Strom
Energiewende kommt in Ebensfeld voran
Die ersten Flächen des Parks gehen am 23. September ans Netz: Diese hier können mehr als 6000 Drei-Personen- Haushalte im Jahr mit Strom versorgen.
Die ersten Flächen des Parks gehen am 23. September ans Netz: Diese hier können mehr als 6000 Drei-Personen- Haushalte im Jahr mit Strom versorgen.
Foto: Monika Schütz
Ebensfeld – Die ersten beiden Abschnitte des Solarparks Draisdorf-Eggenbach wurden eingeweiht. Insgesamt wird eine Leistung von 20 Megawattpeak angestrebt.

IBC SOLAR hat mit den Flächenabschnitten Süd und Südwest zwei von insgesamt vier Teilbereichen des Solarparks Draisdorf-Eggenbach mit einer Leistung von zehn Megawattpeak (MWp) offiziell eingeweiht. Der Netzanschluss – inklusive der restlichen beiden Felder Nord und West – steht bevor und ist auf den 23. September terminiert. Der komplette Solarpark wird jährlich rund 21 400 Megawattstunden (MWh) Strom erzeugen und kann den Bedarf von 6100 Drei-Personen-Haushalten decken. Eingespeist wird der Strom ins Umspannwerk im sieben Kilometer entfernten Ebensfeld.

„Vielleicht sind Sie angefeindet worden, liebe Grundstücksbesitzer, dass Sie Ihre Flächen für eine Photovoltaikanlage zur Verfügung stellen“, empfing der Physiker und Vorstandsvorsitzende von IBC, Udo Möhrstedt, die Gäste im kleinen Zelt vor Ort mitten in der Flur. Dass so ein Projekt nicht nur Freunde habe, sei nichts Neues, bedauerte er. 18,6 Hektar sind nach seinen Angaben für den Solarpark bebaut worden, 18,6 Hektar früheres Ackerland, das jetzt unter den  Modulen brach liegt. Doch daraus ergäben sich auch neue Möglichkeiten für die Klein-Tierwelt und die Bodenstruktur.

„Wir könnten in unserer Gemeinde noch mehr Flächen ausweisen“, erklärte Bürgermeister Bernhard Storath. Doch man habe sich entschieden: „Jetzt haben wir bei einem Prozent den Deckel drauf.“ Storath sprach als Politiker und Landwirt gleichermaßen. Man habe hier bereits eine Biogasanlage, Windkraft und eine kleine Wasserkraftanlage. Allgemein sei die Akzeptanz von Solarparks ganz gut, fügte er an, ergänzte aber: „Im Nachhinein hätte ich wohl etwas mehr auf die Gemeindeflächen verteilt“ (Anmerkung: anstelle weniger sehr großer Flächen). Ausdrücklich betonte Storath: „Ich bin der festen Überzeugung: Das ist der richtige Weg! Hier wird nachhaltig und verantwortlich gedacht, auch für unsere Kinder und Kindeskinder!“

Auch der Vizepräsident der Regierung von Oberfranken, Thomas Engel, lobte das Projekt als wichtigen Schritt Richtung Energiewende. Die Zahlen, die der Politiker aus Bayreuth nannte, waren eindrucksvoll: Insgesamt 54 016 Solarmodule sorgen für klimafreundlichen Solarstrom. Die Gesamtleistung des Parks von 20 MWp unterteilt sich dabei in die Flächenabschnitte Nord (4,6 MWp), West (5,4 MWp), Süd (6,3 MWp) und Südwest (3,7 MWp). Mit der Einweihung am Mittwoch sind bereits zehn MWp fertiggestellt. Der Netzanschluss soll am 23. September erfolgen.

Geplant und realisiert hat den Solarpark die IBC SOLAR AG aus Bad Staffelstein. Die Zeitspanne von den ersten Ideen bis zur Planung, Finanzierung und letztlich Realisierung habe etwa zweieinhalb Jahre gedauert, beantworte Torsten Rungs (IBC) die anschließenden Pressefragen. Auch zu Bedenken wegen einer eventuellen Blendwirkung gab er Auskunft: Das in Auftrag gegebene Gutachten habe keine Beeinträchtigung für Anwohner festgestellt. Die Modulreihen seien perfekt auf die Geländeformation abgestimmt worden. In 80 Zentimeter Bodenabstand beginne die untere Reihe, die obere habe knapp 280 Zentimeter Bodenabstand. Fast 13 000 Einheiten Kohlendioxid würden hier pro Jahr eingespart, betonte er. Der Endverbraucher müsse sich um nichts kümmern, sagte er auf Nachfrage: „Er bekommt nur, ohne dass er es merkt, einen anderen Mix“, nämlich mit mehr „grünem Sonnenstrom“.

Udo Möhrstedt ergänzte: „Die Realisierung von Solarparks in der Region Oberfranken ist für uns als ansässiges Unternehmen immer etwas Besonderes.“ Investor des Solarparks Draisdorf-Eggenbach ist der in Bayreuth ansässige Solarkraftwerksbetreiber 7C Solarparken. Für den Erhalt der Leistungsfähigkeit und zur nachhaltigen Ertragssicherung des Solarparks sorgt IBC SOLAR allerdings auch zukünftig, denn die technische Betriebsführung bleibt in Händen des Bad Staffelsteiner Unternehmens.

Die Anlage erzeugt 20 Megawattpeak. Mit Wattpeak bezeichnet man die von Solarmodulen abgegebene elektrische Leistung unter Standardbedingungen.

IBC SOLAR ist ein führender globaler Anbieter im Bereich Photovoltaik und Energiespeicher.  IBC wurde 1982 in Bad Staffelstein von Udo Möhrstedt gegründet, der das Unternehmen bis heute als Vorstandsvorsitzender führt. Es beschäftigt über 350 Mitarbeiter, zwei Drittel davon in Deutschland. IBC SOLAR hat weltweit Photovoltaikanlagen mit einer Leistung von fünf Gigawatt gebaut. IBC steht für International Battery Consulting.