250 Jahre Basilika
Vierzehnheiligen: "Wohnt hier der liebe Gott?"
Zwei Türme prägen die Basilika Vierzehnheiligen.
Zwei Türme prägen die Basilika Vierzehnheiligen.
Foto: Kur- & Tourismus-Service Bad Staffelstein
von dpa
Vierzehnheiligen – An 14 Nothelfer können Gläubige im Wallfahrtsort Vierzehnheiligen ihre Bitten und Anliegen richten. Vor 250 Jahren wurde die Basilika geweiht.

Nicht wuchtig, eher zart kommt sie einem vor, wenn man auf sie zufährt: Die Basilika Vierzehnheiligen, die zu den bekanntesten Wallfahrtsorten Bayerns zählt, wurde vor 250 Jahren geweiht.

Wenn man dann angekommen ist, oben am Berg, dann freilich zeigt sich die wahre Dimension des Gotteshauses mit den zwei prägenden Türmen. Schon von außen lässt sich die Pracht erahnen, die sich im Inneren dann voll entfaltet. Wo soll man nur zuerst hinschauen bei all dem Glanz?

Der berühmte Baumeister Balthasar Neumann plante das Gotteshaus, fast 30 Jahre dauerte es bis zur Weihe, Neumann war zu dem Zeitpunkt schon gestorben.

Der berühmte Altar mit den Nothelfern

Im Zentrum: der Rokoko-Altar für die 14 Nothelfer, die dem Wallfahrtsort ihren Namen geben. Die allermeisten Pilgerstätten in Deutschland sind Marien-Wallfahrtsorte. In Oberfranken kann man seine Bitten gleich an 14 Heilige richten, sofern man daran glaubt.

Blick in das prachtvolle Innere der Basilika Vierzehnheiligen. Unser Bild entstand beim Eröffnungsgottesdienst der Frühjahrs-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz im März.
Blick in das prachtvolle Innere der Basilika Vierzehnheiligen. Unser Bild entstand beim Eröffnungsgottesdienst der Frühjahrs-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz im März.
Foto: Nicolas Armer/dpa

Deren überlieferte Lebens- und Märtyrergeschichten sind recht martialisch, wie Franziskanerpater Maximilian Wagner, Rektor der Basilika, sagt: „Ihr Lebensende war teils sehr grausam.“

Die heilige Katharina von Alexandrien etwa wurde der Legende nach gerädert, die heilige Barbara vom eigenen Vater enthauptet, weil sie dem christlichen Glauben nicht abgeschworen hatte.

Die Legende vom Schäfer

Die Ursprünge von Vierzehnheiligen gehen auf eine Legende aus dem 15. Jahrhundert zurück. Einem Schäfer sollen die 14 Nothelfer erschienen sein und ihn gebeten haben, eine Kapelle zu errichten.

Im Frühling, im Sommer und im Herbst ist Vierzehnheiligen nahe Bad Staffelstein im Landkreis Lichtenfels vor allem am Wochenende ein belebter Ort. Fast im Halbstundentakt kommen die Wallfahrtsgruppen an und ziehen singend in die Basilika ein.

Wallfahrten seien nach wie vor beliebt, sagt Pater Maximilian Wagner. Es gebe weiterhin die traditionellen Wallfahrten einzelner Gemeinden nach Vierzehnheiligen, es gebe aber auch Pilgerinnen und Pilger, die alleine oder in kleinen Gruppen Pilgerwege absolvierten.

Anziehungspunkt für Gläubige aus der ganzen Welt

Und freilich – das berühmte Gotteshaus lockt auch Touristen und Ausflügler an. Der Rektor hat aber auch in dieser Gruppe ein großes Interesse an der Basilika und an Glaubensthemen festgestellt: „Die Menschen haben viele Fragen.“

Für den Bamberger Erzbischof Ludwig Schick ist Vierzehnheiligen „das schönste Wohnzimmer des lieben Gottes im Erzbistum“. Die ganze Basilika mit den Kuppeln übe eine Sogwirkung aus: „Sie zieht zum Himmel.“ Das schenke „Hoffnung und Trost, Kraft und Mut im Leben und Sterben.“ Vierzehnheiligen solle für alle Besucher ein Lebensquell sein.

Für die Ewigkeit gebaut

Das Kirchweihjubiläum wird in Vierzehnheiligen am Sonntag, 18. September, gefeiert, der Päpstliche Nuntius Nikola Eterovic wird erwartet. Bundesweit Beachtung fand der Wallfahrtsort zuletzt im März, als die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) dort tagte.

Die Basilika ist offiziell im Besitz des Freistaats Bayern. Die Franziskaner leben seit 1839 in Vierzehnheiligen und betreuen den Wallfahrtsort. Damals war vom Glanz des Rokoko nicht mehr viel zu sehen – ein Brand hatte der Kirche zugesetzt. Die vorerst letzte große Sanierung des Innenraums fand von 1982 bis 1990 statt.

Eine Kirche wie Vierzehnheiligen sei „für die Ewigkeit gebaut“, das spürten die Menschen, ist sich Pater Maximilian sicher. Wenn er Führungen für Kinder anbiete, stellten sie oft die Frage: „Wohnt hier der liebe Gott?“

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