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Stadtentwicklung
Über den Anger in Münnerstadt führt ein Rollatorenband
Vor dem G3 Outlet stößt das neue Rollatorband auf die vorhandenen Platten.
Vor dem G3 Outlet stößt das neue Rollatorband auf die vorhandenen Platten. // Thomas Malz
Münnerstadt – Nach Fertigstellung der Kapellengasse in Münnerstadt wird der beliebte Platz barrierearm gestaltet. Die Einbahnstraßenregelung bleibt erst einmal erhalten.

Sie war das Pilotprojekt zur Neugestaltung der Straßen und Gassen in der Münnerstädter Altstadt, und nun ist sie fertig: die Neugestaltung der Kapellengasse. Nach der Winterpause hatten die Mitarbeiter der Baufirma nach Ostern unter anderem noch die Traufsteine verlegt und den Grünbereich angelegt. Inzwischen kann sie wieder befahren werden, allerdings nur einseitig von der Veit-Stoß-Straße zum Anger, weil sich der Stadtrat zumindest probeweise eine Einbahnstraßenregelung gewünscht hatte, so wie es vor Jahrzehnten schon einmal war. Da hatte es letzte Woche allerdings ein paar Schwierigkeiten gegeben, weil die neuen Schilder für die Einbahnstraßenregelung noch nicht da waren und manche Autofahrer – weil offensichtlich erlaubt – die Kapellengasse auch in umgekehrter Richtung nutzten, was nicht ganz ungefährlich war. Das Problem hat die Stadt zunächst durch Aufstellen vorläufiger Verkehrszeichen behoben.

Mit vorhandenen Steinen arbeiten

Quer über den Anger führt das Rollatorband von der Kapellengasse zum Supermarkt Tante Enso und Richtung Heimatspielhaus.
Quer über den Anger führt das Rollatorband von der Kapellengasse zum Supermarkt Tante Enso und Richtung Heimatspielhaus. // Thomas Malz

So ganz beendet sind die Bauarbeiten indes noch nicht. Derzeit sind die Mitarbeiter der Baufirma dabei, mit den restlichen Steinen ein Rollatorband über den Anger zu verlegen. Durchgehend ist das allerdings nicht möglich, weil die Steine dafür nicht ausreichen würden. „Und die Lieferfrist beträgt ein halbes Jahr“, sagt Bürgermeister Michael Kastl dazu. Das heißt, man müsste in sechs Monaten noch einmal eine Baustelle einrichten. „Das ist überhaupt nicht vorgesehen“, erläutert der Bürgermeister. „Es war nie das Ziel, den Anger komplett neu zu gestalten.“

Bis zum Eingang des Supermarkts

Also habe man vor der Frage gestanden, wie man mit den vorhandenen Mitteln große Bereiche des Angers barrierearm erschließen kann. Ziel sei es, dass zumindest auf der östlichen Seite alle Einrichtungen erschlossen werden. So ist nun ein Rollatorband von der Kapellengasse quer über den Anger zum Eingang des Supermarktes Tante Enso und weiter zum G3 Computer Outlet und zum Geschäft Power of Streets gelegt worden. Von dort aus ist der Rest des östlichen Angers über ein seit vielen Jahren vorhandenes Band aus Platten barrierearm zu erreichen, das allerdings zwischen Anger 7 und 9 durch die Einfahrt zur Grube unterbrochen ist. Auch dort wird derzeit eine Verbindung neu geschaffen, so dass es praktisch ein Rollatorband von der Kapellengasse bis zum Anger 1 (angerWein) gibt, wenn auch nicht durchgehend aus einem Material. „So haben wir mit geringen Mitteln viel geschafft“, findet der Bürgermeister.

Einbahnstraße bleibt

Auf der westlichen Seite des Angers gibt es übrigens auch schon seit vielen Jahren ein Band aus rötlichen Pflastersteinen, auf denen Kinderwagen oder Rollatoren etwas besser fahren als auf dem übrigen Pflaster.

Wenn die letzten Lücken im Rollatorband geschlossen sind, werden die Baustelle und das Materiallager auf dem Anger ganz verschwinden. Michael Kastl möchte auch die Einbahnstraßenregelung in der Kapellengasse beibehalten. „Aus meiner Sicht hat sich das bewährt“, sagt er. Die Streitgasse ist mit Beendigung der Bauarbeiten nun wieder in beide Richtungen befahrbar.

Die neu gestaltete Kapellengasse ist wieder für den Verkehr freigegeben und bleibt erst einmal eine Einbahnstraße.
Die neu gestaltete Kapellengasse ist wieder für den Verkehr freigegeben und bleibt erst einmal eine Einbahnstraße. // Thomas Malz

Salzgasse drängt

Die Kapellengasse war als Pilotprojekt vorgesehen, auch andere Straßen müssten dringend hergerichtet werden. Und da fällt der Blick des Bürgermeisters vor allem auf die Salzgasse auf der anderen Seite des Angers. Im diesjährigen Haushalt seien zumindest Mittel für Planungskosten eingestellt. Kastl verweist auf die Verkehrssicherheit. Der Gehweg in der Salzgasse, der als Schulweg gilt, ist nicht breit genug. Und die Verkehrsfläche ist mehr als holprig. Es sei ein Gebot der Fairness, die Salzgasse auch bald anzugehen, meint das Stadtoberhaupt.

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