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Kommunalwahl 2026 in Zeitlofs
Wahlschlappe für Hauke: Steht ein Rücktritt im Raum?
Kurz vor der Kommunalwahl 2026 erschien ein Alternativkandidat in der Marktgemeinde Zeitlofs.
Kurz vor der Kommunalwahl 2026 erschien ein Alternativkandidat in der Marktgemeinde Zeitlofs. // Julia Raab
Zeitlofs – Die schlechte Stimmung vor der Wahl in Zeitlofs zeichnet sich in der Stimmverteilung ab. Bürgermeister Matthias Hauke überlegt noch, ob er die Wahl annimmt. Was vorgefallen ist.

Die Erleichterung vom Wahlabend, dass Matthias Hauke als Alleinkandidat für die Marktgemeinde Zeitlofs die Mehrheit der Stimmen (57,4 Prozent) erhält und somit erneut zum Bürgermeister gewählt wurde, weicht am Montagmorgen der Realität: Für Hauke ist das Ergebnis ein „Schlag gegen die Demokratie“. Konkret haben sich 42,6 Prozent der Wählerinnen und Wähler für eine „Wählerbekannte Person“ entschieden.

Wahlplakat Matthias Hauke Kommunalwahl Bürgermeisterkandidat
Wahlplakat Matthias Hauke Kommunalwahl Bürgermeisterkandidat // Riccarda Rascher

Darunter fallen mehrere Einzelpersonen, wie Wahlleiter Matthias Klement das vorläufige Wahlergebnis erklärt: Unter anderem erhielten darin aktuelle Gemeinderatsmitglieder Stimmen – auffallend sind hier viele Stimmen für Volker Roth und Sabine Schiffler. Und es wurden gut 24 weitere Personen benannt, deren Stimmen meist im einstelligen Bereich liegen. Auffallend häufig fällt hingegen der Name Walter Nicolai in unterschiedlichen Schreibweisen. 

Kein offizieller Gegenkandidat

Aufgetan hat sich dieser mutmaßlich selbst ernannte Gegenkandidat rund eine Woche vor der Wahl. Dieser durchlief aber nicht den offiziellen Weg, den ein  Bürgermeisterkandidat geht, sondern einen eigenen. Er verteilte Flyer und stellte eigene Wahlplakate auf. Eine offizielle Agenda, ein Wahlprogramm: Fehlanzeige. Er erhielt im vorläufigen Ergebnis 197 Stimmen (eindeutig identifizierbar). Auf Nachfrage der Redaktion war Nicolai telefonisch am Montag nicht zu erreichen. 

Matthias Hauke
Matthias Hauke // Kerstin Junker

Für Hauke ist klar: Das knappe Ergebnis, die Schlappe für ihn, zeige Politikverdrossenheit und Unzufriedenheit. Ob das Ergebnis Protest der Wählerinnen und Wähler widerspiegele oder ernst gemeint sei, könne der Kommunalpolitiker nicht sagen. Sicher ist für ihn jedoch: „Was bisher nur in der Bundespolitik zu sehen war, kommt jetzt auf der kommunalen Ebene an.“ Und das mache ihn besonders nachdenklich. 

Hauke: Zweifel am Antritt als Bürgermeister

Für ihn ist auch klar: Wenn es einen offiziellen Gegenkandidaten gegeben hätte, der „mit Herzblut dabei ist und der Ideen hat und dem die Gemeinde wichtig ist“, dann hätte er eine Niederlage besser verkraftet. Mit dieser Wendung aber „muss ich mich in den nächsten Tagen auseinandersetzen und überlegen, ob ich das Wahlergebnis annehme oder nicht“. Vielleicht, so Hauke resigniert, müsse das Kartenhaus erst zusammenfallen. 

Matthias Hauke
Matthias Hauke // Familie Hauke

Abzusehen war bereits im Vorfeld, dass es kein klares Wahlergebnis für Hauke werden würde. In den vergangenen Monaten brodelte es insbesondere wegen der neuen Wasserversorgung, die in der Marktgemeinde gebaut wird. Die Kosten sind hoch – rund zehn Millionen Euro – und müssen von den Bürgerinnen und Bürgern bezahlt werden. „Das Thema polarisiert und leider nutzen das einige wenige Bürger für Stimmungsmache“, so der Bürgermeister. Bereits im Januar gab es Gerüchte über einen Gegenkandidaten zu Hauke. Offiziell aufgetreten war aber niemand. 

Kosten für Wasserversorgung: Ehrlichkeit wichtig

Hauke zieht Bilanz: „Ich weiß, dass die aktuellen Themen wie die Wasserversorgung, der Neubau des Kindergartens, Windräder oder Stromtrassen nicht einfach sind. Vieles davon tut weh und ist bedauerlicherweise lange liegengeblieben. Aber es sind auch Themen, die einmal angepackt werden müssen.“ Viele Kollegen, so Hauke, hätten ihm davon abgeraten, mit dem Neubau der Wasserversorgung vor der Wahl zu beginnen. „Ich finde es ehrlicher, nicht erst abzuwarten, um dann nach der Wahl schwierige Themen anzugehen“, so seine Antwort. 

Die Sanierung der Wasserversorgung begleitet den Markt Zeitlofs schon viele Jahre. Das Bild entstand im Oktober 2020 bei einer Ortsbesichtigung im Maschinenhaus, bei der Bürgermeister Hauke den Gemeinderäten die Situation der Wasserversorgung vor Ort erläuterte.
Die Sanierung der Wasserversorgung begleitet den Markt Zeitlofs schon viele Jahre. Das Bild entstand im Oktober 2020 bei einer Ortsbesichtigung im Maschinenhaus, bei der Bürgermeister Hauke den Gemeinderäten die Situation der Wasserversorgung vor Ort erläuterte. // Marion Eckert

Über seine Arbeit in den vergangenen sechs Jahren sagt er: „Ich will behaupten, dass ich meine Arbeit nicht schlecht gemacht habe, wir haben viel angepackt.“ Auch deshalb wisse er nicht so richtig, wie er mit dem Wahlergebnis umgehen soll. Kommunalpolitik, so ist sich Hauke sicher, bestehe aus Menschen, die sich für ihre Heimat einsetzen. 

Vorläufiges Ergebnis: Die Wahlbeteiligung in Zeitlofs lag bei 73 Prozent, bei der Wahl 2020 lag sie bei 67,5 Prozent. 2020 wurde Matthias Hauke mit 86,3 Prozent der Stimmen erstmalig zum Bürgermeister gewählt. 

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