Der Zusammenschluss der Kreishandwerkerschaften Bad Kissingen und Rhön-Grabfeld ist die erste derartige Fusion im Bereich der Handwerkskammer Unterfranken. Diese Entscheidung nannte der Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Unterfranken, Ludwig Paul, „etwas Besonderes, die von Weitblick und Mut zeugt, um die Zukunft im Handwerk zu sichern.“
Glückwünsche überbrachte er, auch im Namen des Handwerkskammerpräsidenten Michael Bissert, an die neue Kreishandwerksmeisterin Ulrike Lochner-Erhard (Bad Kissingen), sowie ihren Stellvertreter Klaus Engelmann (Rhön-Grabfeld). Die neue Kreishandwerkerschaft nennt sich „RhönSaale“ und wurde am 15. Juli in der alten Schule in Reichenbach gewählt.
Ein gutes Team
Kreishandwerksmeisterin Ulrike Lochner-Erhard, sagte in ihrer kurzen Begrüßung bei der Gründungsfeier im Gasthaus Kellermann in Strahlungen, dass die Fusion der richtige Schritt in die Zukunft beider Kreishandwerkerschaften war. Mit ihrem Stellvertretender Klaus Engelmann, Obermeister der Metallinnung Rhön-Grabfeld, könne man nun mit neuer Kraft in die Zukunft des Handwerks beider Landkreise gehen.
Ludwig Paul, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Unterfranken, erwähnte in seiner Rede die starke Verwurzelung der beiden Kreishandwerkerschaften.
Die Fusion sei nicht zwangsläufig notwendig gewesen, aber man habe erkannt, dass die Stärke in der Gemeinsamkeit liegt. Mit Kreishandwerksmeisterin Ulrike Lochner-Erhard und ihrem Stellvertreter Klaus Engelmann, habe man ein gutes Team, um nach der formellen Fusion nun durchstarten können.
Das RhönSaale Modell nannte er beispielgebend für andere Handwerkerschaften. Der Hauptgeschäftsführer sicherte der neuen Kreishandwerkerschaft Rhön-Saale die volle Unterstützung der unterfränkischen Handwerkskammer zu.
Mit dem Abschied von Kreishandwerksmeister Bruno Werner gehe eine Ära zu Ende, sagte stellvertretender Kreishandwerksmeister Klaus Engelmann. Fast zwei Jahrzehnte habe er das Handwerk im Landkreis Rhön-Grabfeld geprägt. Er war Ansprechpartner, Vermittler, Impulsgeber und auch im politischen Bereich eine Persönlichkeit. „Ihm lagen die Handwerksbetriebe sowie die Beschäftigten am Herzen.“
Bruno Werner legte 1979 die Meisterprüfung im Schreinerhandwerk ab, gründete im gleichen Jahr eine Schreinerei mit einem Mitarbeiter und übernahm 1988 das Amt des Schriftführers in der Schreinerinnung Rhön-Grabfeld. 1991 wurde er stellvertretender Obermeister, 1992 Obermeister. Damit gehörte er zum Vorstand der Kreishandwerkerschaft Rhön-Grabfeld. Als Ende 2006 der amtierende Kreishandwerksmeister Hugo Neugebauer zum Präsidenten der Handwerkskammer für Unterfranken gewählt wurde, entschied sich die Kreishandwerkerschaft 2007 für Bruno Werner als dessen Nachfolger.
Lebende Werkstätten
Er und sein Vorstand hätten viele Maßnahmen entwickelt, um junge Leute für das Handwerk zu begeistern. Dazu gehörte nicht nur entsprechendes Werbematerial, sondern unter anderem „lebende Werkstätten“ oder ein Fahrzeug, das mit 45 km/h, von Lehrlingen ab 16 Jahren mit einem Moped-Führerschein gefahren werden durfte. Damit konnten diejenigen, in deren Orten es eine schlechte Busverbindung gab, zu ihren Arbeitsstellen fahren.
Wichtig seien Bruno Werner die jährlichen Handwerkertreffen am Kreuzberg oder Ausstellungen von Gesellenstücken gewesen. Für diesen unermüdlichen Einsatz dankte der stellvertretender Kreishandwerksmeister. Die Fusion nannte er ein Zeichen für Übergänge, Wandel und die Gestaltung von Neuem.
Stets ein offenes Ohr
Mit Ulrike Lochner-Erhard habe man eine würdige Nachfolgerin gefunden, um in eine sichere Zukunft im Handwerk zu gehen. Sie engagiere sich seit vielen Jahren für das Handwerk, wurde 2016 stellvertretende Kreishandwerksmeisterin und übernahm 2018 den Vorsitz.
Weitblick und immer ein offenes Ohr für das Handwerk zeichne sie aus. Dass sie nun zur Kreishandwerksmeisterin RhönSaale gewählt wurde, sei ein Zeichen des Vertrauens und der Wertschätzung der gezeigten und zukünftigen Arbeit.
Verlässlichkeit, Leidenschaft und Herzblut für das Handwerk seien ihr wichtig. Dazu wünsche man ihr alles Gute.
Zur Person
Ulrike Lochner-Erhard, die neue Kreishandwerksmeisterin, ist Geschäftsführerin der Firma Lochner Baudekoration. Vor allen die Nachwuchsgewinnung und Nachwuchsförderung liegt ihr am Herzen. Es gelte das Handwerk zu präsentieren, im Gespräch zu bleiben und sich auch politisch einzubringen. Nur so könne man etwas für das Handwerk und seine Betriebe bewegen.









