Sissy Martin hat zwei kleine Kinder. Die bringt sie regelmäßig morgens in den Kindergarten St. Anna in Schondra und holt sie mittags wieder ab. Dabei sind ihr Missstände aufgefallen. Nun bittet sie den Gemeinderat um Lösungen.
Konkret geht es um Eltern und Großeltern, die wochentags zwischen 7:30 und 9 Uhr ihren Nachwuchs zu Schule oder Kindertagesstätte in Schondra bringen und wieder abholen, aber auch um Nutzer der benachbarten Arztpraxis.
Kinder müssen auf Straße ausweichen
Einige, nicht alle, würden besonders während der Stoßzeiten ganz oder teilweise auf dem Fußweg entlang der Schulstraße parken, hat Sissy Martin beobachtet. Das zwinge die Kinder - gerade wenn der Gehsteig komplett zugestellt sei - auf die Straße auszuweichen - was gefährlich sei.
Sie selbst führe ihre Kleinen immer an der Hand; aber viele Kinder seien allein unterwegs. Auf der Schulstraße werde öfters schnell gefahren. Auch der Abstand zur Kreuzung mit der schmalen Straße über die Schondra werde oft nicht eingehalten.
Rund um Grundschule und Kindergarten gibt es eigentlich genügend Parkplätze: am Rathaus, in den Parkbuchten gegenüber der Kita und schließlich am Festplatz. Doch erstere sind bei hohem Verkehrsaufkommen schnell belegt. Und vom Festplatz sind es ein paar Meter zum Laufen.
Sissy Martin geht es "um die Sicherheit"
Sissy Martin will niemanden konkret anprangern. Wie immer handele es sich um eine Handvoll Autofahrer, die sich nicht an die Regeln halten, sagt sie. "Aber es geht um die Sicherheit der Kinder." Deswegen habe sie das Thema in den Schondraer Gemeinderat eingebracht.
Dort wurde rege diskutiert. Bürgermeister Bernold Martin (CSU/CBB) verwies auf die Geschwindigkeitsmesstafel. Demnach würden in der Schulstraße im Schnitt 33 Kilometer pro Stunde gefahren. Die Polizei empfehle, dort Tempo 30 und ein absolutes Halteverbot einzuführen.
Damit war die Diskussion nicht beendet. Sebastian Knüttel (CSU/CBB) befürwortete zwar eine Tempo-30-Zone, "Wir brauchen sie aber nicht rund um die Uhr."
Frage nach Überwachung der Verbote
Christopher Jörg (CSU/CBB) fragte sich, wer das Ganze überwachen soll. Direkt an der Kreuzung zu parken, sei e nicht erlaubt. Tobias Fritzmann (Aktive Bürger Schondra) stellte in den Raum, was das totale Halteverbot bringen soll. "Es ist jetzt schon nicht erlaubt, sich auf den Gehsteig zu stellen."
Metz vermisst konkrete Lösungsvorschläge
Jürgen Metz (FWG Singenrain) vermisste konkrete Lösungsvorschläge der Verwaltung. "Was sollen wir beschließen?" Bernold Martins Antwort: Die Empfehlung der Polizei sei der Vorschlag: also Tempo 30 und absolutes Halteverbot.
Die Polizei äußere sich nicht zu Kontrollen, ergänzte er auf Nachfrage aus dem Gemeinderat. Man müsse den zuständigen Kontaktbeamten Bescheid sage, dass sie eine Streife schicken. Dies habe er am Bad Brückenauer Schulzentrum auch schon so beobachtet.
Neuland: Bürgermeister soll Brief an Polizei schreiben
Alexandra Neuland (FWG Schönderling), selbst Polizeibeamtin bei der Inspektion Bad Kissingen, widersprach dem. Besser sei es, der Bürgermeister verfasse einen Brief an die Polizei mit der Bitte um regelmäßige Kontrollen in der Schulstraße. Wenn man die Beamten spontan anrufe, seien die Autos weg, wenn die Streife eintreffe. Ihren Vorschlag formulierte Neuland auch als Antrag.
Roman Jörg (CSU/CBB) regte noch an, den Machern des Malkellers im Rathaus zu sagen, dass sie die vorhandenen Parkplätze zu den Hol- und Bringzeiten der Kinder nicht belegen sollten. Allgemein wurden im Gemeinderat die Hobbykünstler aber nicht als das Problem angesehen.
Maßnahmen gelten zunächst halbes Jahr
Letztlich wurde durchgängig Tempo 30 für ein halbes Jahr beschlossen. Zudem sollen verstärkte Kontrollen durch die Polizeiinspektion Bad Brückenau schriftlich beantragt werden.
Initiatorin setzt auf abschreckende Wirkung von Strafzetteln
Sissy Martin äußerte sich nach der Sitzung, die sie selbst als Besucherin verfolgte, zufrieden. "Die Diskussion über das Thema war wichtig." Wie einige Gemeinderäte hofft sie, dass sich die Strafzettel, die die Polizei vielleicht bald an die Parksünder verteilt, sich unter den Autofahrern herumsprechen.












