Matthias Hauke, Bürgermeister der Marktgemeinde Zeitlofs, freut sich: „Nach sechs Jahren Planung, zwischen Bangen und Hoffen wegen der staatlichen Förderung, geht es jetzt endlich los.“ Gemeint ist der Gleispark Rupboden, das zu einem Vorzeigeprojekt am Rhönexpress-Radweg werden soll. Die Eröffnung des fertigen Gleisparkes soll spätestens zu Beginn der nächsten Radsaison im kommenden Jahr geschehen, so der Bürgermeister.
„Zum Beginn meiner Amtszeit im Frühjahr 2020 hätte ich nicht gedacht, dass es so lange dauern wird“, gibt der Bürgermeister zu. Bereits unter Haukes Vorgänger Wilhelm Friedrich nahm das Projekt Fahrt auf. Im Rahmen des Förderprogrammes „Einfache Dorferneuerung“ bestätigte das Amt damals die Idee als grundsätzlich förderfähig.
Bahnhof Rupboden bisher schon viel passiert
Im Spätjahr 2020 erhielt das Landschaftsarchitekturbüro Toponeo aus Burgsinn den Auftrag einer Grundkonzeption für das Bahnhofsareal in Rupboden. Ende des Jahres kaufte die Gemeinde einen Schienenbus des Mainschleifenbahn zur Restaurierung als zukünftigen Aufenthaltsort am Bahnhof in Rupboden.
Aktive Bürgerinnen und Bürger aus Rupboden brachten in Bürgerworkshops ihre Ideen für das Areal ein. „Es war immer ein lebendiges Projekt“, sagt Hauke.
Dann habe sich die Weltlage so stark verändert, dass das Projekt ins Stocken geriet. Die Haushaltssperre vom Bund wirkte sich dann negativ auf die Förderung aus. Das war im November 2023. „Wir hingen zu der Zeit völlig in der Luft, wie oder ob es weitergehen würde“, erinnert sich Hauke.
Privatspende in Höhe von 13.000 Euro
Doch auch diese Hürde überwand das Projekt und mit der Unterstützung des Amtes für Ländliche Entwicklung kam im Mai 2024 dann schließlich die Förderzusage in Höhe von einer halben Millionen Euro. „Dass es letztendlich doch die Zusage vom Amt für ländliche Entwicklung gab, das ist nicht selbstverständlich“, weiß Hauke heute.
Hinzu kämen mittlerweile bereits umgesetzte Projekte über das Regionalbudget wie der Fitnessparcours, und eine Privatspende in Höhe von 13.000 Euro. Hierfür kaufte die Gemeinde einen Imbisscontainer, der seit zwei Jahren – zumindest an den Wochenenden – durch Verpachtung für eine Bewirtung am Radweg sorgt. Über den Blühpakt Bayern gab es zusätzlich eine Förderung für angelegte Blühflächen.
Leuchtturmprojekt für die Region
Insgesamt komme es hier zu einer Investitionssumme von insgesamt etwa einer Million Euro. Die Höhe der Förderung vom Amt für Ländliche Entwicklung liegt bei 500.000 Euro.
Für die Gemeinde bleibe ein Eigenanteil von etwa 480.000 Euro. In Zeiten von hohen Investitionen in die Wasserversorgung (in Höhe von neun Millionen Euro) und der Planung eines neuen Kindergartens (in Höhe von etwa sieben Millionen Euro) ist das für die Gemeinde „trotz Sparmodus eine große Summe, die für ein Leuchtturmprojekt, das über die regionalen Grenzen hinausstrahlt, ausgegeben wird.“
Auch wenn das Projekt in der Öffentlichkeit nicht immer befürwortet worden sei, so ist sich der Bürgermeister sicher: „Das hier bringt uns und die Gemeinde weiter.“ Am Rhönexpress-Radweg werde es vermutlich für eine längere Zeit das einzige Bahnhofsprojekt der anliegenden Gemeinden bleiben, das aus einer Brachfläche eine neue Nutzung gestaltet.
Einmalig in Unterfranken
Der harte Weg und die Beharrlichkeit der Rupbodener Ehrenamtlichen hätten sich ausgezahlt. Mit Baubeginn übergibt auch Sebastian Schneider vom Büro Toponeo den „Reiseplan“ an Bauunternehmer Theo Hahn aus der Gemeinde Zeitlofs, der erst im Juni den Zuschlag für den Ausbau des Gleisparkes von der Gemeinde erhielt. „Wir freuen uns sehr, dass eine Firma aus der Gemeinde das Projekt nun umsetzt“, so der Bürgermeister.
Amtsleiter Jürgen Eisentraut würdigt das Projekt in Rupboden: „Es ist einmalig im unterfränkischen ländlichen Raum.“ Auch sei der zukünftige Gleispark genau das, „was wir vom Amt für ländliche Entwicklung wollen“.
Was wird gemacht?
Der Bahnhof Rupboden wird zu einem Treffpunkt für Einwohner und Radtouristen umgestaltet. Der mittlerweile wieder hergerichtet Schienenbus dient als Museum, das die Geschichte der stillgelegten Sinntalbahn erzählt.
Auf den Schienen entstehen zusätzlich bewegliche Sonnendecks. Neben dem Gastrocontainer entstehen Sitzmöglichkeiten mit Sonnenschirmen, eine E-Bike-Ladestation, Fahrradstellplätze, eine Tischtennisplatte, Picknickterassen. Es werden Wohnmobilstellplätze erstellt. Zukünftig soll Blühflächen, Bäume und einen WC-Container geben.
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