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Mönchsturm
Hammelburger Jungstorch fliegt zurück ins Nest
Mit einer Spritze tränkt Christian Fenn das erschöpfte Jungtier, das drei Tage lang rund um den Mönchsturm ohne Nahrung ausharrte.
Mit einer Spritze tränkt Christian Fenn das erschöpfte Jungtier, das drei Tage lang rund um den Mönchsturm ohne Nahrung ausharrte. // Martina Fenn
Hammelburg – Drei Tage nach dem unfreiwilligen Ausflug eines Storchs handelt Christian Fenn einfach. Mit einer Spritze gibt er dem Jungtier Wasser.

Die Rückkehr ins Nest war zunächst abwehrend, nach wenigen Sekunden war es aber wieder ruhiger auf dem Hammelburger Mönchsturm: Drei Tage nach seinem unfreiwilligen Ausflug ist einer der vier Jungstörche aus eigener Kraft wieder zurück ins Nest geflogen.

Video zeigt die Rückkehr ins Nest

Den entscheidenden Moment hat 3. Bürgermeister Christian Fenn mit seiner Storchencam gefilmt. Auf unser-hammelburg.de/storchennest ist der 38 Sekunden lange Ausschnitt aus dem Livestream zu sehen.

Drei Tage lang beobachtete Christian Fenn den Jungstorch, unter anderem harrte das Tier trotz großer Hitze auf dem Dach einer Scheune aus.
Drei Tage lang beobachtete Christian Fenn den Jungstorch, unter anderem harrte das Tier trotz großer Hitze auf dem Dach einer Scheune aus. // Ralf Ruppert

Der Jungstorch landet darin am Rand des Nestes, einer seiner Geschwister startet einen kurzen Abwehrversuch, allerdings hakt der Jungstorch einmal mit dem Schnabel zurück und die drei Geschwister im Nest geben Ruhe.

Störche üben das Fliegen

Im Fenns Livestream sind aktuell vier ziemlich große Jungstörche zu beobachten, die zwar eifrig Flugübungen machen, allerdings bislang alle im Nest bleiben.

„Da sind schon Flugversuche über dem Nest mit 20 bis 30 Sekunden Länge dabei, aber bisher hat sich noch keiner getraut, das Nest zu verlassen“, fasst Christian Fenn seine Beobachtungen und die Live-Bilder der Kamera im Dachstuhl des Rathauses zusammen.

Eltern versorgen den Nachwuchs noch

Die Jungstörche seien damit ein paar Tage später dran als erwartet. Auch die beiden Elterntiere würden ihren Nachwuchs bisher nicht aktiv zum Verlassen des Nestes auffordern oder einfach wegbleiben, um die Jungstörche zur Futtersuche zu zwingen.

Mit einer Spritze tränkt Christian Fenn das erschöpfte Jungtier, das drei Tage lang rund um den Mönchsturm ohne Nahrung ausharrte.
Mit einer Spritze tränkt Christian Fenn das erschöpfte Jungtier, das drei Tage lang rund um den Mönchsturm ohne Nahrung ausharrte. // Martina Fenn

„Aktuell bekommen die Jungstörche noch ihr Futter“, berichtet Fenn. Allerdings rechne er täglich damit, dass die Jungtiere nach und nach das Nest verlassen. Üblich sei, dass sie danach rund einen Monat lang immer wieder für die Übernachtungen zum Nest zurück kehren.

Genaue Ursache nicht geklärt

In der vergangenen Woche hatte ein Jungstorch für Aufregung gesorgt, der plötzlich am Fuß des Mönchsturms in einer öffentlichen Grünfläche stand. Wann und warum er das Nest verlassen hatte, war in den Aufzeichnungen der Storchencam nicht mehr nachzuvollziehen, weil sie nach zwölf Stunden gelöscht werden.

Christian Fenn vermutet aber, dass das Tier bei Flugversuchen und wegen des böigen Windes nicht wieder das Nest traf und deshalb auf dem Boden landete. Auch gestern war immer wieder zu erkennen, dass sich die Jungstörche zwischen den Flugversuchen und bei starkem Wind tief ins Nest kauerten.

Storch flog immer weiter

Die Stadt reagierte schnell und sperrte den Teil der öffentlichen Grünflächen, in dem sich der Jungstorch aufhielt. Bereits am nächsten Tag flatterte der Storch jedoch zunächst in den Pfarrgarten, saß dann bei brütender Hitze auf einem Scheunendach und flog schließlich in einen privaten Garten.

Das erschöpfte Jungtier
Das erschöpfte Jungtier // Martina Fenn

Der Eigentümer verständigte Christian Fenn. „Der Jungstorch war bei meiner Ankunft sehr still und bewegte sich kaum noch. Er wirkte dehydriert“, berichtet er.

Wasser und Futter verabreicht

Bereits in den Tagen zuvor hatte Fenn versucht, den Storch zu füttern und mit Wasser zu versorgen. Das Tier hatte jedoch nichts angenommen, auch die Eltern versorgten ihn nicht. Also verabreichte Fenn dem Storch mit einer Spritze Wasser. „Erst schluckte er nur, später schnappte er nach der Spritze, ähnlich wie nach den Schnäbeln der Altstörche.“

Sogar etwas Futter nahm er an. Mit Erfolg: Eine halbe Stunde, nachdem die Helfer den Jungstorch alleine gelassen hatten, konnten sie im Livestream beobachten, wie er ins Nest zurückkehrte.

Weitere Berichte zu den Störchen auf dem Mönchsturm:

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