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Wo sich die Geschichte türmt
Das ist zum Tag des offenen Denkmals in Lichtenfels geboten
Imposant und bereit zur Besichtigung: der Rote Turm.
Imposant und bereit zur Besichtigung: der Rote Turm. // Foto: Claudia Dressel
Signet des Fränkischen Tags von Monika Schütz
Lichtenfels – Die Offenen Denkmäler im Kreis Lichtenfels laden zu interessanten Zeitreisen ein. Interessierte können die spannendsten Hintergründe über seine wechselvolle Geschichte erfahren.

Die Stadt Lichtenfels beteiligt sich mit mehreren sehenswerten Objekten am „Tag des offenen Denkmals“ am Sonntag, 13. September. Die offizielle Eröffnung des bundesweiten Denkmal-Tages findet in der historischen Welterbestadt Bamberg statt.

Entdeckungstour im Stadtschloss

Zu einer besonderen Entdeckungstour lädt in Lichtenfels das Stadtschloss ein. Gemeinsam mit Stadtarchivarin Christine Wittenbauer kann man bei einer Führung das historische Gebäude vom Keller bis ins Dachgeschoss erkunden und dabei mehr über seine wechselvolle Geschichte erfahren, verrät Steffen Hofmann, Leiter des Amtes für Wirtschaft, Tourismus & Kultur in Lichtenfels.

Gemeinsam mit der Stadtarchivarin können Interessierte die spannendsten Hintergründe über seine wechselvolle Geschichte erfahren. Das Stadtschloss thront in exponierter Lage über den Dächern der Altstadt und ist weithin zu sehen. Erbaut wurde es 1555 von Caspar von Sternberg – gegen den Widerstand der Lichtenfelser.

Das Stadtschloss in Lichtenfels ist geöffnet vom Keller bis ins Dachgeschoss.
Das Stadtschloss in Lichtenfels ist geöffnet vom Keller bis ins Dachgeschoss. // Foto: Claudia Dressel

In den vergangenen Jahrhunderten diente das Gebäude unterschiedlichen Zwecken und hatte wechselnde Besitzer: Adelssitz und fürstbischöfliches Absteigequartier, Getreidespeicher, Weinlager, Trockenraum für Kräuter und zuletzt Lager einer Korbwaren-Gesellschaft. Heute beherbergt das Stadtschloss die städtischen Sammlungen und wird zudem für kulturelle Veranstaltungen genutzt.

Zwei Führungen durch das Stadtschloss

Zum Tag des offenen Denkmals am Sonntag, 13. September, bietet Stadtarchivarin Christine Wittenbauer zwei Führungen durch das Stadtschloss an: um 14 Uhr und um 16 Uhr. Treffpunkt ist jeweils im Foyer des Stadtschlosses. Die Führungen sowie der Zugang zu den Städtischen Sammlungen sind an diesem Tag kostenfrei.

Rest der Stadtmauer

Bei einer fachkundigen Führung kann man am 13. September auch den gegenüberliegenden Roten Turm besichtigen. Lichtenfels war einst von einer Ringmauer mit vier Toren, fünf Wehrtürmen und einem Wehrgang sowie einem Graben umgeben. Im Bereich des Stadtschlosses hat sich ein kleiner Rest dieser historischen Befestigungsanlage mit einem der ehemaligen Wehrtürme, dem Roten Turm, erhalten.

Der dreigeschossige Turm wurde im 14. Jahrhundert aus massiven Sandsteinquadern erbaut und stand damals wohl an höchster Stelle in Lichtenfels. Er überragte sogar den Oberen Torturm. Aus dieser Zeit stammte die Bezeichnung Luger Turm.

Kleine Durchfahrt durch die Mauer

Im 18. Jahrhundert wurde er Röschenturm genannt. Heute ist er als Roter Turm bekannt, was wohl auf sein ziegelgedecktes Walmdach zurückzuführen ist. Im Erdgeschoss befindet sich ein kleiner Keller. Der Zugang zum Turm erfolgte über den ersten Stock. Mit Schießscharten konnte man die Mauer und den Graben gegen herannahende Feinde verteidigen.

Einige Schritte neben dem Turm war eine kleine Durchfahrt durch die Mauer. Einst wurde vermutet, dass sich dort ein weiteres Tor, das Langheimer Tor befand. Allerdings gibt es für die Existenz dieses Tores keinen urkundlichen Beweis.

Seit 1969 stand der Turm leer

Anfang des 18. Jahrhunderts wurde im Turm eine Wohnung eingerichtet und vermietet. Auch ein Nachtwächter lebte hier. 1818 wurde der Turm verkauft. Die letzte Inhaberin verschenkte den Turm 1930 an die Stadt. In den 1950er Jahren wurde der Keller des Turms als Aufenthaltsraum für die örtlichen Pfadfinder zur Verfügung gestellt. Aus dieser Zeit stammt auch das Wandgemälde vom Ritter St. Jürg.

Seit 1969 stand der Turm leer. 2024 hat die Stadt Lichtenfels den Turm mit Zuschüssen der Städtebauförderung renoviert. Seit 2025 ist der Turm für die Öffentlichkeit begehbar.

Beachten: Die Führung durch das Stadtschloss ist nur teilweise barrierefrei, der Zugang zum Roten Turm ist durchwegs nicht barrierefrei.

Ein weiteres geöffnetes Denkmal steht in Weismain: das Rathaus, ein dreigeschossiger Satteldachbau mit Treppengiebeln. Erbaut wurde es vor 1543. Das Gebäude wird seit 2022 restauriert.

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