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Kissinger Innenstadt
Nach Brand im Landratsamt: Café-Betrieb mit Hürden
Eine Woche nach dem Brand: Im  Café Kaiser läuft der Betrieb nach außen hin weitgehend normal. Alle Schäden sind allerdings noch nicht beseitigt.
Eine Woche nach dem Brand: Im Café Kaiser läuft der Betrieb nach außen hin weitgehend normal. Alle Schäden sind allerdings noch nicht beseitigt. // Benedikt Borst
Bad Kissingen – Eine Woche nach dem Feuer hat das Café Kaiser normal geöffnet. Wirt Nicolas Borst hat mit den Auswirkungen zu kämpfen. Neues zum Verdacht der Brandstiftung.

Eine Woche nach dem Brand ist bei Nicolas Borst der anfängliche Schock verdaut. „Ich war durch den Wind die ersten paar Tage und ich glaube, das hat sich auf das Team übertragen. Es war ein bisschen der Wurm drinnen“, sagt der Inhaber des Café Kaisers.

Der Brand war in einem Mülllager im Innenhof des Landratsamtes ausgebrochen.
Der Brand war in einem Mülllager im Innenhof des Landratsamtes ausgebrochen. // Harald Albert

Am Mittwochabend, 28. Juni 2023, war gegen zehn Uhr ein Feuer in einem Lagerraum für Mülltonnen im Innenhof des Landratsamtes ausgebrochen. Die Feuerwehr hatte die Flammen zwar schnell gelöscht und Schlimmeres verhindert, dennoch ist einiges an Schaden entstanden: Der Mülllagerraum des Cafés sowie das benachbarte Getränkelager wurden schwer beschädigt, außerdem die Fassade des Landratsamtes. Ruß, Qualm und Löschwasser zogen vor allem im hinteren Bereich des Lokals, aber auch den Gastraum in Mitleidenschaft. Einen Tag musste Borst das Café geschlossen lassen, um die gröbsten Spuren zu beseitigen. Am Tag darauf konnte er die Terrasse für Gäste öffnen, wenig später auch wieder den Innenbereich.

Reparaturen im Café laufen weiter

„Es gibt immer noch einige Einschränkungen“, berichtet der Gastronom. Größtes Problem sei die fehlende Lagerfläche. Auch die Stromversorgung bereite immer wieder Probleme. Und: Die Pralinentheke ist defekt. „Vermutlich ist dort Löschwasser eingedrungen, sie ist aktuell nicht nutzbar“, sagt Borst. Ob der Schaden reparabel ist oder die Theke komplett getauscht werden muss, wird derzeit noch geklärt. „Wir haben tagtäglich Handwerker bei uns, um die Schäden zu beseitigen.“

Vorerst keine Pralinen

Die Arbeiten betreffen vor allem die Lagerräume und die Personalräume. Der Gastraum ist nach einer Grundreinigung durch eine Spezialfirma wieder normal nutzbar. Der Café-Betrieb laufe für die Gäste soweit normal, mit der Einschränkung, dass es derzeit keine Pralinen gibt. Viele Produkte und Materialien, die durch Qualm und Wasser unbrauchbar wurden, mussten neu angeschafft werden und sind allmählich ersetzt. Für den Gastronomen und sein Team ist der Brand damit insgesamt mit viel Glück im Unglück ausgegangen. „Für uns war es das wichtigste, sofort wieder aufzumachen“, erklärt Borst

Was das Feuer ausgelöst hat, ist nach wie vor unklar. Die Kriminalpolizei Schweinfurt hat die Ermittlungen dazu übernommen. Am Freitag erklärte das Polizeipräsidium Unterfranken in einer Pressemitteilung, dass Brandstiftung als Ursache nicht auszuschließen sei und veröffentlichte einen Zeugenaufruf, um die Ermittlungen zu unterstützen.

Keine neuen Hinweise auf Brandstiftung

Wie Simone Schatz, Pressesprecherin beim Polizeipräsidium, auf Nachfrage erklärt, haben sich die Hinweise darauf, dass der Brand absichtlich gelegt wurde, nicht weiter erhärtet. „Wir haben dazu bisher keine weiteren Erkenntnisse“, berichtet sie. Die Ermittler haben keine neuen Hinweise gefunden, die auf eine Brandstiftung hindeuten. Aktuell gehen sie davon aus, dass das Feuer fahrlässig ausgelöst wurde, sei es durch einen unachtsam weggeworfene Zigarette oder ähnliche Gründe. „Wir gehen aktuell von einer fahrlässigen Begehungsweise aus“, sagt Schatz.

Die Polizei hat den entstandenen Schaden an Café und Landratsamt in einer ersten Schätzung mit 60.000 Euro angegeben. Gastronom Borst schätzt ihn deutlich höher ein: 170.000 Euro Schaden habe das Feuer angerichtet.

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