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Gefördertes Bildungsprojekt
Naturgarten fördert Spezialisten und fasziniert Besucher
Naturgarten
Veronika Müller führt bei der BN-Veranstaltung Interessierte durch ihren Naturgarten, der steil hinter dem Haus liegt. // Elisabeth Assmann
Signet des Fränkischen Tags von Elisabeth Assmann
Hammelburg – Auch nach zweieinhalb Stunden Führung in ihrem Naturgarten in Fuchsstadt hatte Veronika Müller noch nicht alles erzählt, was es über ihre heimischen, insektenfreundlichen Pflanzen zu berichten gibt.

 Der Bund Naturschutz hatte im Rahmen seines Umweltbildungsprojektes „Nachtfaltergärten“ zu dieser Besichtigung eingeladen.

Die Besucherinnen und Besucher bekamen viele hilfreiche Tipps, wie man einen Garten in ein Paradies für heimische Pflanzen und Tiere umgestalten kann. Veronika Müller ist als Sprecherin der Regionalgruppe Unterfranken vom NaturGarten e.V. engagiert und zeigte, wie man mit kleinen Schritten mehr Artenvielfalt schaffen kann.

Keinen Torf einbringen

So ziehen Magerbeete viele verschiedene, spezialisierte Arten an. Wichtig ist ihr, keinen Torf einzubringen, denn das zerstört in der Torfgewinnung wertvolle Naturräume und ist auch überflüssig.

Ihr großer Garten liegt am Steilhang hinter dem Haus. Dieser musste unter großer Anstrengung abgesichert, invasive Neophyten entfernt und durch heimische Sträucher ersetzt werden. Dass der Garten teilweise steil ist und am Hang liegt, ist für Spezialisten unter Pflanzen und Insekten kein Nachteil. Gerade die große Abbruchkante ist ein wertvolles Biotop.

Müller steckte viel Herzblut und Planung in ihren Naturgarten und setzt ausschließlich auf heimische Wildformen. Dadurch kann man die Spezialisten unter den Insekten fördern und unterstützen. Ohne die passende heimische Pflanze würden diese aussterben. So empfiehlt sie in Zukunft als Ersatz für Lavendel, der in ihren ersten angelegten Beeten wächst, doch eher heimische Alternativen wie Natternkopf (Echium vulgare), Wiesensalbei (Salvia pratensis), Kartäuser-Nelke (Dianthus carthusianorum) und Pechnelke (Lychnis viscaria) zu pflanzen. Denn Lavendel bietet zwar für viele Insekten Nektar, hat aber für die Raupen keinen Mehrwert mehr.

In kürzester Zeit, seit Herbst 2024, hat Müller ihre großen Flächen in einen Naturgarten umgestaltet. Dafür wurde sie schon mit dem 1. Platz bei „Deutschland summt“ ausgezeichnet. So regt das Spaltenbeet Pflanzen wie Felsenfetthenne, Sonnenröschen und Frühlingsthymian an tiefer zu wurzeln. Diese können dann auch bei extremer Trockenheit überleben. Fugengrün, Gräser im Beet (für Raupen), ein Sumpffass, Trockensteinmauer inspirieren die Besucher.

Alle Pflanzen sind beschriftet. Fotos belegen, welche Insekten an den Pflanzen zu finden sind. Hier durfte Müller schon tolle Sichtungen in ihrem Garten erleben, Insekten, welche laut der Roten Liste Deutschland als „Stark gefährdet“ oder sogar einmal als „Vom Aussterben bedroht“ eingestuft sind. Die Führung mit Veronika Müller war für die Naturgarteninteressierten sehr inspirierend und motivierend. An einem Austausch mit Gleichgesinnten ist sie auch in Zukunft interessiert.

Stecklinge für Jedermann

Der Bund Naturschutz engagiert sich im Rahmen des vom Umweltministerium geförderten Bildungsprojektes „Nachtfaltergärten“ in Schulen, Kitas und über öffentliche Führungen für insektenfreundliche Grünflächen. Hier können von Jedermann auch Salweidenstecklinge, die im Frühjahr eine gute Blühweide für viele Insekten bietet, gegen Spende abgeholt werden. Rückfragen unter bad-kissingen@bund-naturschutz.de oder Tel. 0160/ 5062177 kontaktieren.

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