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Verkehr
Tempolimit bei Trimberg bleibt
Die Ergebnisse der Geschwindigkeitsmessungen unterhalb der Trimburg werden nicht veröffentlicht.
Die Ergebnisse der Geschwindigkeitsmessungen unterhalb der Trimburg werden nicht veröffentlicht. // Ralf Ruppert/Archiv
Im November ist an zwei Stellen entlang der B 287 Zahl, Art und Geschwindigkeit der Fahrzeuge gemessen worden.
Im November ist an zwei Stellen entlang der B 287 Zahl, Art und Geschwindigkeit der Fahrzeuge gemessen worden. // Grafik: Dagmar Klumb / Quelle: Ralf Ruppert
Trimberg – Das Landratsamt bekräftigt, dass 70 Kilometer pro Stunde als Höchstgeschwindigkeit ausreichen. Ortssprecher und Bürgermeister sind enttäuscht.

Viele Autofahrer freut’s, für die meisten Trimberger bleibt es ein Ärgernis: Während auf Höhe von Euerdorf und der Autobahnauffahrt Hammelburg nur Tempo 60 erlaubt ist, wurde das Tempolimit auf Höhe Trimberg im April 2022 von 60 auf 70 hochgesetzt.

„Harmonisierung“ lautete damals die Begründung des Landratsamtes Bad Kissingen: Statt 60- und 80-Schildern soll es an Bundesstraßen einheitlich mehr 70-Schilder geben. An den Einfahrten Fuchsstadt und Hammelburg wurde deshalb die Höchstgeschwindigkeit von 80 auf 70 Kilometer pro Stunde reduziert, nur bei Trimberg ging es nach oben.

„Für Fußgänger gefährlicher als früher“

„Für die Trimberger Fußgänger ist es gefährlicher als früher“, kritisiert der Trimberger Ortssprecher Günter Betzen. Er kämpft seit zehn Monaten gegen die Änderung. Auch Bürgermeister Johannes Krumm (FWG/SPD) ist enttäuscht: „Ich hätte mir gewünscht, dass sich das Landratsamt wenigstens auf einen Kompromiss einlässt“, fasst er seine Gespräche zusammen.

Früher habe es einen Geschwindigkeitstrichter gegeben: Tempo 80 auf der Kuppe, dann Tempo 60. Leider sei das 70-Schild anstelle des 60-Schildes an der Gefällstrecke angebracht worden. „Die Lkw fahren voll in den Hang rein und bremsen dann erst“, weist Krumm auch auf die Lärmbelastung der Anlieger hin.

Nach Beschwerden von Bürgern und Gemeinde hatte das Staatliche Bauamt Schweinfurt im November eine Woche lang in beide Richtungen Höhe Trimberg verdeckt den Verkehr gemessen. Die Ergebnisse werden auf Nachfrage der Redaktion nicht veröffentlicht, das Landratsamt fasst aber zusammen: „Die überwiegende Zahl der Verkehrsteilnehmer hält sich an die zulässige Höchstgeschwindigkeit von 70 km/h.“

Nur wenige Überschreitungen

Mehr als 85 Prozent aller Fahrzeuge würden langsamer fahren. Beim östlichen Messpunkt am Fußweg zum Friedhof sei betrachtet worden, ob die Bremswege im Verhältnis zu den Sichtweiten ausreichen, um querende Fußgänger nicht zu gefährden.

An den Mess-Tagen passierten 23.500 bis 24.000 Fahrzeuge die Mess-Stellen. Insgesamt 195 Autofahrer waren schneller als 90 km/h, davon 49 zwischen 22 und 6 Uhr und 66 zwischen 18 und 22 Uhr.

Das Landratsamt schließt daraus, „dass während der üblichen Besuchszeiten eines Friedhofes (bei großzügiger Betrachtungsweise der Zeitraum zwischen 6-18 Uhr) in sieben Tagen 80 von 195 Fahrer deutlich zu schnell waren“.   Rund 70 Prozent der zu schnellen Fahrer kamen aus Fahrtrichtung Euerdorf. „Aus dieser Richtung ist der Überweg sehr gut einsehbar und damit weniger kritisch.“

Bilanz des Landratsamtes: „Das Unfallverhalten ist weiterhin unauffällig.“ Deshalb sieht die Behörde auch „keinen Raum für eine weitergehende Geschwindigkeitsbeschränkung auf 60 km/h“. Das sei so mit dem Staatlichen Bauamt Schweinfurt, der Polizeiinspektion Bad Kissingen, der Regierung von Unterfranken und dem Polizeipräsidium Unterfranken abgestimmt.

Nur noch Klage oder Petition möglich

Ortssprecher Günter Betzen hat sogar Innenstaatssekretär Sandro Kirchner (CSU) angeschrieben. Allerdings kam auch von dort die Aussage, dass die Erhöhung des Tempolimits auf 70 Kilometer pro Stunde rechtens sei. Neben den bekannten Argumenten sei auch auf die renovierte Treppe zur Kirche nahe der Brücke verwiesen worden.

„Die ist jetzt nach 30 Jahren endlich wieder gut begehbar“, bestätigt der Ortssprecher zwar, aber: „Von der Hugo-von-Trimberg-Straße sind das zwei Kilometer Umweg.“ Den würden gerade ältere Menschen mit Grabschmuck in der Hand nicht nutzen.

Die Ergebnisse der Geschwindigkeitsmessung kennt auch Betzen nicht, aus seiner Sicht hätten die Messgeräte sowieso an der falschen Stelle gestanden. Er hätte sich eine Messung direkt an der unübersichtlichen Einfahrt zu Friedhof und Kirche gewünscht, weil Fahrzeuge dort wieder beschleunigen.

Laut Landratsamt bleibt als einziges Rechtsmittel eine Anfechtungsklage: Die Frist dafür laufe ein Jahr nach dem Aufstellen der Schilder aus, also Ende April. Betzen überlegt noch, ob er den juristischen Weg gehen soll, aber: „Ich befürchte, dass sich der Aufwand nicht lohnt.“ Stattdessen könne er sich höchstens noch eine Petition an den Bayerischen Landtag vorstellen.

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