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Wissenswertes zum Bau
Grüner Strom aus Waizenbach: das Projekt Bürgersolarpark
In etwa acht Monaten soll in Waizenbach ein Bürgersolarpark mit einer Leistung von 24 Megawatt in Betrieb gehen.
In etwa acht Monaten soll in Waizenbach ein Bürgersolarpark mit einer Leistung von 24 Megawatt in Betrieb gehen. // Marijan Murat/dpa/dpa-tmn
Waizenbach – Der Weg bis zum Baustart des Bürgersolarparks in Waizenbach war schwer. Gelegen mitten im Schutzgebiet brauchte es eine Ausnahmegenehmigung. Wie dort in acht Monaten grüner Strom entstehen soll.

Knapp 1,4 Kilometer südlich von Waizenbach liegt, mitten im Landschaftsschutzgebiet, ein etwa 22 Hektar großer Hang. Umschlossen von Wald, wurde die Fläche bislang als Acker genutzt. Dass damit nun Schluss ist, machen spätestens die vor Ort stehenden Kabelrollen und Baumaschinen deutlich.

In etwa acht Monaten soll hier ein Bürgersolarpark mit einer Leistung von 24 Megawatt in Betrieb gehen. Christian Preuß, Abteilungsleiter Projektentwicklung, und Kollegin Fiona Bartels von MaxSolar stellen das Projekt vor. 

Bürgersolarpark: Vom Aufstellungsbeschluss bis zum Bau

„Was heute beginnt, ist ein Ergebnis intensiver Planung“, weiß Preuß. Im Februar 2021 brachte die Gemeinde Wartmannsroth den Aufstellungsbeschluss auf den Weg. Anfang Juli 2025, also knapp 4,5 Jahre später, folgte dann der Spatenstich. Der Grund für die lange Zeitspanne: Da sich das Gelände im Landschaftsschutzgebiet befindet, brauchte es für den Bau eine Ausnahmegenehmigung.

Bürgersolarpark Waizenbach
Die Bauarbeiten für den Bürgersolarpark in Waizenbach haben begonnen. // Milena Meder

„Wir gestalten die Anlage so, dass sie die Fläche eigentlich sogar aufwertet“, sagt Fiona Bartels. Es werden Sträucher gesetzt und Pflanzen gesät. Für die dort heimische Feldlerche gibt es eine Ausgleichsfläche in der Größe eines halben Hektars. 

Das Unternehmen aus Traunstein sieht in der Entstehung des neuen PV-Parks ein weiteres Leuchtturmprojekt der Energiewende. „Sie ist die gesellschaftliche Aufgabe unserer Generation“, betont Preuß. Als Projektentwickler und zukünftiger Betreiber der Anlage ist MaxSolar nicht nur für den Bau, sondern auch für die Instandhaltung der 37.746 in Waizenbach entstehenden PV-Modele verantwortlich.

In acht Monaten voller Betrieb in Waizenbach

„Wir erwarten eine Leistung von etwa 24 Megawatt.“ Der erzeugte Strom gelangt auf einer etwa 13 Kilometer langen, unterirdisch liegenden Trasse zum Umspannwerk in Fuchsstadt. Später soll die Leitung dann möglicherweise auch von einem Windpark mit drei Anlagen mitgenutzt werden. „Hierfür befinden wir uns gerade in der Genehmigungsphase“, berichtet der Abteilungsleiter. 

Bisher hat das Unternehmen noch keine Solarparks im Landkreis Bad Kissingen gebaut. Die nächsten würden in der Nähe von Darmstadt und Mainsondheim liegen. „Wir rechnen mit einem Investitionsvolumen von etwa 13 Millionen Euro“, heißt es beim Spatenstich. Für die Bauzeit sind ungefähr sechs Monate vorgesehen – voll in Betrieb gehen soll die Anlage dann allerdings erst nach acht Monaten.

Bürgersolarpark Waizenbach
In Waizenbach wurde der Spatenstich für den neuen Bürgersolarpark gefeiert. // Milena Meder

„Uns war wichtig, dass das Projekt von den Menschen vor Ort mitgetragen wird“, sagt Preuß. Deshalb seien später neben der eigenen Betreibergesellschaft von MaxSolar möglicherweise auch die Gemeinde Wartmannsroth mit bis zu fünf und die Bürgerenergiegenossenschaft (BEG) im Landkreis mit bis zu 21 Prozent an dem Projekt beteiligt. „Wir haben hier ein Projekt, dass die Zukunft gestalten wird“, meint der Abteilungsleiter. 

„Etwa ein Drittel des PV-Stroms wird in Bayern erzeugt“

Beim Spatenstich erinnert sich Bürgermeister Florian Atzmüller (CSU) an den Planungsprozess zurück. „Wir haben sehr intensiv an diesem Projekt gearbeitet“, sagt er. Für die Gemeinde sei der Bürgersolarpark ein besonderes Vorhaben. Wartmannsroth bekomme so die Chance, Wertschöpfung zu ermöglichen und zu generieren – und das direkt vor Ort. „Es ist nicht ganz einfach, ein Genehmigungsverfahren für solch ein Projekt auf den Weg zu bringen“, bestätigt auch stellvertretender Landrat Gotthard Schlereth (FW/CBB). 

Die Diskussionen um die Erneuerbaren Energien seien ganz essenziell, ergänzt Staatsinnensekretär Sandro Kirchner (CSU). Und: Ganz so schlecht wie dargestellt, stehe der Freistaat bei diesem Thema nicht dar. Gerade was die PV-Anlagen angehe, sei Bayern gut dabei. „Etwa ein Drittel des PV-Stroms wird in Bayern erzeugt“, sagt er. Und auch der Landkreis stehe gut dar. Schon heute erfülle die Region die Freiflächenziele, welche die Regierung verabschiedet hat. 

Auch Thomas Weißenfeld, Vorstandsvorsitzender der Bürgerenergiegenossenschaft, sieht in dem Projekt eine große Chance. Für die Genossenschaft sei der Bürgersolarpark das erste ganz konkrete Projekt. „Ich sehe in diesem Engagement – unter der Beteiligung der hier wohnenden Menschen – großes Potenzial“, sagt er. 

Informationsveranstaltung für Bürgerinnen und Bürger

Für Donnerstag, den 25. September 2025, ist um 19 Uhr im Gemeinschaftshaus in Waizenbach eine Informationsveranstaltung mit dem Projektentwickler, der Gemeinde Wartmannsroth und der BEG geplant, berichtet er. Bei der Veranstaltung soll das Projekt, den Stand der Bauarbeiten und die Beteiligungsmöglichkeiten der Bürgerinnen und Bürger dargestellt werden. „Erst danach und weiteren Aktivitäten zur Anwerbung von Genossenschaftskapital kann die BEG entscheiden, mit wie viel Anteilen wir uns beteiligen.“

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