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Gastronomie
Die „Saale Lounge“ öffnet in Hammelburg
Lara-Marie Greim und Mohammad Tatou schätzen bequeme Stühle und die Wände mit perlenden Wassersäulen.
Lara-Marie Greim und Mohammad Tatou schätzen bequeme Stühle und die Wände mit perlenden Wassersäulen. // Wolfgang Dünnebier
Hammelburg – Solche Gastlichkeit gab es in der Weinstadt Hammelburg bisher noch nicht. Das neue Lokal bietet neben reichlich Farbzauber einen regionalen Kontrast.

Nach der Schließung der Pilsquelle Ende 2021 war es in der Weihertorstraße in Hammelburg für Nachtschwärmer erheblich dunkler geworden. Mit der Neueröffnung der „Saale Lounge“ unmittelbar gegenüber am Freitag, 3. November, soll es jetzt buchstäblich einen neuen Lichtblick geben.

Schon vor der Eröffnung sorgt das Lokal für Gesprächsstoff in der Stadt. So kommen Passantinnen und Passanten kaum mehr an dem Schaufenster des früheren Café Claßen vorbei, ohne einen Blick in die noch geschlossenen Räume zu werfen.

Das freut die junge Wirtin Lara-Marie Greim. „Die Leute sind schon neugierig und fragen, wann wir aufmachen“, erzählt sie bei einem Besuch dieser Redaktion. Erste Bilder im Internet vom Soft-Opening mit geladenen Gästen am 26. Oktober weckten ordentlich Vorfreude.

Für Jung und Alt

Zumal das gastronomische Konzept bemerkenswert ist: Für Jung und Alt soll etwas geboten sein. Vor allem Jüngere dürfte der in moderne Neonfarben getauchte Lounge-Bereich ansprechen. Per Definition ist eine Lounge ein Club oder eine Bar mit anheimelnder Atmosphäre. Tatsächlich lässt man als Gast beim Betreten der Räume das ausgeprägte Dunkel der Hammelburger Altstadt gleich hinter sicher.

Die Lichtgestaltung taucht Gäste vollständig in Farbe. Dazu sorgen weitere Effekte für Abstand vom Alltag. So erwecken transparente Wandelemente mit Wassersäulen und darin nach oben tänzelnden Luftblasen den Anschein unbeschwerter Leichtigkeit. Diese Transparenz findet sich teils auch in den Möbeln wieder. Besonderes Funkeln prägt den Bereich um die Bar.

Hauch von Großstadtflair

„Wir wollen keine Kneipe sein“, beschreibt Mohammad Tatou den Einrichtungsstil. Ziel sei es, den Gästen einen Hauch von Großstadtflair und Urlaubsgefühlen zu bescheren. Dafür stehen 50 Cocktails zur Auswahl.

Aus eigener Erfahrung findet das Paar, dass in Hammelburg wenig los ist. Früher sei es um die gastronomische Vielfalt besser bestellt gewesen.

In konventioneller Moderne haben Lara-Marie Greim und Mohammad Tatou den Bereich für den Genuss heimischer  Weine gestaltet.
In konventioneller Moderne haben Lara-Marie Greim und Mohammad Tatou den Bereich für den Genuss heimischer Weine gestaltet. // Wolfgang Dünnebier

Die Devise von Lara-Marie Greim ist deutlich: „Für Einheimische und Auswärtige soll die Stadt abends wieder zum Ziel werden.“

Ein Schritt in Richtung Flaniermeile

Um wieder die Stadt wieder mehr in Richtung Flaniermeile zu bringen, schlägt die Lounge gewissermaßen zwei Fliegen mit einer Klappe. Neben der Cocktailbar wendet sie sich gegen den Mangel an Weinlokalen in der Stadt. Dazu bietet sie einen weiteren, eher in traditioneller Moderne gestalteten Bereich an.

Für das Betreiberpaar ist der gastronomische Doppelpack alles andere als ein Schnellschuss. „Oft sind wir hier vorbeigelaufen, und haben gedacht, dass dies ein idealer Standort ist“, beschreibt Greim den Reifungsprozess für die Anmietung und Gestaltung der Räumlichkeiten.

Bereits Erfahrung in der Gastronomie

„Aber dann kam Corona mit allen Unwägbarkeiten“, so die Wirtin. Daraufhin hätten alle Pläne erst einmal auf Eis gelegen. Doch keineswegs wollten beide ihre ehrgeizigen Ziele aufgeben. Tatou (30) hat eine Ausbildung als Rettungssanitäter, Greim (22) verweist auf berufliche Wurzeln im kaufmännischen Bereich. Erfahrungen bringen zudem beide aus der Bewirtung von Gästen mit.

Der Syrer kam vor sieben Jahren nach Hammelburg. Sein Faible für die Gastronomie hatte er nach seinen Schilderungen am Mittelmeer entdeckt, wo sein Onkel eine Strandbar betrieb. „Die Weinkultur hier hat mich von Anfang an interessiert“, erzählt der Wirt aufgeschlossen.

„Mit viel Herzblut“, hätten sie die Einrichtung der „Saale Lounge“ entworfen und umgesetzt, erzählt das Paar. Erfahrungen aus der Mitarbeit in der Gastronomie bringen nach ihren Schilderungen beide mit. Vor einer Ausweitung des Angebots der „Saale Lounge“ soll sich die Bewirtung mit Unterstützung von zehn Minijobbern und -jobberinnen erst einmal einspielen.

Veranstaltungen und kleinere Speisen

Künftig seien Veranstaltungen geplant, zu denen die Räume jeweils durch Farbwechsel in unterschiedliches Licht getaucht werden können. Auch kleinere Speisen wie Flammkuchen und Suppen sollen nach der ersten Anlaufphase angeboten werden.

Glücklich sind die Wirtsleute über eine Kooperation mit fünf örtlichen Winzern und einer Whiskybrennerin aus Wartmannsroth, die sich offen für das neue Konzept zeigen. Mit deren Produkten biete man nun eine regionale Ecke mit Beratung zum hiesigen Weinangebot.

Angesichts dieser Kombination kann sich Tatou auch Familien- oder Firmenfeiern vorstellen. Während die älteren Gäste schöppeln, könnten sich die jüngeren später in den Cocktail-Bereich zurückziehen.

Bürgermeister: „tolle Bereicherung“

Erfreut zeigte sich Bürgermeister Armin Warmuth bei der Eröffnung vor geladenen Gästen über die „tolle Bereicherung des gastronomischen Angebotes“ auch für junge Menschen.

Er hofft, dass das Engagement durch viele Gäste belohnt wird. „Schön, dass wieder ein Leerstand an prominenter Stelle der Stadt mit Leben erfüllt wird“, so Warmuth weiter. Geöffnet ist die Lounge Montag bis Donnerstag und Sonntag von 17 bis 0 Uhr, sowie Freitag- und Samstagabend von 17 bis 2 Uhr.

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