Seit zweieinhalb Jahren stehen auf der Rückseite des altehrwürdigen Kassenhäuschens am Kreuzberg-Parkplatz die zwei knallgrünen Parkautomaten. Sie erwarten tagein, tagaus die vielen Menschen, die zum Wandern, zum Kirchgang oder vielleicht auch zum Genuss des Klosterbiers den heiligen Berg der Franken mit dem Auto aufsuchen. 2024 waren es laut dem Landratsamt, dessen Kommunalunternehmen den Parkplatz betreibt, etwa 90.000 Parkvorgänge, die registriert wurden.
Das Parksystem ist seit dem Januar 2023 automatisiert. Eine Schranke wird nicht mehr benötigt, da eine Kamera das Kennzeichen erfasst und dadurch die Parkdauer ermittelt wird. „Das System setzt sich vielerorts durch“, erklärt ein Sprecher des Landratsamtes. Je angefangener halber Stunde werden am Kreuzberg aktuell 50 Cent fällig. Der Tageshöchstsatz variiert je nach Fahrzeugtyp, bei einem Pkw beträgt er drei Euro.
Doch welche Auswirkungen hatte die Umstellung auf das neue System? Als Gründe wurden damals vom Kommunalunternehmen (KU) des Landkreises wirtschaftliche Aspekte genannt. Drastische Preiserhöhungen sollten vermieden werden. Inzwischen sei der Betrieb wieder rentabler, so das KU über die Umstellung. Immer noch kostenintensiv sind die Schneeräumung und die Maßnahmen gegen Glatteisbildung.
Schnelle Reaktion auf Kinderkrankheiten
Das moderne, voll automatisierte System hatte zunächst mit Startschwierigkeiten zu kämpfen und wurde in den sozialen Medien kritisiert. Dunkelheit und schlechte Sicht, zum Beispiel durch Nebel, brachten die Leistungsfähigkeit der Kamera an ihre Grenzen. Das KU hat schnell reagiert und die Kamera noch in den ersten Tagen um einen Infrarot-Scanner ergänzt.
Am System selbst änderte sich seitdem grundlegend nichts mehr. Man passte aber noch Faktoren wie den Kamera-Radius oder die Erfassung von verschiedenen Fahrzeug-Typen an.
Positiver Eindruck vor Ort
In der Anfangszeit tauchten in den Internet-Bewertungen hin und wieder Bilder auf, die 15 bis 20 Meter lange Schlangen vor den beiden Automaten zeigten. Nach Angaben des Landratsamtes sind solche Vorkommnisse allerdings nur Einzelfälle. Wegen der Zuverlässigkeit sind keine Beanstandungen bekannt und abgesehen von einer üblichen Eingewöhnungszeit soll der Bezahlvorgang auch nicht zu komplex gewesen sein.
Betrachtet man die Situation vor Ort, zeichnet sich ein überwiegend positives Bild ab, jedoch mit Abstrichen in der B-Note. „Das System ist nicht wirklich intuitiv, aber mit der Anleitung geht es dann doch. Es war uns aber zunächst nicht klar, ob wir zum Bezahlen die App brauchen oder nicht“, lautet das Urteil eines Ehepaares aus der Gegend um Hanau. Sie machten einen Tagesausflug auf den Kreuzberg.
Eine Gruppe älterer Wanderer konnte ihre Parkgebühr ebenfalls ohne größere Schwierigkeiten begleichen. „Wir brauchen zwar halt doch ein bisschen länger, aber zum Glück ist heute nicht viel los.“
Wenig Fälle von Nachverfolgung nötig
Die meisten Parkenden würden direkt vor Ort bar oder mit Karte zahlen, sagt ein Sprecher des Landratsamtes. Die Parkster-App, die viele erst speziell für diesen Anlass herunterladen müssten, wird weniger genutzt. Wer mit dem Gedanken spielt, ohne zu zahlen das Weite zu suchen, sollte sich über die Konsequenzen bewusst sein: 50 Euro Vertragsstrafe werden in diesem Fall fällig.
„Circa 0,5 bis 0,8 Prozent aller Parkvorgänge erhalten eine Nachforderung. Das ist für eine Tourismusfläche ein unterdurchschnittlicher Wert“, heißt es in einer Stellungnahme des Landratsamtes. „Eine Vielzahl der Fälle kann im Nachgang aufgeklärt werden. Oftmals handelt es sich um eine Falscheingabe des Kennzeichens. Bei Aufklärung werden diese Fälle im Nachgang natürlich storniert.“
Mit grundlegenden Änderungen des Systems ist mittelfristig nicht zu rechnen, erklärt ein Sprecher des Landratsamtes. Für 2026 sind auf dem Parkplatz-Areal allerdings Sanierungsarbeiten angedacht.











