Neun Jahre sind die ersten Gespräche über eine mögliche Generalsanierung des Frobenius-Gymnasiums in Hammelburg her. Heute sind aus ebendiesen Überlegungen Pläne für ein zukunftsorientiertes Schulzentrum, bestehend aus Gymnasium, Realschule und Förderschule sowie eine Mensa mit Zweifachsporthalle und Sportfreiflächen am Hochstein geworden.
„Das ist das größte Schulprojekt, welches wir je durchgeführt haben“, berichtet Landrat Thomas Bold (CSU) bei der Grundsteinlegung. In seiner Rede blickt er zurück in die Vergangenheit, schaut aber auch in die Zukunft.
Blick in die Vergangenheit – wie die Pläne entstanden sind
2016 sei zum ersten Mal über eine Generalsanierung des Gymnasiums nachgedacht worden. 2018 wurde dann die Erweiterung, ein Umbau sowie eine Sanierung auf dem bestehenden Gebäude beschlossen. „Die enorme Kostenentwicklung hat uns schließlich dazu gebracht, in Überlegungen für Alternativen zu gehen“, sagt Bold.
Einer Machbarkeitsstudie Anfang 2019 folgte der Erwerb der Grundstücke am neuen Standort „Am Hochstein“ im Juli. Nach der Durchführung eines Wettbewerbs, der Auftragsvergabe und der Einreichung des Förderantrags konnte im November 2023 die Baugenehmigung erteilt werden. Knapp zwei Monate später, im Januar 2024, startete dann der Bau des Gymnasiums, einer Mensa mit Zweifachsporthalle sowie Sportfreiflächen und einem Großteil der Infrastruktur.
Schulbetrieb in Hammelburg ab September 2027
„Seitdem hat sich einiges entwickelt“, berichtet Bold. Bis Ende des Jahres sollen die Gebäudehüllen geschlossen sein. Anfang 2026 ist der Baustart im Innenbereich geplant. Um das Gelände zu 100 Prozent mit erneuerbaren Energien versorgen zu können, werden alle möglichen Dachflächen mit PV-Anlagen belegt. „Auf dem Gymnasium können wir so eine Leistung von 175, auf der Turnhalle von 160 Kilowattpeak erreichen.“
Vorgesehene Fertigstellung ist im Juni, Inbetriebnahme dann im September 2027. „Es werden also noch zwei Abiturjahrgänge sein, bevor der Umzug in den Neubau stattfinden kann“, rechnet der Landrat. Parallel zu den aktuell stattfindenden Arbeiten laufen auch die Planungen für die Realschule. Wenn alles glattläuft, soll hier 2027 mit dem Bau begonnen werden.
Die Kosten für den ersten Bauabschnitt wurden, nach Feststehen der Entwurfsplanung, vorerst auf 76,1 Millionen Euro prognostiziert. Durch Einsparmaßnahmen kam der Landkreis dann im Mai 2023 auf geschätzte Ausgaben in Höhe von 72,3 Millionen Euro. Die aktuelle Prognose im Haushalt 2025 liegt rund 6,7 Millionen Euro höher, darin enthalten sei der jährlich anzusetzende Preisindex in der Bauwirtschaft. Etwa 70 Prozent der Kosten – also knapp 31 Millionen Euro – werden vom Freistaat Bayern gefördert.
Kein Leerstand in jetzigen Schulgebäuden
„Man hört im Hintergrund, wie es klopft und hämmert. Das ist kein Baulärm, das ist Zukunftsmusik“, sagt Staatsinnensekretär Sandro Kirchner (CSU) während der Veranstaltung. Seiner Ansicht nach sei der Bau des neuen Schulzentrums „eine Win-Win-Win-Situation“. Der Landkreis schaffe optimale Bildungsvoraussetzungen und gehe seiner Aufgabe als Schulaufwandsträger nach, die Schülerinnen und Schüler sowie die Lehrkräfte könnten in neuer Umgebung lernen und kreativ werden, außerdem werde die Stadt Hammelburg durch das Projekt zu einem interessanten Schulstandort.
„Wir wissen, dass Schulen ein wichtiger Standortfaktor sind“, greift Hammelburgs Bürgermeister Armin Warmuth (CSU) den Gedanken auf. Das Projekt sei eine Weiterentwicklung für die Stadt und habe die Weichen für viele weitere Projekte gestellt. Die Sorge, dass die bisherigen Schulgebäude zu Leerständen werden, kann der Bürgermeister nehmen. „Es gab schon einige Gespräche und es gibt auch schon Beschlüsse, die klarmachen, dass es dort zeitnah weitergeht.“ Hammelburg profitiere durch das neue Zentrum als Bildungs- und Sportstandort, aber auch im Bereich der Wohn- und Gewerbeentwicklung.
Zeitkapsel in Grundstein versenkt
Die Fläche am Hochstein sei optimal für den neuen Campus, meint der Landrat weiter. „Es handelt sich um ein Gelände, das eigentlich seit Jahrzehnten auf eine Entwicklung gewartet hat.“ Die Verkehrsanbindung sei gut, der Bahnhof in direkter Nähe. Auch das Schwimmbad, das Sportzentrum und der Bikepark sind nicht weit entfernt.
Um an die Bedeutung des Projektes zu erinnern, wurde abschließend ein Grundstein mit einer Zeitkapsel befüllt. Darin enthalten: „eine Tageszeitung von heute, die Pläne des Gymnasiums, eine Liste mit allen wesentlichen Planern plus einer der Kreistagsmitglieder, ein Abdruck des Bauschildes und ein paar Geldmünzen“, erklärte der Landrat, bevor die Kapsel befüllt und der Stein mit einem Deckel verschlossen wurde. Später wird der Grundstein dann ins Fundament des Gebäudes eingelassen.















