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Wie rollt künftig der Verkehr in Münnerstadt?
Bei der Einfahrt zur Stadt stehen mehrere Verkehrszeichen. Rechts vor links gilt ohnehin immer, wenn es die Regelung nicht durch ein Verkehrszeichen oder durch bauliche Gegebenheiten aufgehoben wird.
Bei der Einfahrt zur Stadt stehen mehrere Verkehrszeichen. Rechts vor links gilt ohnehin immer, wenn es die Regelung nicht durch ein Verkehrszeichen oder durch bauliche Gegebenheiten aufgehoben wird. // Thomas Malz
Münnerstadt – Mit der Sanierung der Kapellengasse soll es versuchsweise eine Einbahnstraßenregelung geben. Das wirft wieder Fragen nach einem gesamten Verkehrskonzept auf.

Es war unter anderem ein Wunsch der Anwohner, und der Stadtrat hat dem entsprochen. Mit dem Ausbau der arg in Mitleidenschaft gezogenen Kapellengasse soll dort der Verkehr nur noch einseitig von der Veit-Stoß-Straße in Richtung Anger rollen. In umgekehrter Richtung müssen die Autofahrer dann die Salzgasse nutzen, die ebenfalls nicht gerade in einem guten Zustand ist. Dort ist die Einfahrt vom Marktplatz her bereits seit vielen Jahren nicht erlaubt, es handelt sich also – sieht man einmal von den Anwohnern ab, – um eine Einbahnstraße.

An der Einfahrt der Salzgasse zum Marktplatz gilt nicht die Regelung rechts vor links, wie es beispielsweise derzeit noch in der Kappengasse der Fall ist, die vor etlichen Jahren ja auch schon einmal Einbahnstraße war. Genau deshalb hat es bereits vor exakt 25 Jahren eine Verkehrsschau gegeben. Einige Probleme, die damals erkannt wurden, sind bis heute geblieben.

Rechts vor links

Was damals schon klar war: „Für den Durchgangsverkehr in Münnerstadt ist es nicht immer leicht erkennbar, dass ab der Einfahrt in die Stadt beim Oberen Tor neben einer 30 Stundenkilometer Geschwindigkeitsbegrenzung auch die Vorfahrtsregelung rechts vor links gilt. Denn: „kommt man an eine aufgepflasterte Straßeneinfahrt oder einem ebensolchen Grundstück vorbei, ist die Rechts-vor-links-Regelung aufgehoben“, stand damals in der Zeitung.

Bei der Verkehrsschau 1998 kamen die Teilnehmer zu dem Schluss, dass die Zone des verkehrsberuhigten Geschäftsbereichs eigentlich zu groß ist. Denn wer in die Stadt am Oberen Tor einfährt, wisse vielleicht noch an der Kapellengasse, dass rechts vor links gilt, an der Deutschherrnstraße sei dies längst vergessen, hieß es damals.

Keine Unfälle

1998 sahen sich die Verkehrsexperten auch die Einmündung der Salzgasse in den Marktplatz an, an der es keinerlei Unfälle gab. Unkundige Autofahrer waren damals wie auch heute unsicher, wie es sich dort mit der Vorfahrtsregelung verhält. Die Folge: Es wird vorsichtig gefahren, weshalb es auch keine Unfälle gab. Das Fazit damals: Die Regelung an der Salzgasse kann man belassen. Und so ist es auch noch heute. Auch die Einfahrten Streitgasse, Sternachsgasse, Kirchgasse, Schwesterngasse und Spießhofgasse sind aus verschiedenen Gründen nicht von der Rechts-vor-links-Regelung betroffen.

Mit der Ausweisung der Kapellengasse als Einbahnstraße würde die Rechts-vor-links-Regelung auch dort entfallen, weil niemand mehr von der Gasse auf die Veit-Stoß-Straße abbiegen sollte. Und damit würde sich ein Problem, das schon vor 25 Jahren erkannt wurde, verschärfen. Denn wer vom Oberen Tor durch die Stadt fährt, müsste zum ersten Mal in der Deutschherrnstraße Vorfahrt beachten, also ein einziges Mal und dann ist man eigentlich schon fast am Ende der Stadt.

Wie wird die Durchfahrtsstraße?

Spätestens wenn die Veit-Stoß-Straße mit Marktplatz und Riemenschneiderstraße – also die komplette Durchfahrtsstraße – hergerichtet wird, werden sich Planer und letztendlich der Stadtrat Gedanken über die Verkehrsreglung machen müssen. Dann werden auch die Parkplätze ein Thema sein. Eine Idee ist, auch die Durchfahrtsstraße oder Teile davon vom Oberen Tor aus als Einbahnstraße auszuweisen. Das würde das schräge Parken ermöglichen, wie es beispielsweise in der Von-Hessing-Straße in Bad Kissingen der Fall ist.

Bis tatsächlich eine für möglichst viele Seiten zufriedenstellende Lösung gefunden ist, wird es wohl noch eine Weile dauern. In der Bedarfsmitteilung für die Städtebaufördermittel sind im nächsten Jahr immerhin 120 000 Euro für einen Realisierungswettbewerb der Durchgangsstraße einschließlich Vorfeld Oberes Tor vorgesehen. Ob das dann wirklich kommt, muss abgewartet werden.

Parkplatz wird saniert

Manche Dinge brauchen halt Zeit, nicht zuletzt, weil Münnerstadt nicht gerade mit Reichtümern gesegnet ist. So haben sich die Teilnehmer der Verkehrsschau vor 25 Jahren auch den Bereich des Parkplatzes Lache angesehen, wo der Verkehr durch das damals neue Seniorenzentrum zugenommen hatte. Sie kamen zu dem Schluss, dass sich die Stadt mit der Befestigung des Parkplatzes auseinandersetzen muss. Nun, 25 Jahre später, soll das tatsächlich geschehen.

 

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