Es ist ruhig geblieben in den vergangenen Monaten beim Thema Wolf in der Rhön. Zu Beginn der Weidesaison werden nun zwei Vorfälle gemeldet, bei einem davon handelt es sich allerdings zunächst nur um einen Verdachtsfall.
Am Morgen des 24. April wurde direkt an der Autobahn A7 nahe der Raststätte Uttrichshausen in der hessischen Rhön ein toter Wolf entdeckt. Das Tier war offensichtlich in der Nacht zuvor überfahren worden.
Aus dem Wildfleckener Rudel wurden bereits mehrere Wölfe überfahren
Die Polizei meldete den Fund dem zuständigen Wolfszentrum Hessen, das den Kadaver sicherte und die genetische Beprobung in die Wege leitete. Wie die hessische Fachbehörde schon damals erklärte, deuten die äußeren Verletzungen und der Fundort darauf hin, dass der Wolf nach einem Verkehrsunfall verendet ist.
Inzwischen hat sich das bestätigt. Wie das Wolfszentrum aktuell informiert, liegt nun das Ergebnis des Gentests vor. Demnach hat der getötete Rüde die Kennung GW4731m und stammt aus dem Rudel Wildflecken. Seine Elterntiere sind dort seit 2022 unter der Kennung GW2552f und GW2068m bekannt und haben seither in jedem Jahr für Nachwuchs gesorgt.
In der Vergangenheit kamen bereits mehrere Rhöner Wölfe im Straßenverkehr ums Leben. Ende Dezember 2022 wurde, nur wenige Kilometer vom jetzigen Fundort entfernt, ein toter Wolf entdeckt. Und auch damals ging man von einem Zusammenstoß mit einem Fahrzeug aus. Es handelte sich um die Jungwölfin (GW3067f), die ebenfalls aus dem Rudel in Wildflecken stammte.
Auch aus Wildflecken stammte ein junger männlicher Wolf (GW3518m) der im Juni 2023 bei Ohrdruf in Thüringen überfahren wurde. Und im Oktober 2023 war dann die B279 nahe Bischofsheim der Ort, an dem eine weitere junge Wölfin ums Leben kam. Auch dabei handelte es sich um ein Tier (GW3662f) aus dem Wildfleckener Rudel.
Schadensgutachter untersucht getötetes Kalb
Am Wochenende wurde ein möglicher Wolfsriss aus der Thüringischen Rhön gemeldet, der für Nervosität bei Tierhalten sorgt. Nahe der bayerischen Grenze bei Frankenheim wurde der Kadaver eines fast vollständig gefressenen Kalbs gefunden.
Laut Thüringischen Medien geht man beim Landschaftspflege-Agrarhof Frankenheim, um dessen Tier es sich handelte, von einem Wolfsangriff aus. Darauf würden die Spurenlage und der Zustand des Kadavers hinweisen.
Um die Ursache des Vorfalls zweifelsfrei zu klären, wurde das Kompetenzzentrum Wolf/Biber/Luchs des Thüringer Umweltministeriums informiert. Ein Schadensgutachter wurde angefordert, der die fachliche Untersuchung am Kadaver vornehmen soll.











