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Bayernweites Projekt
Bienen hören, fühlen, riechen
An Bildtafeln können Blinde oder stark Sehbehinderte im neuen Pavillon des Bienenzentrums Bad Königshofen die Biene oder auch den Aufbau einer Wabe ertasten.
An Bildtafeln können Blinde oder stark Sehbehinderte im neuen Pavillon des Bienenzentrums Bad Königshofen die Biene oder auch den Aufbau einer Wabe ertasten. // Hanns Friedrich
Der neue Pavillon am Eingang des Bienenzentrums Rhön-Grabfeld in Bad Königshofen ist einmalig in der Region.
Der neue Pavillon am Eingang des Bienenzentrums Rhön-Grabfeld in Bad Königshofen ist einmalig in der Region. // Hanns Friedrich
Johannes Gräter erklärt den besonderen Bereich des neuen Pavillons. Hier kann man die Wärme der Bienen spüren.
Johannes Gräter erklärt den besonderen Bereich des neuen Pavillons. Hier kann man die Wärme der Bienen spüren. // Hanns Friedrich
Bad Königshofen – Dank eines neuen inklusiven Pavillon der Bienenkunde kommen Sehbehinderte in Bad Königshofen den Bienen jetzt ganz nah. Der Ausbau von Freizeitangeboten im Bereich der Behindertenarbeit ist geplant.

„Ein unterfrankenweit, wenn nicht gar bayernweites Novum hat der Imkerverein Bad Königshofen: einen inklusiven Pavillon der Bienenkunde. Damit wird Menschen mit Behinderung erstmals in der Region Unterfranken ein direkter und gefahrloser Besuch an einem Bienenstand ermöglicht“, sagt Vorsitzender Johannes Gräter. Bisher sei es vor allem für seh- und motorisch-beeinträchtigte Menschen schwierig gewesen, die Welt der Bienen aus direkter Nähe zu erfahren. Nun können Menschen mit und ohne Beeinträchtigungen völlig angstfrei etwas über die Honigbiene und die Imkerei lernen. Die Kosten für das außergewöhnliche Projekte liegen bei 96.097 Euro, wobei durch eine Leader-Förderung der EU rund 47.000 Euro refinanziert wurden. Die Restkosten trägt der Imkerverein Bad Königshofen.

Durch eine Glaswand getrennt kann man gefahrlos das Leben der Bienen in der Wabe betrachten. Die Königin ist mit einem grünen Punkt gekennzeichnet.
Durch eine Glaswand getrennt kann man gefahrlos das Leben der Bienen in der Wabe betrachten. Die Königin ist mit einem grünen Punkt gekennzeichnet. // Hanns Friedrich

Das Projekt „Inklusiver Pavillon der Bienenkunde“ wird gefördert durch das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten und den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER). Zum Projekt gibt es auch eine Internetseite, die so gestaltet ist, dass sie einen erleichterten Zugang für Menschen mit Beeinträchtigungen gewährt. Sie findet man auf der Startseite des Imkervereins Bad Königshofen e.V. (grabfeldbiene.de).

Orientierungshilfen und Live-Übertragung

Der Pavillon bietet die Möglichkeit, die Welt der Bienen nicht nur zu sehen, sondern vor allem zu hören, zu erfühlen und zu riechen. Johannes Gräter: „Inklusion fängt eigentlich erst dort an, wo unterschiedliche Menschen miteinander etwas erleben und das soll der Pavillon sein, ein Ort für Menschen mit und ohne Beeinträchtigung.“ Im Innern ist ein Geländer, auf dem taktile Orientierungshilfen angebracht sind. Über einen Großbildschirm wird das Geschehen am Flugloch des Bienenstockes live übertragen.

Über eine Außenkamera wird das Einflugloch der Bienen auf dem großen Bildschirm im Innern des Pavillons übertragen.
Über eine Außenkamera wird das Einflugloch der Bienen auf dem großen Bildschirm im Innern des Pavillons übertragen. // Hanns Friedrich

Es gibt drei Reliefs, die von der Berliner Künstlerin Bärbel Rothaar mit dem Blindeninstitut entworfen wurden. Auf diesen Tafeln können blinde und sehbehinderte Menschen die Themen zur Honigbiene ertasten. Es gibt eine Hörstation, bei der wichtige Geräusche eines Bienenstocks von Professor Jürgen Tautz und weiteren Experten aufgenommen wurden.

Am großen Bildschirm zeigt Johannes Gräter seiner Tochter Martha, was draußen am Einflugloch gerade geschieht
Am großen Bildschirm zeigt Johannes Gräter seiner Tochter Martha, was draußen am Einflugloch gerade geschieht // Hanns Friedrich

Imker vor Ort werden vom Blindeninstitut Würzburg geschult, damit Führungen besser an die Bedürfnisse von Menschen mit Beeinträchtigungen angepasst werden können. Mit der Offenen Behindertenarbeit (OBA) Bad Neustadt und Maria Bildhausen arbeitet der Verein bereits seit vielen Jahren zusammen. Besuche beim Bienenzentrum sollen zu einem festen Angebot der OBA werden. Weiterhin strebt man den Ausbau von Freizeitangeboten im Bereich der Behindertenarbeit an. Auch Senioren können profitieren. Ansprechpartner ist Vereinsvorsitzender Gräter, Tel. 0178/ 3578366 (ab 15 Uhr), E-Mail: bildung@grabfeldbiene.de.

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