Heimat
Ein Ort der Geborgenheit für Alleinerziehende
Sr. Dorothea, die Leiterin des Konradshofs (links) mit Diego (3), Emilia (18 Monate) und Tobias sowie Luan (acht Wochen) und seiner Mutter Lisa beim Spielen.
Sr. Dorothea, die Leiterin des Konradshofs (links) mit Diego (3), Emilia (18 Monate) und Tobias sowie Luan (acht Wochen) und seiner Mutter Lisa beim Spielen.
Foto: Matthias Einwag
Vierzehnheiligen – Im Konradshof in Vierzehnheiligen finden Alleinerziehende mit ihren Kindern einen geschützten Raum.

Als der Konradshof vor 20 Jahren seine Arbeit aufnahm, lag ein klares Konzept vor. Unter der Trägerschaft der St.-Franziskus-Schwestern sollte durch die Hilfe das Leben junger Mütter und Väter stabilisiert werden. Mit der Unterstützung eines Teams aus Sozialpädagoginnen und Erzieherinnen finden diese jungen Menschen mit ihren Kindern seither einen geschützten Raum, eine Heimat, in der sie ihre persönliche Problematik überwinden, einen

Schulabschluss absolvieren oder sogar eine Berufsausbildung abschließen können. Zudem geht es dem Team um Schwester Dorothea Köhler darum, die Beziehung der Eltern zu ihren Kleinkindern zu verbessern sowie den jungen Menschen aus prekären Verhältnissen Wege aufzuzeigen, wie sie unabhängig von öffentlichen Hilfen leben und sich beruflich integrieren können.

Praktische Hilfestellungen

Schwester Dorothea skizziert nachfolgend einen anonymisierten, aber typischen Fall aus ihrer 20-jährigen Praxis: Eine schwangere Frau Mitte 20 wird mit ihrem dreijährigen Kind im Konradshof aufgenommen. Vier Jahre bleibt sie im geschützten Raum des Konradshofes. Hier kommt ihr zweites Kind zur Welt und hier erhält sie Hilfestellung bei allen praktischen Dingen der Alltagsbewältigung. Diese junge Frau findet so auch Zeit, in der nebenan liegenden Fachschule den Beruf einer Assistentin für Ernährung und Versorgung zu erlernen (umgangssprachlich Hauswirtschaftshelferin genannt). Tagsüber werden ihre Kinder betreut. „Das geschieht in der Kindertagesstätte Banzgau in Unnersdorf“, sagt Schwester Dorothea, „das ist unsere Krippe und unser Kindergarten, denn so werden für die Eltern zeitlich Ressourcen frei.“

Als die 28-jährige Frau nach vier Jahren den Konradshof mit ihren drei und sechs Jahre alten Kindern verlässt, hat sie hier Kompetenzen erworben, die ihr ermöglichen, im Alltag selbst klarzukommen, sagt Schwester Dorothea. Die Frau hat dafür nicht nur das soziale Rüstzeug an die Hand bekommen, sondern konnte auch ihre Schulden mit Hilfe des Konradshof-Teams regulieren. Sie sei somit gut vorbereitet, sich in einer eigenen Wohnung zurechtzufinden.

Das bedeute freilich nicht, dass die junge Frau fortan allein gelassen werde: Sozialpädagogen und das Jugendamt werden sie weiter begleiten. Die berufliche Qualifikation, die sie in diesen vier Jahren erwerben konnte, befähigten sie, eine Stelle in der Betreuungsarbeit einer Altenpflegeeinrichtung anzunehmen.

„Corona macht uns jetzt leider einen Strich durch die Rechnung, weil viele Betriebspraktika derzeit nicht mehr möglich sind“, fährt die Leiterin des Konradshofs fort.

Den weiteren Weg der jungen Frau schätzt Schwester Dorothea gleichwohl gut ein: „Diese vier Jahre waren für sie eine gute Zeit, in der sie lernte, den Sprung in die Eigenständigkeit zu wagen.“ Sie könne nun prüfen, ob sich das, was sie im Konradshof gelernt hat, in der Praxis bewährt.

Der Konradhof, sagt die 57-jährige Ordensfrau, sei für diese jungen Menschen ein Stück Heimat. Denn viele kämen entwurzelt hierher, ihre Schicksale seien oft tragisch. Besonders schön sei es für die Betreuer, die jungen Frauen und Männer bei den Ehemaligentreffen wiederzusehen, was manchmal sehr emotional ablaufe. Wichtig sei ihr und ihrem Team, den Kontakt zu den ehemaligen Bewohnerinnen und Bewohnern zu halten. „Wir freuen uns zu sehen, welche positive Wendung ihr Lebensweg genommen hat.“ Erfolge zu definieren sei in der Sozialarbeit jedoch schwierig. Es sei manchmal schon ein Erfolg, wenn die Situation nicht schlechter werde.

Erfreulich sei es aber immer wieder, wenn Ehemalige Jahre später davon erzählen, dass sie nun mit ihren Kindern in einer eigenen Wohnung leben und vielleicht sogar einen verlässlichen Partner oder eine Partnerin gefunden haben.

Franken helfen Franken

Hilfe für Eltern Der Konradshof in Vierzehnheiligen ist eine Einrichtung zur Unterstützung schwangerer Frauen sowie von Müttern und Vätern mit ihren Kindern. Diesen soll der Weg in ein eigenständiges Leben ermöglicht werden. Sie erhalten professionelle Hilfe für für ihren weiteren Lebensweg.

Spendenverein Die Mediengruppe Oberfranken (mgo) erreicht über ihre lokalen Tageszeitungen wie den Fränkischen Tag sowie digitale Informations- und Service-Portale jeden Tag rund 600 000 Menschen. Außerdem ist die mgo als Multimediaunternehmen mit Tochterfirmen wie dem Marketing-Komplettdienstleister mgo360, den mgo Fachverlagen oder mgo Digital Ventures breit aufgestellt. Diese Vielfalt nutzt die Unternehmensgruppe, um mit dem Spendenverein „Franken helfen Franken“ seit 2009 Hilfsbedürftige in ganz Franken zu unterstützen. Alle Spenden gehen zu 100 Prozent an in Not geratene Menschen oder gemeinnützige Organisationen und Projekte in der Region. Die Verwaltungskosten übernimmt die mgo. Insgesamt wurden seit 2009 deutlich über eine halbe Million Euro von Franken helfen Franken vergeben.

Spendenkonto Mediengruppe Oberfranken –

Franken helfen Franken e.V. Sparkasse Bamberg

IBAN DE62 7705 0000 0302 1945 01

BIC BYLADEM1SKB

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