Aktuell geht es recht emsig zu im Kirchturm von Feuerthal. Denn im Sommer zieht hier die mit 1510 Tieren größte Kolonie an Großem Mausohr im Landkreis ihre Jungen auf. An den Sparren hängen die Mütter mit ihren Jungen und säugen diese.
Der Bund Naturschutz macht seit Jahrzehnten in den Dachböden von Diebach und Machtilshausen Führungen und die Teilnehmer sind fasziniert von der Lebensweise der Fledermäuse, den einzigen fliegenden Säugetieren, wie es in einer Pressemitteilung heißt.
Restbetrag fehlt noch
Wenn die Fledermäuse im Spätsommer die Aufzucht der Jungtiere beendet haben, sich in die Wälder zurückziehen und ihren Winterschlaf in Baumspalten, frostfreien Höhlen oder Kellern antreten, soll es dieses Jahr an die Renovierung des schiefergedeckten Daches des Kirchturmes gehen. Da hier noch ein Restbetrag fehlt, startet die Kreisgruppe des Bund Naturschutz Bad Kissingen in Bayern e.V. einen Spendenaufruf für die Fledermäuse.
Die Restaurierung des historischen Kirchenturms der St. Wendelin-Kirche in Feuerthal ist notwendig, denn zum Teil lösen sich schon die Schieferplatten und fallen herunter. „Die Situation ist nicht mehr tragbar, da dort regelmäßig Veranstaltungen stattfinden und sich die Bushaltestelle neben der Kirche befindet. Herabfallende Schieferplatten gefährden Passanten, weshalb das Dach des Kirchturms dringend saniert werden muss,“, so Kirchenpflegerin Ramona Schum. Sie ist dankbar, dass der BN die Baumaßnahme mit einem Spendenaufruf unterstützt.
Bauarbeiten müssen schnell gehen
Pläne zur Sanierung des Daches gibt es seit 2018, eine Herausforderung für die Kirchenstiftung ist neben der Finanzierung auch, dass die Baumaßnahmen in einem relativ kurzen Zeitraum von Oktober bis März durchgeführt werden müssen. Denn dann kommen die geschützten Tiere zurück und starten ihre Aufzucht im Turm.
Artenschutzfachlich wird das Projekt begleitet von der Koordinationsstelle für den Fledermausschutz in Nordbayern und den Naturschutzbehörden. Die Baumaßnahme ist nicht billig. Kirchenpflegerin Ramona Schum versucht nun mit Förderanträgen bei der Diözese, beim Denkmalschutz, Landratsamt, der Stadt Hammelburg sowie Stiftungen der Banken die Bausumme zusammenzubekommen. Der großer Teil wird von der Kirchenstiftung bezahlt, aber aktuell fehlen noch Förderzusagen und es droht trotzdem noch ein Fehlbetrag von 15.000 bis 20.000 Euro.
Wochenstube langfristig sichern
Damit die Baumaßnahme dieses Jahr noch starten kann und bis zum Frühjahr fertig ist, wenn die Fledermäuse wiederkommen, unterstützt nun der Bund Naturschutz mit einem Spendenaufruf die langfristige Sicherung der Feuerthaler Wochenstube des Großen Mausohrs.
„Jeder Euro hilft für den Erhalt des Lebensraums für die Fledermäuse,“ so Elisabeth Assmann von der BN-Geschäftsstelle, Kreisgruppenvorsitzender Alex Beck. Schon vor rund 20 Jahren hat der Bund Naturschutz in Feuerthal unter Regie von Ulf Zeidler und seinen HelferInnen tatkräftig mitgeholfen, um den Boden und das Gebälk vor dem Fledermauskot zu schützen. So wurden von Ehrenamtlichen Holzbretter verlegt und diese mit Planen abgedeckt, um die Holzkonstruktionen leichter vom Fledermauskot reinigen zu können. Der Kot ist auch ein guter Dünger für den Garten.
Hintergrund
- Spenden: Stichwort „Fledermaushilfe“, Konto der Kreisgruppe Bund Naturschutz Bad Kissingen: Sparkasse Bad Kissingen, DE02793510100000006643. Die Gelder werden direkt für die Sicherungsmaßnahme für die Fledermäuse in Feuerthal verwendet.
- Ökodünger: Kontakt BN Bad Kissingen bad-kissingen@bund-naturschutz.de, Tel. 09741-9383240 oder auch an Ramona Schum über kirchenstiftungfeuerthal@t-online.de.









