Im Alter von 87 Jahren ist am Montagmorgen Otmar Bauer aus Kothen gestorben. Mit seinem Namen verbunden ist die Firma Fußboden Bauer in Kothen. Mutig hatte er 1963, gerade mal 24 Jahre alt, den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt.
Am 20. Juli 1938, als zweites von drei Kindern der Eltern Josef und Hedwig Bauer geboren, blieb er bis zum Lebensende seinem Heimatort treu. Nach seinem Gesellenjahr war er zu den Holzwerken Vorndran nach Bad Brückenau gewechselt. Hier, so erzählte er an seinem 80. Geburtstag, habe er die Leidenschaft für Fußböden und das Parkettlegen entdeckt. Kurz darauf meldete er ein eigenes Gewerbe an und wagte in der Garage der Eltern den Schritt in die Selbstständigkeit.
Überbetriebliche Ausbildung unterstützt
An seiner Seite von Beginn an Ehefrau Rosemarie, die er 1965 heiratete. Sie unterstützte ihn im Büro und kümmerte sich um Haushalt und Familie. Mit dem Abriss der elterlichen Scheune 1969 erweiterte Bauer erstmals den Betrieb und schaffte ein größeres Lager. Bis zur Meisterprüfung, die er 1969 absolvierte, arbeitete er alleine in dem Handwerksbetrieb. Danach stellte er mit Herbert Vogler den ersten Lehrling ein. Der schloss die Ausbildung prompt als Bundessieger ab. In den folgenden Jahren bildete er zwei weitere Bundessieger aus: Peter Halbleib und den eigenen Sohn Klaus Bauer. Für seine Verdienste um die Ausbildung erhielt Otmar Bauer 1988 die Ehrenurkunde des Bayerischen Wirtschaftsministeriums. 16 Jahre lang unterstützte er die überbetriebliche Ausbildung der Innung für Parkett- und Fußbodentechnik in Unterfranken. Viele Jahre war er Lehrlingswart, darüber hinaus zehn Jahre lang vereidigter Sachverständiger. Die Innung verlieh ihm 1991 das Goldene Ehrenzeichen. 2009 wurde ihm für seine 40-jährige Tätigkeit als Parkettlegermeister der Goldene Meisterbrief der Handwerkskammer verliehen.
Beruflich eingespannt, engagierte sich Bauer darüber hinaus in der Gemeinde. 1978 bis 1996 war er drei Perioden im Gemeinderat, von 1978 bis 1984 als Dritter Bürgermeister. Er war seit der Wiedergründung 1957 Mitglied der DJK Kothen, Gründungsmitglied des Fremdenverkehrsvereins Motten-Kothen, über 30 Jahre im Musikverein Kothen und 25 Jahre aktiver Feuerwehrmann der Freiwilligen Feuerwehr Kothen.
Das Unternehmen an den Sohn übergeben
1986 errichtete er den markanten Neubau der Firma Fußboden Bauer direkt an der ehemaligen Bundesstraße 27. 14 Angestellte zählte das Mittelstandsunternehmen, das er 1999 an Sohn Klaus übergab.
Niemals habe er den Schritt in die Selbstständigkeit bereut, sagte er einmal. Die Zeit seines Ruhestandes hat er mit seiner Frau Rosemarie bei gemeinsamen Reisen genossen. Noch bis vor zwei Jahren war er in der Firma Bauer aktiv. So kümmerte er sich als Lagerist in seinem Magazin um die Kleinteile, erledigte Kurierfahrten und hielt das Grundstück in Schuss. Auch den Winterdienst am frühen Morgen hat er sich nicht nehmen lassen und ihn bis zu seinem 85. Lebensjahr erledigt. Geistig hielt er sich mit dem Lesen der Tageszeitung und dem Surfen im Internet fit. Vor einem Jahr feierte er noch die Diamantene Hochzeit mit seiner Rosemarie.
Ein Kothener Urgestein ist nun sanft im Kreise seiner Familie entschlafen. Um ihn trauern seine Ehefrau, die drei Söhne, Schwiegertochter und vier Enkel-kinder.
Beerdigung am Samstag, 27. Juni
Die Beerdigung ist am Samstag, 27. Juni. Der Rosenkranz, um 9.30 Uhr, und die Trauerfeier, um 10 Uhr, finden in der katholischen Pfarrkirche St. Matthäus in Kothen statt. Anschließend ist die Beisetzung auf dem Kothener Friedhof.









