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Immobilienbesitzer äußer sich
Wegen Sicherheitsbedenken: Münnerstädter Gasse gesperrt
Die Finstere Gasse unterhalb des Markpaltzes ist aus Sicherheitsgründen gesperrt.
Die Finstere Gasse unterhalb des Markpaltzes ist aus Sicherheitsgründen gesperrt. // Ellen Mützel
Münnerstadt – Die Finstere Gasse ist dicht, weil das dort stehende Gebäude als unsicher gilt. Immobilienbesitzer Michael Schaub äußert sich dazu und spricht über den angrenzenden Bundtschu und Bayerischen Hof.

Für Autos ist die Gasse unterhalb des Marktplatzes sowieso gesperrt, nun kommt man nicht einmal mehr zu Fuß durch: Mehrere Bauzäune sperren einen Bereich der Gasse ab. Anhand des gesperrten Bereichs wird schnell klar, dass es sich um die sogenannte Schweiz handeln muss – das Gebäude am Marktplatz 11, das an der Ecke Finstere Gasse/ Marktplatz steht.

Dies gehört zu Brigitte und Michael Schaub. Der Immobilienbesitzer berichtet, dass bei einem Treffen mit Landratsamt und Landesamt für Denkmalschutz im April 2025 auffiel, dass am Gebäude noch Bereiche sind, die ein Statiker bewerten muss. 

Landratsamt hat Gebäude im Blick

Das Anwesen Marktplatz 11 sowie die angrenzenden Gebäude- und Mauerreste würde die untere Bauaufsichtsbehörde bereits seit mehreren Jahren überwachen, heißt es dazu aus dem Landratsamt Bad Kissingen. 

Schon bei einem Ortstermin im Mai 2024 hat die Behörde Maßnahmen festgelegt, die einen weiteren Verfall verhindern, den bestehenden Sicherheitsbedenken entgegenwirken und den denkmalschutzrechtlichen Anforderungen gerecht werden sollen. Bei den Sicherungsmaßnahmen sei eine weitere Verschlechterung der Bausubstanz festgestellt worden.

Gasse nach Termin Ende April gesperrt

Im Rahmen des Ortstermins Ende April 2025 wurde dann die nordwestliche Außenecke des Gebäudes als „akute Gefahrenstelle“ eingestuft, so die Behörde. „Daher haben wir die Gasse erst einmal gesperrt“, sagt Michael Schaub. Dass die Hauswand einbricht, fürchtet er nicht. Aber es könnte etwas herunterfallen und unten entlanglaufende Menschen treffen.

Die untere Bauaufsichtsbehörde forderte von ihm ein Sicherungskonzept eines Fachbüros für Standsicherheit. „Die Fachleute werden sich das ansehen und ein Konzept erstellen“, so Michael Schaub.

Ein paar Wochen vorher wurde bereits ein Gerüst in der Gasse aufgestellt, wo derzeit noch eine einstöckige Wand steht. „Das Gerüst bleibt stehen: Wir müssen die Mauerkrone und die Seite sichern“, sagt er dazu.

Streitthema „Schweiz“ in Vergangenheit 

Wie schaut es mit dem Gebäude an sich aus? Schon vor Jahren hatte es Pläne für das Objekt gegeben, es sollte das Hotel Bayerischer Hof erweitern. Auch die Stadt war im Hinblick auf Fördermittel durch die Städtebauförderung beteiligt, sollte auch Räume nutzen.  Es war vor allem das Projekt von Günther Schaub, der 2021 verstarb. „Es gab ein Konzept, das funktioniert hätte, es hätte saniert werden können“, ist Sohn Michael Schaub sicher. 

Ein Streitpunkt waren die Kosten, die die Stadt hätte tragen müssen. Die Städtebauförderung hätte es nur in erhoffter Höhe gegeben, wenn das Konzept nicht wirtschaftlich wäre. Hier hatten die Förderstelle und Familie Schaub unterschiedliche Zahlen vorgelegt. 

Hotelprojekt 2021 endgültig abgewiesen

Bürgermeister Michael Kastl (CSU) berichtet, dass der Stadtrat im April 2021 endgültig beschlossen hatte, dass er das Projekt, wie es zuletzt auf dem Tisch lag, also mit Beteiligung der Stadt, nicht unterstützt. „Es wäre eine hohe Beteiligung der Stadt gewesen, und wegen unserer finanziellen Ausstattung und anderer Gegebenheiten, hatte sich der Stadtrat dagegen entschieden“, so der Bürgermeister. 

Dennoch liegt der Stadt etwas an dem Gebäude, wie Michael Kastl erklärt: „Von unserer Seite steht fest, dass eine Sanierung und Belebung höchste Priorität hat. Wir werden uns jede Idee ansehen, egal welche Nutzung geplant ist. Nur das Modell, bei der die Stadt beteiligt ist, hat eben keine Zustimmung gefunden.“ An der Entwicklung des Areals sei die Stadt aber weiter sehr interessiert. 

„Im Moment ist kein neues Nutzungskonzept da“, sagt Michael Schaub zur Zukunft des Gebäudes. „Ich muss ja auch schauen, dass es eine sinnvolle Nutzung gibt, die von den Banken getragen wird.“ Irgendwann müsse etwas geschehen, ist er sich sicher, „aber im Moment fehlt mir der Geistesblitz.“

Bayerischer Hof und Bundtschu weiter leer

Der bereits erwähnte Bayerische Hof steht seit Sommer 2023 leer. Bezugsbereit wäre er, doch die richtigen Pächter hat Michael Schaub noch nicht gefunden. Besichtigungstermine habe es gegeben, aber einen Treffer gab es noch nicht. 

Anders sieht die Ausgangslage in der Kneipe Bundtschu an der anderen Ecke des Areals aus. Hier gab es Auseinandersetzungen mit der Pächterin der Kneipe und gleichzeitig Mieterin der darüber gelegenen Wohnung, weil die Decke bzw. der Boden im April 2023 teilweise durchgebrochen war.

Die Situation endete damit, dass Michael Schaub ihr im Januar 2024 kündigte. Die Decke ist noch immer nicht gemacht. „Ich habe gerade viele Baustellen, die will ich Stück für Stück abarbeiten“, so der Immobilienbesitzer. Im Herbst 2025, also fast zwei Jahre nach der Kündigung, könnte es so weit sein. Auch hier wäre er offen für Pächter. 

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