Fest der Genüsse
Berühmter Whisky-Barde begeistert in Thurnau
Im Schlosshof  begrüßte eine  Pipe-Band die Gäste.
Im Schlosshof begrüßte eine Pipe-Band die Gäste.
Foto: Horst Wunner
F-Signet von Horst Wunner Fränkischer Tag
Thurnau – Auf Schloss Thurnau fand ein Celtic-Castle-Festival mit Dudelsack, Stepptanz und Whisky-Tasting statt.

Es war wieder mit Händen zu greifen, dieses besondere Celtic-Castle-Festival-Feeling im Schloss Thurnau. Das Kutschenhaus mit seinen unverputzten Mauern war von vielen Kerzen in ein mystisches Licht getaucht und bot den idealen Rahmen für das Fest.

Keltische Kultur, eine Unmenge von Trinksprüchen und die bedienende Hofschar in mittelalterlicher Tracht verwandelten den Abend in eine lehrreiche und kulinarische Reise in die Vergangenheit Schottlands, Irlands und Großbritanniens.

Stimmungsvolle Begrüßung

Stimmungsvoll war schon die Begrüßung im romantischen Schlosshof mit der „Berlin-Police-Pipe-Band“ in stilechten Kilts und mit Dudelsack. Spielmann Schabernackkrakel eröffnete mit dem Rufhorn das Festival und ließ alle hochwohllöblichen Gäste willkommen, die sich dann drinnen der opulenten Schlemmerei hingaben.

Kredenzt wurden Irish Stew, flambierten Kapaun, Atlantiklachs, Apple Crumble und Irish Coffee, wobei zwei Köche den Kapaun stilgerecht auf einem Holzbrett in den Saal trugen, begleitet von einem Dudelsackspieler. Die Menschen vor 1000 Jahren hatten eben Geschmack.

„The Emerald Dancers“ steppten im Kutschenhaus.
„The Emerald Dancers“ steppten im Kutschenhaus.
Foto: Horst Wunner

Großartige Choreografie

Zwischen den sieben Gängen erklang der typische Klang der Insel, die Rhythmen der metallenen Absätze während der Stepptänze waren eine Hör-und Augenweide. „The Emerald Dancers“ garnierten das mit einer großartigen Choreografie: „Goldfinger“-Atmosphäre in gleißenden Kostümen, Warrior-Szenen ganz in Schwarz und eine artistische Körperbeherrschung. Es gab dafür Sonderbeifall und Zugaben.

Spielmann Schabernackkrakel  sprach zu den  Besuchern.
Spielmann Schabernackkrakel sprach zu den Besuchern.
Foto: Horst Wunner

Später ebenso umjubelt Robin Laing an der Gitarre, der Whisky-Barde Schottlands schlechthin. Sehnsuchtsvoll, melancholisch, aber auch mit dem schwarzen Humor der Insulaner ausgestattet, zog er seine Zuhörer in den Bann.

Witzige Beiträge

Ein Wort muss man noch über den Spielmann Schabernackkrakel verlieren: Er machte den Abend und die Nacht mit seinen witzigen Beiträgen, dem Spiel auf der Leier, der Laute und der Drehorgel, und dem „Slainthe“, was „Zur Gesundheit“ bedeutet, zum speziellen Erlebnis. Da stimmten alle lautstark mit ein.

So gab es zwangsläufig nur positive Aussagen der Gäste zum Spektakel bis Mitternacht. Johannes König aus Buttenheim, ein Kenner von Celtic-Festivals, gefielen besonders die Atmosphäre und das Preis-Leistungs-Verhältnis. Ina und Michael Hößl aus Kaltennordheim in Thüringen nannten den Abend extrem kurzweilig mit einem tollen Rahmenprogramm.

Und Colin Kennedy Roe, ein waschechter Ire und seit sechs Jahren in Bayreuth wohnhaft, also einer der es beurteilen kann, sagte nur: „Super.“

Lebensgefühl von der Insel

Darüber freute sich Matthias Hartl, Schlossgastronom und Veranstalter des Festivals: „Wir hatten an allen drei Tagen eine sehr gute Nachfrage, die Romantik von Thurnau ist ja auch ein wichtiger Aspekt.“ Die bisherigen fünf Festivals seien auch ein bisschen eine Hommage an seine Mutter, eine echte Irin. „Ich als Halb-Ire will daher etwas vom Lebensgefühl der Insulaner nach Oberfranken bringen.“

Im Blickpunkt des Wochenendes standen schließlich noch noch die Premium- Whiskytastings berühmter schottischer Destillerien. Nicht fehlen durfte zum Abschied das Lied „Amazing grace“ durch die Pipe-Band, im Schlosshof warteten auf dem Weg nach Hause noch eine letzte Mitternacht-Whisky-Verkostung und ein hochprozentiger Absinth. Herz, was willst du mehr.

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