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Nachruf
Reichenbach: Seniorchef der Schreinerei Back & Sohn ist tot
Wendelin Back
Wendelin Back aus Reichenbach ist gestorben. // Michael Nöth
Signet des Fränkischen Tags von Michael Nöth
Reichenbach bei Münnerstadt – Mit 93 Jahren ist Schreiner Wendelin Back aus Reichenbach verstorben. Er hat einen beeindruckenden Lebensweg vom Lausbub zum Unternehmer zurückgelegt.
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Man hat ihn in Reichenbach und Münnerstadt zuletzt nicht mehr gesehen. Das hohe Alter hat auch vor dem zuvor so rührigen Wendelin Back nicht Halt gemacht. Sechs Wochen nach seinem 93. Geburtstag ist der Seniorchef der Schreinerei Back & Sohn gestorben.

Der gebürtige Reichenbacher hatte in den 50er Jahren mit seinem Vater Rudolf die Firma aufgebaut, nachdem er sein Handwerk bei Leo Pfenning in Münnerstadt erlernt hatte. Aus der Ein-Raum-Werkstatt im Elternhaus war mit Backs unerschrockenem Unternehmergeist ein anerkannter Fachbetrieb entstanden. 
Back hatte 1959 seine Meisterprüfung abgelegt. Als sein Sohn Werner ebenfalls das Schreiner-Handwerk erlernte, lagerte er 1974 die Bau- und Möbelschreinerei von der Reichenbacher Dorfmitte ins damals neue Gewerbegebiet aus.

Sein Wissen um das Handwerk weitergegeben

Mittlerweile ist das Unternehmen auf eine Gesamtfläche von 2300 Quadratmetern angewachsen. Es arbeitet Aufträge in ganz Deutschland ab. Zahlreiche Facharbeiter und Lehrlinge haben von Wendelin Back das Handwerk gelernt. Sieben Jahre lang hatte sein Betrieb in den Siebzigern auch das Bestattungswesen in Münnerstadt übernommen.

Wendelin Back war von 1985 bis 1997 Obermeister der Schreinerinnung im Landkreis Bad Kissingen. Das Silberne Siegel der Handwerkskammer 1994, die Ernennung zum Ehrenobermeister 1998 und die Goldene Ehrennadel des Fachverbands Holz/Kunststoff zeugen von seinem großen überbetrieblichen Engagement.

1998 hatte er den Betrieb an seinen Sohn Werner übergeben. Ihn wiederum unterstützen Frau Elisabeth sowie seine beiden Söhne Johannes und Benjamin in der Unternehmensführung.

Großes Interesse am Dorfgeschehen

Wendelin Back war Mitglied in vielen Vereinen und interessierte sich sehr für das Dorfgeschehen. Bis seine Kräfte nachließen. Seinen Lebensweg „vom Lausbub zum erfolgreichen Unternehmer“ hatte er für das Erzählcafé in Münnerstadt einmal handschriftlich zusammengefasst. Dort ist zu lesen, dass er seine Arbeit, seinen Betrieb trotz der wirtschaftlichen Herausforderungen nie als Belastung gesehen hat, sondern immer als sein schönstes Hobby.

Um ihn trauern nicht nur die Familien seiner beiden Kinder, sondern auch die zwei Enkel mit mittlerweile fünf Urenkeln. Und natürlich viele aus dem öffentlichen und beruflichen Umfeld.

Die Beerdigung findet am Dienstag, 19. Mai, statt. Beginn ist um 14 Uhr in Reichenbach am Friedhof, danach ist das Requiem.

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