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Kommentar
Tunnel: Empörung ist verständlich, aber sinnlos
Das Ziel ist richtig, aber das Argument ist schwach, sagt Mark Hildebrandt.
Dass die Kostensteigerung keinen Jubel hervorruft, ist klar, sagt Mark Hildebrandt. // BR/Möhrle
Kauerndorf – Die Kostensteigerung ist enorm. Doch die politische Diskussion rund ums Projekt ist schon lang vorbei. Man kann nur hoffe, dass es nicht noch teurer wird.
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Wäre der Kauerndorfer Tunnel vor Jahren geplant worden, wenn klar gewesen wäre, dass die Kosten bei zwischenzeitlich rund 146 Millionen Euro landen würden? Es ist ein Schicksal, das das geplante Bauwerk mit vielen öffentlichen Projekten teilt. „Baukostensteigerung“ ist eine häufig genannte Vokabel, wenn in politischen Gremien über Bausachen gesprochen wird.

Bei anderen Projekten noch Korrektiv

Da gibt es dann aber immerhin ein Korrektiv bis zur finalen Ausschreibung: Bei Kindergärten oder anderen öffentlichen Bauten kommt dann schon mal die Frage der politischen Entscheider, ob es wirklich dieser oder jener Standard sein muss. Oder ob es noch Einsparpotenziale gibt.

Auch beim Tunnel könnte man freilich überlegen: Sollte man überhaupt noch bauen? Oder könnte man 146 Millionen Euro nicht woanders besser ausgeben?

Beim Kauerndorfer Tunnel ist ein Zurück allerdings nicht möglich, es liegt auch nicht in der Logik des Prozesses. Für die Behörde sind alle Rahmenbedingungen bis hin zum Baurecht gegeben, um den Plan jetzt weiter in die Tat umzusetzen.

Das tut sie auch. Das Staatliche Bauamt in Bayreuth hat den Tunnel-Auftrag für 75 Millionen Euro vergeben. Die Behörde weist darauf hin, dass die Baupreise für alle Bundesfernstraßen zwischen 2021 und 2026 um mehr als 43 Prozent gestiegen sind.

Im Bundeshaushalt sind die Mittel (auch) für den Kauerndorfer Tunnel drin. Damit liegen formal alle Grundlagen für den Start vor. Und: Die politische Diskussion ist schon recht lang durch. Die Gegner unterlagen am Ende.

Gleichwohl sind die irritierten Reaktionen der Steuerzahler verständlich. Immerhin ist es Geld aus ihren Taschen, das jetzt vergraben wird. 90 und 146 Millionen Euro, das ist schon ein recht großer Unterschied. Die Empörung überrascht also nicht, zumal das Bauamt die laufenden jährlichen Kosten auf etwa eine Drittelmillion Euro schätzt.

Hier hilft offenbar nur das, was Autofahrer später vermeiden sollten: Augen zu und durch. Und hoffen, dass am Ende nicht erhebliche Mehrkosten dazu kommen.

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