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Nach „Ciccios“ Ausstieg
Dank Faschingswagen: Pizzeria in Althausen hat neue Pächter
Fasching in Poppenlauer
„Sportheim sucht Pächter!“, rankte auf dem Schild des Faschingswagens der Althäuser. // Marcella Reichel
Althausen bei Münnerstadt – Seit Jahreswechsel war die Pizzeria in Althausen ohne Pächter. Nun hat der Sportverein neue gefunden – durch einen Faschingswagen. So soll es weitergehen und das sind die neuen Gastronomen.

Im Herbst 2024  wurde bekannt, dass der damalige Pächter der Pizzeria in Althausen, Chicco, der eigentlich Francesco Crocifisso heißt, nicht mehr weitermachen wird. Der Verein Sportfreunde Althausen, der zum Großteil aus der Kegelabteilung besteht und dem das Sportheim gehört, machte sich also auf die Suche. Über Facebook oder Kleinanzeigen versuchte der Verein, auf sich aufmerksam zu machen.

„Die Suche war anfangs extrem holprig, die Nachfrage hat sich in Grenzen gehalten“, erinnert sich Daniel Brust, Vorsitzender der Sportfreunde Althausen. Rund zehn Bewerber hatten die Anzeigen gelockt, doch keiner hatte so richtig gepasst.

Idee zu Faschingswagen kam gut an

Im Winter war der Verein dann zusammengekommen, um über den Faschingsumzug in Poppenlauer zu sprechen. Obwohl eigentlich schon ein anderes Thema für einen Faschingswagen geplant war, hatte eine Keglerin hatte die Idee, den Wagen als Pächtersuche zu nutzen und alle waren dafür. „Wir haben uns dann als Köche verkleidet und auf den Wagen geschrieben, dass Althausen einen neuen Pächter sucht“, berichtet Daniel Brust von der kuriosen Idee. 

Fasching in Poppenlauer
Mit einer großen Pizza und flotten Sprüchen warben die Althäuser für ihr Sportheim. // Marcella Reichel

Auf den Schildern standen Sprüche wie „Wer wird Wirt? Sportheim sucht Pächter“, „Wir wollen wieder essen gehen und nicht mehr hinterm Ofen stehen“ oder „Ein ganzes Dorf muss hungern!“. Ausgestattet mit Flyern und der Telefonnummer von Daniel Brust, waren sie durch die Straßen gezogen.

"Ein ganzes Dorf muss hungern" stand auf einem der Schilder.
"Ein ganzes Dorf muss hungern" stand auf einem der Schilder. // Daniel Brust

Einen Tag später bekam er einen Anruf von der jetzigen Pächterin:  Kamelia Boykova und Kodor Nenov aus Maßbach waren an dem Faschingsumzug im Nachbarort und waren interessiert. Und auch von Seiten des Sportvereins passte es.

Pizzeria heißt dann „Mi Amor“

Die beiden sind aus Bulgarien, daher wird die Pizzeria zwar „Mi Amor“  heißen, die Speisekarte ähnlich zur alten sein, aber einen bulgarischen Hauch bekommen. Manche kennen die beiden möglicherweise, weil sie den Kiosk im Maßbacher Freibad betreiben – das werden sie auch weiterhin tun. „Wir haben uns ab und zu getroffen, um zu besprechen, was noch zu tun ist“, berichtet Daniel Brust. 

Geplant ist, dass der Verein noch einen Teil renoviert und noch eine neue Küche einbaut. Die Eröffnung ist derzeit für Anfang Juni angedacht. 

Alter Pächter war 18 Jahre treu

Dass der vorherige Pächter, den alle Ciccio nannten und der auf die 80 zugeht, irgendwann aufhören wird, war klar. „Es war immer abgesprochen, dass er nur so lange macht, wie es gesundheitlich passt“, sagt Daniel Brust. Ursprünglich sei geplant gewesen, dass Ciccios Neffe, der ihn manchmal bereits unterstützt hatte, die Pizzeria übernimmt. Doch das klappte spontan doch nicht und die Sportfreunde mussten sich auf die Suche machen. 

Bis Mitte April war der Sportbetrieb der Kegler gegangen, hier hatte der Verein sich ab Jahreswechsel selbst bewirtet. Weil der Ausschank aber über die Küche läuft, waren größere Umbaumaßnahmen bisher nicht möglich. Doch jetzt soll es losgehen. „99 Prozent der Arbeiten wird von den Mitgliedern selbst übernommen“, sagt Daniel Brust. 

Die neuen Pächter selbst wollten nicht mit der Zeitung sprechen. 

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