Pandemie
Erst testen, dann einkaufen
Bad Staffelsteins Zweiter Bürgermeister Hans Josef Stich lässt sich von Schwester Annemarie Bogdanovic auf eine Corona-Infektion testen. Testen lassen kann sich hier nun jeder, der sich vorher anmeldet.
Bad Staffelsteins Zweiter Bürgermeister Hans Josef Stich lässt sich von Schwester Annemarie Bogdanovic auf eine Corona-Infektion testen. Testen lassen kann sich hier nun jeder, der sich vorher anmeldet.
Foto: Matthias Einwag
Bad Staffelstein – Im neuen PopUp-Testzentrum am Staffelsteiner Marktplatz sind kostenlose Corona-Schnelltests möglich.

Dreiviertel aller Bayern wollen im Pfingsturlaub nicht verreisen, sondern die Ferien zu Hause verbringen. Das haben Umfragen soeben ergeben. Wenn die Inzidenzwerte das zulassen, ist auch in der Heimat einiges möglich – etwa ein Fahrradausflug zum Biergarten oder zum Badesee. Dafür sowie für den Besuch eines Friseurs oder Fußpflegers, für Visiten in Krankenhäusern und Altenheimen sind Corona-Schnelltests erforderlich.

Am Staffelsteiner Marktplatz (ehemalige Hypobank) wurde vor wenigen Tagen das PopUp-Testzentrum eröffnet. Die Stadt stellt der Adam-Riese-Unternehmergemeinschaft diese Räume seit einiger Zeit für Verkaufsveranstaltungen zur Verfügung. Gemeinsam mit Quartiersmanager Michael Böhm entwickelten die Staffelsteiner Einzelhändler die Idee, hier ein PopUp-Testzentrum zu eröffnen. Denn Testmöglichkeiten werden sicher in den nächsten Wochen und Monaten gebraucht, wenn die Läden und Geschäfte sowie die Außengastronomie wieder öffnen dürfen.

Die Nachfrage zieht derzeit stark an

Mit dem Lichtenfelser Apotheker Hartmut Pensel, der die Staffelsteiner Stadt- und die Adelgundis-Apotheke als Filialen betreibt, fanden die Einzelhändler einen optimalen Partner. „Jetzt zieht die Nachfrage nach Schnelltests stark an, denn die Leute wollen ja in den Urlaub“, sagt er. Viermal in der Woche hat das neue PopUp-Testzentrum von nun an geöffnet. Es ergänzt zeitlich die drei anderen Teststationen, die es außerdem in Bad Staffelstein gibt.

Apotheker Hartmut Pensel und sein Sohn Patrick kümmerten sich um geeignetes Personal und wiesen die Kräfte fachkundig ein. Dabei achteten sie darauf, dass jene Mitarbeiter, die Abstriche nehmen, einen medizinischen Berufshintergrund haben.

Franziskusschwestern als Nothelferinnen

So zum Beispiel die Franziskanerin Annemarie Bogdanovic aus Vierzehnheiligen. Sie ist ausgebildete Krankenschwester und meldete sich zusammen mit vier ihrer Mitschwestern für diesen Dienst. Apotheker Pensel und Quartiersmanager Böhm hatten sich hilfesuchend an die Generaloberin der Franziskanerinnen gewandt. „Die Leute sind sehr froh, dass es nun diese Testmöglichkeit gibt“, sagt Schwester Annemarie.

Susan Teuchgräber, die für alles Organisatorische im PopUp-Testzentrum zuständig ist, bestätigt dies. Bis zu 40 Personen täglich kommen bereits, um sich testen zu lassen, Tendenz steigend, sagt sie. Das Testzentrum sei schon nach wenigen Tagen gut ausgelastet.

Josepha Lieb, die Anmeldungen per Telefon und Mail entgegennimmt, weist darauf hin, den Personalausweis mitzubringen. Vor Ort müsse dann nur eine Datenschutzerklärung ausgefüllt werden – der Test selbst dauere nur wenige Minuten. Nach weiteren 15 Minuten liege das Testergebnis vor. Wenn es negativ sein sollte, können die Leute mit dem ausgestellten Zertifikat umgehend zum Friseur gehen.

„Ohne Grund kommt keiner zum Testen“, sagt Hartmut Pensel. Er weist jedoch darauf hin, dass die Leute symptomfrei sein müssen, wenn sie einen Schnelltest machen möchten. Wer Anzeichen einer Erkrankung an sich feststellt, müsse sich unbedingt einen Arzttermin geben lassen.

Der ausgebildete Physiotherapeut Patrick Pensel, der im Auftrag seines Vaters das Impfzentrum leitet, beschreibt, was passiert, wenn ein Schnelltest positiv ausfallen sollte: „PCR-Tests können wir umgehend veranlassen. Wenn jemand positiv getestet wird, dauert es zwischen 24 und 48 Stunden, bis das Laborergebnis vorliegt.“

Vorbereitet für die Zeit nach dem Lockdown

Sven Düber, der Zweite Vorsitzende der AR-Unternehmergemeinschaft, erklärt die Notwenigkeit dieser Einrichtung so: „Wir brauchen mehr Testkapazität für die Zukunft, wenn Läden und Gaststätten wieder öffnen dürfen, um möglichst vielen Berufstätigen ein zeitlich passendes Angebot machen zu können.“ Weil in den örtlichen Apotheken kein Platz sei für Schnelltests, sagt Michael Böhm, sei die Stadt eingesprungen und habe diese Räume zur Verfügung gestellt.

Zweiter Bürgermeister Hans Josef Stich (CSU) sagt, dass die Stadt gerne bereit sei, mitzuwirken: „Wir wollten die Versorgung am Ort verbessern.“ Obwohl die neue Einrichtung bisher noch nicht öffentlich vorgestellt wurde, „wird sie schon sehr gut angenommen“

Michael Böhm: „Wir sind bayernweit wohl die einzige Kommune, die neben einem PopUp-Store ein PopUp-Testzentrum hat.“ Eine solche Einrichtung sei sehr wichtig für eine Kurstadt, die pro Jahr rund zwei Millionen Besucher zähle. Bad Staffelstein bereite sich damit auf die Zeit vor, wenn die Gäste wieder kommen und die Obermain-Therme wieder geöffnet sein wird.

Hans Josef Stich, der die Gelegenheit wahrnahm und sich testen ließ, konnte die Einrichtung erleichtert verlassen – sein Schnelltest war negativ.

Corona-Schnelltestmöglichkeiten in Bad Staffelstein

PopUp-Testzentrum (ehemalige Hypo) Bahnhofstraße 2, Tel. 09573/ 3311779 oder online unter schnelltest@stadt-apotheke-ste.de

Testmöglichkeiten: Dienstag, Donnerstag und Freitag, jeweils von 8 bis 11 Uhr, und Samstag von 9 bis 12 Uhr

BRK Bad Staffelstein, Lichtenfelser Str. 30, Tel. 0700/112 0000 199 (kostenpflichtig) online unter https://brk-lif.de/termin/

Testmöglichkeiten: Montag, Mittwoch und Freitag jeweils 16.30 bis 18.30 Uhr

Adam-Riese-Apotheke, Untere Gartenstraße 5,Tel. 09573/310556

Testmöglichkeiten: Dienstag ganztags; Mittwoch, Donnerstag und Freitag jeweils vormittags

Caritas, Bahnhofstraße 80; ohne Terminvergabe

Testmöglichkeiten: Dienstag und Donnerstag jeweils 17 bis 19 Uhrred

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