Das Weingut Neder in Ramsthal feiert am Freitag, 19. Dezember 2025, sein 50-jähriges Betriebsjubiläum. Die Wurzeln des Betriebs reichen in die Zeit zurück, als Eugen Neder – wie viele Familien im Ort – einige kleinere Weinbergsflächen besaß. Gemeinsam mit seiner Frau Martha bewirtschaftete er etwas mehr als einen halben Hektar, baute den Wein selbst aus und verkaufte ihn in geringem Umfang.
Vor der Flurbereinigung 1980/81 erwarb Neder weitere Flächen im Bereich Altenberg/Siebenberg. Der gelernte Büttner, der in der Schweinfurter Industrie arbeitete, verfolgte die Idee ein Weingut aufzubauen. Sein Sohn Ewald – eines von vier Kindern – begann 1975 im Alter von 15 Jahren eine Winzerausbildung in Sommerhausen.
Erst Ausbildung, dann zunehmend Verantwortung
Für die Herstellung und Vermarktung von Qualitätswein war eine Betriebsnummer der Regierung von Unterfranken erforderlich. Dem Antrag von Neder wurde mit Schreiben vom 19. Dezember 1975 stattgegeben – der offizielle Startpunkt einer beeindruckenden Entwicklung. Nach Abschluss seiner Ausbildung übernahm Ewald Neder zunehmend Verantwortung im Weinberg.
Mit Beginn der Flurbereinigung war die bewirtschaftete Fläche bereits auf 4,5 Hektar angewachsen. Nach seiner Bundeswehrzeit arbeitete er Teilzeit in einem Weingut in Schweinfurt und führte zugleich den elterlichen Betrieb weiter. 1987 legte er erfolgreich die Meisterprüfung als Winzer ab.
Weitsichtige Entscheidung
1981 wurden im Rahmen der Weinberg-Flurbereinigung die Neuanpflanzungen vorgenommen, und 1983 konnte dort die erste Ernte eingefahren werden. Ewald Neder übernahm den Betrieb von seinem Vater. Gegen die damaligen Empfehlungen der Fachbehörden pflanzte er schon früh Grauen Burgunder – eine Sorte, die bislang in Ramsthal nicht vertreten war. Aus heutiger Sicht war dies eine weitsichtige, klimatisch passende Entscheidung. Der Wein aus diesem bis heute bewirtschafteten Weinberg wird aktuell als „Grauburgunder – Alte Reben“ angeboten.
Seit 1983 wird Ewald Neder von seiner Frau Helga unterstützt – sowohl im Weinberg als auch in Vermarktung und Verwaltung. Der wachsende Betrieb war über mehrere Standorte im Ort verteilt, was die Arbeit erschwerte. Mangels anderer Möglichkeiten wurde der Wein damals noch am Küchentisch verkauft.
Wichtiger Schritt in die Zukunft
Mit dem Bau eines großen Betriebsgebäudes 1991 machte das Weingut einen entscheidenden Schritt nach vorn: Die bewirtschaftete Fläche in Ramsthal, Wirmsthal und Westheim wuchs stetig und umfasst heute rund zwölf Hektar.
2006 trat Sohn Lorenz Neder mit einer Winzerausbildung in Wiesenbronn in den Familienbetrieb ein. Nach seiner Lehrzeit sammelte er Auslandserfahrung in renommierten Weingütern im Burgenland und in Niederösterreich, bevor er das Studium zum Weinbautechniker in Veitshöchheim erfolgreich abschloss.
Überregional einen Namen gemacht
Seit 2012 arbeitet er im Betrieb, den er 2022 übernahm. Beim Erweiterungsbau des Betriebsgebäudes im Jahr 2016 um eine moderne Vinothek und einen Veranstaltungsraum für 60 Personen war er maßgeblich beteiligt.
Die Ramsthaler Weinberge sind von Steillagen geprägt. 2021 legte das Weingut auf rund zwei Hektar eine Querterrassierung an. Die Familie verspricht sich davon eine nachhaltigere und einfachere Bewirtschaftung, eine verbesserte Wasseraufnahme, weniger Bodenerosion sowie ein attraktives Habitat für heimische Flora und Fauna an den Böschungsflächen.
Inzwischen hat sich das Weingut überregional einen Namen gemacht. Ob im „Henri“ (ehemals Gault Millau), im Falstaff oder im Eichelmann – die Weine der Familie Neder erhalten regelmäßig hohe Anerkennung und herausragende Bewertungen.
Von Weinfest bis Familienfeiern
Seit 2020 ist auch Lorenz’ Frau Anja aktiv im Betrieb. Sie verantwortet vor allem die Organisation und Betreuung zahlreicher Veranstaltungen im Weingut. Neben größeren Events wie Weinfest, Kunstwoche oder Tagen der Winzer wird das Weingut auch gern für Familienfeiern genutzt.
Jubiläumsfest für alle
Am Freitag, 19. Dezember 2025, lädt die Familie Neder ab 14 Uhr zur Feier ins Weingut ein. Neben einer Auswahl an Weinen gibt es Glühwein sowie kalte und warme Speisen. Eine Benefizaktion, ein Gewinnspiel und Weinangebote runden das Programm ab. Im Jubiläumsjahr sind weitere Veranstaltungen geplant.











