Partsch. Man wolle sich im September oder Oktober dazu positionieren.
Die Freien Wähler sondieren noch, die PWG will keinen Kandidaten für die Wahl aufstellen
Wolfgang Dünisch (FW-CBB) sagt: „Zunächst habe ich gedacht, Thomas Bold macht noch einmal weiter. Er sagte ja selbst, dass einige wichtige Projekte bisher nicht abgeschlossen sind. Ich kann ihn aber komplett verstehen. Mit seiner Familie ist dann die Zeit da, gewisse Dinge zu tun, die man bisher vielleicht aufgeschoben hat“, so der Fraktionssprecher.
„Wir sind am Sondieren“, ergänzt Dünisch. „Natürlich ist es jetzt ein interessanter Zeitpunkt und die Karten werden neu gemischt. Gegen einen Amtsinhaber anzutreten ist immer schwieriger als bei einer komplett neuen Wahl. Aber noch ist nichts entschieden.“
Bereits vor Bolds Absage für die Wahl hatte Roland Limpert, Sprecher der Parteilosen Wählergruppe (PWG) im Kreistag, eine eigene Nominierung ausgeschlossen. „Da brauchen wir es nicht spannend zu machen. Wir wollen gute Kreispolitik mitgestalten, sind aber sicherlich nicht vorn der Lokführer“, so Limpert im Mai gegenüber dieser Redaktion.











