Es ist ein anspruchsvolles Ziel, das sich die Stadt Münnerstadt gesetzt hat. Das jetzt vom Stadtrat einstimmig beschlossene Klimaschutzkonzept sieht vor, dass die Stadt spätestens im Jahr 2035 klimaneutral ist, möglicherweise auch schon früher.
Aus der Bestands- und Potenzanalyse von Karlheinz Paulus von der Energieagentur Unterfranken hat Münnerstadts Klimamanager Stefan Richter schließlich 17 Vorhaben entwickelt und diesen sechs Handlungsfeldern zugeordnet.
Weitere drei Vorhaben sind mit aufgenommen worden, um die Umsetzung des Konzeptes und damit verbunden die Erreichung der Klimaziele nachhaltig zu unterstützen. Die einzelnen Vorhaben sind in ihrer Priorität mit einem bis fünf Sternen versehen und sollen kurzfristig (bis drei Jahre), mittelfristig (drei bis sieben Jahre) oder langfristig (mehr als sieben Jahre) umgesetzt werden.
1. Öffentlichkeitsarbeit und Bildung: Vier Vorhaben sind darunter vereint, der Klimaschutz an Schulen und Kindergärten, Informationsveranstaltungen, die Energieberatung für die Bürger und Aktionen zur Steigerung der Energieeffizienz in Haushalten. Mit jeweils drei Sternen haben die Informationsveranstaltungen und die Energieberatung in dieser Kategorie die höchste Priorität.
2. Gebäude, Bauen und Wohnen: Unter diesem Handlungsfeld sind das Solarkataster – Sonnendächer für alle (drei Sterne) und die Nahwärmeverbundlösung am Karlsberg vereint, die mit vier Sternen priorisiert ist. Wärme aus erneuerbaren Energien wie Biomasse sollen für die kommunalen Liegenschaften am Karlsberg genutzt werden, eventuell auch für Privathäuser.
3. Erneuerbare Energien und Energieversorgung: Höchste Priorität hat der Bürgerwindpark (fünf Sterne) im Bildhäuser Forst. Dessen Realisierung als großen und energieeffizienten, interkommunalen Windpark sieht Münnerstadts Klimamanager Stefan Richter als zentrales Vorhaben für eine strategische und nachhaltige Ausrichtung Münnerstadts an.
Mit vier Sternen ebenfalls hoch priorisiert in diesem Handlungsfeld sind künftige Freiflächen-Photovoltaikanlagen in Bürgerhand und unter kommunaler Steuerung sowie Großbatterien und Wasserstoffelektrolyseure, die als wichtig für die Schaffung eines Energieknotens in Münnerstadt angesehen werden.
4. Klimafreundliche Mobilität: Mit Mürscht fährt Rad (Teilnahme am bundesweiten Stadtradeln) sollen Radverkehr gefördert und Kohlendioxid-Ausstoß verringert werden. Gefördert werden kann dies durch die Einrichtung von Fahrradwegen, Fahrradparkplätzen oder die Organisation von Begleitversnataltungen (ein Stern). Mobiles Münnerstadt, eine Analyse des Mobilitätsverhaltens mit dem Ziel, den Anteil der klimafreundlichen Verkehrsmittel zu erhöhen, ist das zweite Vorhaben in dieser Kategorie (zwei Sterne).
5. Energiewirtschaft: Die Gründung und der Betrieb eines Regionalwerks oder Interkommunalwerks kann einen wichtiger Beitrag zum Klimaschutz leisten, indem es die Energieversorgung dezentralisiert und auf erneuerbare Energien umstellt (vier Sterne). Höchste Priorität (fünf Sterne) hat für Stefan Richter die Errichtung eines Energieknotens. Durch die Vernetzung von verschiedenen erneuerbaren Energiequellen und Speichertechnologien kann der Energieknoten dazu beitragen, die lokale Energieversorgung effizienter und kostengünstiger zu gestalten. Drittes Vorhaben in diesem Handlungsfeld ist das Energiemonitoring der öffentlichen Liegenschaften, also die Bestandsaufnahme und Verbesserung der Energieeffizienz (drei Sterne).
6. Klimagerechte Stadtentwicklung/Klimaanpassung: Ganz oben steht in dieser Kategorie das klimafreundliche Quartier „Treibhaus“ (fünf Sterne). Auf dem früheren Bötz-Areal sollen Wohnungen entstehen unter Verwendung erneuerbarer Energien, mit optimaler Gebäudedämmung und einer intelligenten Energieversorgung. Beim Stadtklima im Fokus geht es darum, geeignete Aufenthaltsräume und Schattenplätze in der Stadt zu schaffen (zwei Sterne).
7. Strukturelle / übergeordnete Vorhaben: Dazu zählen der Ausbau und die Verstetigung der Netzwerkarbeit (drei Sterne), die Errichtung eines Klima- und Nachhaltigkeitszentrums im ehemaligen Reißmannhaus (drei Sterne) und die Bürgerenergie, bei der die Einwohner aktiv in die Energiewende mit einbezogen werden sollen, etwa durch Beteiligung an größeren Projekten oder die Unterstützung bei privaten Energiegewinnungsanlagen (vier Sterne).










