0
Kein Eiswein, süße Trauben
Weinernte in Franken: Frühstart sorgt für Qualität
Wein stand bereit bei der Eröffnung der Weinlese in Hammelburg 2024
Frankenwein vor Weinbergen in Hammelburg (Archiv) // Symbolfoto/Riccarda Rascher
Hammelburg – Frühstart in die Saison: Franken freut sich über aromatische Weine. Der Jahrgang 2025 überraschte mit einer sehr frühen Lese.

Die fränkischen Winzerinnen und Winzer blicken auf ein außergewöhnliches Weinjahr 2025 zurück. Laut der Presseinformation der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) in Veitshöchheim begann die Lese ungewöhnlich früh und verlief zügig. Bereits Ende August wurden die ersten Trauben für Federweißer und Sektgrundweine gelesen, die Hauptlese startete Anfang September und war vielerorts bis Ende des Monats abgeschlossen.

Frühstart und Aromavielfalt

Der Knospenaufbruch erfolgte sieben Tage vor dem langjährigen Mittel, die Blüte setzte Anfang Juni ein – zwölf Tage früher als üblich. Trotz punktueller Hagelschäden und Trockenphasen sorgten kühle Nächte im August für eine ausgeprägte Aromatik der Trauben. Weinbaupräsident Artur Steinmann erwartet „elegante, sortentypische Weine mit feiner Frucht, klarer Struktur und ausgeprägter Aromatik“. Die fränkischen Winzer hätten durch „kontinuierliche Arbeit im Weinberg und eine präzise, reifebasierte Lese beste Voraussetzungen für charaktervolle und hochwertige Frankenweine geschaffen“, heißt es in der Pressemitteilung.

Eröffnung fränkischer Weinlese
Die fränkischen Winzer erwarten einen guten Jahrgang. (Archivbild) // Daniel Vogl/dpa

Stimmen aus der Praxis: Stefan Ruppert aus Hammelburg

Auch Stefan Ruppert, Bioweinbauer aus Hammelburg, zeigt sich zufrieden mit der diesjährigen Ernte: „Trotz allem können wir zufrieden sein.“ Die trockene Hitze habe zwar Herausforderungen mit sich gebracht, doch insgesamt sei die Qualität der Trauben sehr gut. „Wir haben dieses Jahr sehr früh angefangen – schon im August ging’s los“, berichtet Ruppert. Der frühe Austrieb und das Ausbleiben von Spätfrost hätten zu einer gleichmäßigen und frühen Ernte geführt.

Besonders erfreulich sei die Reintönigkeit der diesjährigen Weine: „Die Weine sind fruchtig und klar – das merkt man schon jetzt.“ Einige Weine seien bereits durchgegoren und würden aktuell eingelagert. Dabei habe man bewusst darauf geachtet, den Alkoholgehalt nicht zu hoch werden zu lassen: „Uns war wichtig, dass die Weine nicht zu alkoholreich werden – die Frucht soll im Vordergrund stehen.“

Einen Wermutstropfen gibt es dennoch: Eiswein wird es dieses Jahr nicht geben. „Die frühe Ernte und das jetzige kalte, nasse Wetter bieten einfach keine guten Bedingungen dafür“, erklärt Ruppert.

Frankenwein in Zahlen

Für das Jahr 2025 wird ein Durchschnittsertrag von etwa 72 hl/ha erwartet, mit einer Weinmosternte von rund 432.184 hl. Das durchschnittliche Mostgewicht liegt bei 87 Grad Oechsle, wie die LWG berichtet. Die aktuell bestockte Ertragsrebfläche des Weinanbaugebiets Franken, der Silvanerheimat, betrage zum Stand Ende August 6.003 Hektar (Vorjahr 6.021 Hektar). 

 

Inhalt teilen
  • kopiert!