Sorgenkinder haben einige Familien. Viele eins, manche mehr. Die Stadt Bad Brückenau plagt sich mit vielen „Problemkindern“ herum und das meist seit Jahren: Gebäude, die saniert oder neu gebaut werden müssen; Verbindungen wie Brücken, Treppen und Wege, die unterbrochen und nicht wieder verknüpft wurden; Provisorien, die zum Dauerzustand wurden.
Die Redaktion hat Bürgermeister Jan Marberg (SPD) mit zehn städtischen Problemen konfrontiert. Der 37-Jährige sagt, ob und wie es bei diesen vorangeht.
Der Artikel in der Übersicht:
- Therme Sinnflut
- Hotel Post
- Altes Rathaus
- Neues Rathaus
- Treppe am Neuen Rathaus
- Georgi-Kurhalle
- Bahnhofsareal
- Brücke im Siebener-Park
- Bürgerbaum/Zunftbaum
- Jugendraum
1. Therme Sinnflut
„Das ist das größte Thema in der Stadt. Die Stadtverwaltung und ich bemühen uns weiterhin, die für Bad Brückenau passende 'Kragenweite' der neuen Sinnflut zu finden. Wir wollen uns beim neu aufgelegten Bundesprogramm Sanierung kommunaler Sportstätten bewerben und klären gerade mit dem Architekturbüro Brückner & Brückner ab, inwiefern sich das bestehende Planungsverfahren abändern lässt oder ob es neu gestartet werden muss. Eines ist aber klar: Die bisher geplante große Lösung wäre wegen der hohen zu erwartenden jährlichen Betriebskosten nicht zu verantworten. Der Abriss der alten Therme soll so schnell wie möglich, noch 2026, erfolgen. Das hängt aber von den finanziellen Ressourcen und personellen Möglichkeiten der Stadt ab.“
2. Hotel Post
„Da operieren wir am offenen Herzen, reparieren am maroden Gebäude immer wieder etwas. Im Moment laufen Arbeiten unter anderem an dem der Ludwigstraße abgewandten Dach. Unser Ziel ist am Ende, das Gebäude gefahrlos begehbar zu machen. Danach könnten Gutachter es genauer unter die Lupe nehmen und eine Kostenprognose erstellen. Auf deren Grundlage kann der Stadtrat entscheiden, ob die Kommune das Gebäude selbst entwickelt oder es auf den freien Immobilienmarkt zurückgibt.“
3. Altes Rathaus
„Dieses steht auf der Prioritätenliste eher in der Mitte und ist gerade nicht in Bearbeitung. Der Stadt fehlen schlicht die in der Machbarkeitsstudie genannten rund 3,5 Millionen Euro, um das Sanierungsprojekt anzugehen.“
4. Neues Rathaus
„Wir als Stadt versuchen, das Gebäude so weit in Schuss zu halten, dass es den Brandschutzvorschriften genügt. Aber auf Sicht ist für mich klar, dass die Verwaltung hier perspektivisch rauszieht. Es gab mal die Option, ein neues Rathaus auf dem Gelände des abgebrannten Hauses Schramm zu errichten. Die Idee war aber in internen Gesprächen und auch unter den Sprechern der Stadtratsfraktionen nicht mehrheitsfähig.“
5. Treppe am Neuen Rathaus
„Sie wird Teil des neuen Integrierten städtischen Entwicklungskonzeptes werden. Dann soll nach meinem Dafürhalten das gesamte Marktplatzareal überarbeitet werden, die Treppe inklusive.“
6. Georgi-Kurhalle
„Auch da fehlt der Stadt das Geld für eine Sanierung; diese hat nur mittlere Priorität. Die Halle besitzt aber große Bedeutung als Haus des Gastes und für den Bad-Titel. Deswegen können und werden wir uns nicht davon verabschieden. Vor allem müssen wir auf Sicht den außen liegenden Brunnenschacht des Georgi-Sprudels sanieren. Das kostet viel Geld. Tun wir es nicht, wäre das unter anderem nicht gut für den Erhalt des Bad-Titels.“
7. Bahnhofsareal
„Das ist eine der spannendsten Flächen in der Stadt. Aber auch sie steht aus finanziellen Gründen nicht an erster Stelle. Wir können uns da die Entwicklung eines reinen Wohnquartiers vorstellen oder ein Mischgebiet aus Wohnen und Kleingewerbe. Ideal wäre ein Architektenwettbewerb mit attraktivem Preisgeld. Beschlossen ist da aber nichts.“
8. Brücke im Siebener-Park
„Da kann ich Positives verkünden. Vor kurzem hat wieder ein Gespräch mit einem Gönner stattgefunden. Wir haben einen in den vergangenen Monaten erarbeiteten 3-D-Entwurf verfeinert und eingepflegt. Angedacht ist, die Brücke zunächst auf dem Gelände des erstellenden Betriebes aufzubauen und intern zu begutachten. Sollte es vonseiten des Gönners und der Stadt passen, kann die Brücke vor Ort im Siebener-Park installiert werden. Die Stadt würde vorher die Fundamente erstellen. Die Bevölkerung darf übrigens gespannt sein, weil das Bauwerk etwas haben wird, was bisher keine andere Brücke in Bad Brückenau hat. Es wird ein echter Hingucker.“
9. Bürgerbaum/Zunftbaum
„Der Baum selbst ist fertig und aufstellbereit. Die Frage ist aber, ob seine Statik zusammenpasst mit der des vor dem Alten Rathaus vorbereiteten Fundamentes und der stahlplatte. Es gibt dazu unterschiedliche Ansichten des von der Stadt beauftragten Statikers auf der einen Seite und des vom Bürgerverein hinzugezogenen Experten auf der anderen Seite. Mein Ziel ist, dass sich die beiden Statiker austauschen und eine gangbare Lösung erarbeiten.“
10. Jugendraum
„Wir haben zwei sehr engagierte Gemeindejugendpflegerinnen, die für ihre Arbeit, passende Räumlichkeiten brauchen, unter anderem Rückzugsräume für Vier-Augen-Gespräche und Lagerplatz. Wir haben eigene Immobilien im Blick. Es läuft wahrscheinlich auf das 1. Obergeschoss des alten Gymnasiums am Kirchplatz hinaus.“



















