Herbstkonzert
Bombastisches Konzert: Blockbuster-Kino ohne Film
Die Zuhörer sind in die Klangwelt des Kinos eingetaucht.
Die Zuhörer sind in die Klangwelt des Kinos eingetaucht.
Foto: O Weidner
F-Signet von Otto Weidner Fränkischer Tag
Ebensfeld – Zum größten Kinosaal weit und breit wurde die Ebensfelder Dreifachsporthalle umfunktioniert, und das, ohne dass ein einziger Film gezeigt wurde.

Die vier Orchester mit fast 100 Mitwirkenden der Musikvereinigung Ebensfeld hatten unter dem Motto „Kopfkino“ zu ihrem diesjährigen Herbstkonzert eingeladen und landeten mit dem zweistündigen Musikereignis einen Blockbuster.

Bereits beim Betreten der herbstlich geschmückten Halle wurden die verschiedenen Sinne der Besucher sofort auf Kino-Feeling ausgerichtet: Wohlriechender Duft von Popcorn erfüllte den gesamten Raum. Am Eingang lagen die Programme, gestaltet in Form einer modernen Kinoeintrittskarte, aus.

Hinter der großen Konzertbühne erhob sich eine riesige Kinoleinwand, allerdings in tiefstes Schwarz getaucht, die jedem Zuhörer seine eigenen Bilder im „Kopfkino“ ermöglichen sollte.

Wie bei einem Filmfestival führte das Moderatorenduo Tobias Engel und Anna Wohnig die Besucher durch die vierteilige „Filmreihe“. Für die Gesamtregie zeigte sich Kathrin Motschenbacher verantwortlich.

Mit „Steppenwolf“ in die 60er

Die Jüngsten der Juniorband starteten gleich im wahrsten Sinn des Wortes voll durch, als sie unter der Leitung von Eva Murmann mit dem Song „Born to be wild“ aus dem Roadmovie „Easy Rider“ anstimmten. Abenteuerlich ging es weiter, als die Jungmusiker, die mit ihren zehn Jahren und aufwärts, die Anwesenden in den „Jurassic-Park“ und letztlich ins Weltall mit „Star-Wars“ entführten.

Nach kurzem Wechsel traten die Nächstälteren des Ebensfelder Jugendorchesters auf die Bühne. Mit den Highlights aus dem Dschungelbuch und dem von Elton John geschriebenen Welthit aus „Der König der Löwen“ „Can You Feel The Love Tonight“ erschienen von Balu der Bär bis hin zu Simba die tierischen Gestalten vor dem inneren Auge. Nach dem „Raiders March“ aus dem Filmklassiker „Indiana Jones“ durfte auch hier eine Zugabe nicht fehlen.

Mit den dritten Protagonisten des Abends machte sich vor der Pause dann mit der Erwachsenenbläserklasse „Bloos A-Moll“ eine weit und breit einzigartige Formation für ihren Auftritt bereit.

Von Ebensfeld ab nach Irland und ins Bierzelt

Mit dem „Irish Dream“ zauberten sie auf die schwarze Leinwand musikalisch die grünen Landschaften Irlands, mit „I love Polka“ sah man sich sogleich in ein zünftiges Bierzelt versetzt, bevor der „Boney M“- Song „Sunny“ die Discozeit aufleben ließ.

Besser als Louis Armstrongs Welthit „What a wonderful world“ als Zugabe konnte man die verschiedensten Kopfkino-Bilder nicht zusammenfassen, mit der die Zuhörer in die Pause entlassen wurden.

Die großen vier des Kinos

Der Einstieg in den vierten und größten Teil des Abends mit dem 40-köpfigen Blasorchester Ebensfeld unter der Leitung von Kathrin Motschenbacher konnte nicht besser gelingen als mit dem kraftvollen Medley „Great Movie Marches“. Alle Altersgruppen genossen sichtlich die vier größten Märsche der Leinwand, den „River Kwai Marsch“ und die Märsche aus „Das Dschungelbuch“, „Krieg der Sterne“ und nochmals aus „Indiana Jones“.

Mit den zwei Wertungsspielstücken des nächsten Jahres präsentierte das Blasorchester dann jedoch mit konzertanter Blasmusik ganz andere Klangfacetten. Mit dem Konzertwerk „La Legend di St. Odile“ zeichnete das Orchester die Dramaturgie der blind geborenen und später geheilten Heiligen Otilie und ihrem von der Nächstenliebe geprägten Wirken im Elsass nach.

Im zweiten Konzertwerk „Klangfusion“ erschienen den Zuhörern die Burgen und Schlösser Südtirols, die Feste zur Törggelesaison und die Harmonie beim gemeinsamen Musizieren der dortigen Musikanten vor Augen.

Zurück im Filmgenre erschien anschließend mit dem „The Pink Panther Theme“ der berühmte rosarote Panther und mit dem „Miss Marple Theme“ eine etwas seltsam anmutende ältere Dame, die sich als Detektivin betätigte, auf der Kopf-Leinwand.

Einzug der musikalischen Athleten in Ebensfeld

Noch vor dem großen gemeinsamen Schlussauftritt aller Mitwirkenden glänzten die beiden jungen Sängerinnen Selina Finzel und Lisa Weidner mit dem zweistimmig vorgetragenen Titelsong „Let it go“ aus „Die Eiskönigin“.

Wie in eine römische Arena marschierten schließlich zu den Klängen des Triumphmarsches „Einzug der Gladiatoren“ ganz besondere Athleten ein.

Musiker aller Orchester begleiteten mit einem Trinkbecher bewaffnet den bei Jüngeren sehr bekannten „Cup Song“ aus „Pitch Perfect“ im Rhythmus des Popsongs, gesungen durch Holger Gunzelmann und Lisa Weidner.

Lesen Sie auch:

Inhalt teilen

Oder kopieren Sie den Link: