Klimaschutz scheint oft ein abstraktes Thema; doch in vielen Kommunen wird es mittlerweile konkret angegangen. So auch in Hammelburg: Seit 2022 laufen hier alle Fäden rund um Energieverbrauch und -versorgung bei Klimaschutzmanager Philipp Spitzner zusammen.
Seine Stelle war zunächst bis 2024 befristet und zu 75 Prozent vom Bundeswirtschaftsministerium und der Nationalen Klimaschutzinitiative gefördert. Die zweite Phase, die mit 40 Prozent unterstützt wird, hatte der Stadtrat bereits im September 2023 bestätigt. Außerdem wurde beschlossen, die Stelle in Zukunft – auch nach Auslaufen der Förderung im Jahr 2027 – dauerhaft in der Verwaltung zu etablieren. Doch: In der letzten Stadtratssitzung des Jahres 2025 sorgte der 35-Jährige mit einer Verkündung für traurige Gesichter. Ende Dezember verlässt Philipp Spitzner die Stadt.
Was Hammelburg durch Philipp Spitzner erreichen konnte
Ein Rückblick auf seine Zeit in Hammelburg: Seine Arbeit als Klimaschutzmanager begann im April 2022 - der 35-Jährige war somit knapp vier Jahre in der Verwaltung tätig. Angefangen mit der Erstellung des Klimaschutzkonzeptes wurde der Fokus später stark auf die Umsetzung von konkreten Projekten gelegt, weiß Spitzner. Hier wurden insbesondere Vorhaben im Bereich erneuerbarer Energien angestoßen und realisiert. „Zusammen konnte in dieser Zeit viel bewegt werden“, fasst er zusammen und wird anschließend konkreter.
In Gauaschach konnte beispielsweise das kommunale Flächenpooling Windenergie erfolgreich durchgeführt werden, zudem wurde in der Stadt der Kriterienkatalog für PV-Freiflächenanlagen erstellt. Insgesamt sind fünf Aufstellungsbeschlüsse für PV-Freiflächenanlagen gefasst und auf kommunalen Liegenschaften sechs PV-Anlagen errichtet worden. Außerdem wurde die kommunale Wärmeplanung frühzeitig abgeschlossen, es haben zahlreiche Veranstaltungen, Aktionen und Lesungen stattgefunden, eine kostenlose Energieberatung für die Bürgerinnen und Bürger wurde etabliert und ein weiteres Vorranggebiet für die Nutzung von Windenergie ist im Regionalplan aufgenommen.
Das steht beim Thema Klimaschutz noch an
„In den kommenden Monaten werden noch die ersten zwei Schnellladesäulen (150 Kilowatt) in Hammelburg errichtet. Es wird ein kommunales E-Carsharing gemeinsam mit den Stadtwerken eingerichtet, die LED-Umstellung der Saaletalhalle wird abgeschlossen sowie zwei kommunale Trinkwasserbrunnen aufgestellt“, teilt der Klimaschutzmanager mit. Ein weiteres, besonderes Highlight aus seiner Zeit in Hammelburg: die Gründung der BürgerEnergieGenossenschaft im Landkreis Bad Kissingen.
„Klimaschutz ist eine kontinuierliche Verpflichtung und ein sich immer weiterentwickelnder Aufgabenbereich.“ Handlungsbedarf sehe er in Hammelburg – trotz der zahlreichen positiven Ergebnisse – weiterhin in den Bereichen Sektorenkopplung, zukunftsfähiger Wärmeversorgung und Klimafolgenanpassung.
„Es ist vieles auf den Weg gebracht worden“
Wo es für den 35-Jährigen nun hingeht? Die gesammelte Erfahrung aus der kommunalen Arbeit möchte er ab Januar nutzen und gemeinsam mit der wpd onshore GmbH die Energiewende als Projektentwickler Windenergie voranbringen.
Komplett verabschieden muss sich die Stadt allerdings noch nicht: Um bestimmte, noch laufende Projekte abschließen zu können, bleibe er noch für wenige Stunden in der Woche erhalten. „Ich bedanke mich für die tolle Zusammenarbeit mit Bürgermeister Armin Warmuth, der Stadtverwaltung, dem Stadtrat sowie den zahlreichen engagierten Bürgerinnen und Bürger in und um Hammelburg“, sagt er zum Abschied.
„Es ist vieles auf den Weg gebracht worden“, fasst auch Bürgermeister Armin Warmuth in der Sitzung zusammen. Bürgerenergiegenossenschaft, Windkraft, Photovoltaik, LED-Umstellung und die Energieberatungen seien nur ein Bruchteil der Dinge, bedankt er sich zum Abschluss. „Klimaschutz hört nicht auf. Deshalb sind wir gerade dabei, uns Gedanken zu machen, wie wir das Thema nun neu aufstellen können“, sagt er. Über eine mögliche Nachbesetzung müsse noch entschieden werden.












