Den Pflegedienstleister „Kissinger Sonne“ wird es ab 1. Juli nicht mehr geben. Seit über 20 Jahren bot die „Sonne“ Pflege, Betreuung und Hilfe im Alltag in Bad Kissingen und Umgebung sowie in Schweinfurt an. Übernommen wird der Teilbereich der ambulanten Pflege von der neu gegründeten Cura Saale GmbH, Bad Kissingen. Für die Tagespflege und die Wohngruppe wurden andere Lösungen gefunden.
Liquiditätsschwierigkeiten
Am 1. Februar dieses Jahres wurde aufgrund von Liquiditätsschwierigkeiten das Insolvenzverfahren der „Kissinger Sonne“ eingeleitet. Peter Roeger von der Pluta Rechtsanwalts GmbH in Würzburg wurde zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt.
Die nun gefundene Teillösung sichere die Versorgung von mehr als 120 Patienten der ambulanten Pflege. Das entspreche knapp drei Viertel aller Patienten der Kissinger Sonne, heißt es in einer Pressemitteilung.
„Für die Bereiche Tagespflege und Wohngruppe gibt es trotz zahlreicher Verhandlungen mit Interessenten keine Lösung“, so Roeger. „Der zuletzt verbliebene Investor konnte für diese beiden Teilbereiche die Zulassungsvoraussetzungen des Sozialgesetzbuchs in der erforderlichen Zeit nicht erfüllen.“
Tagespflege ist gesichert
In der Tagespflege habe die „Kissinger Sonne“ zuletzt rund 40 Patienten betreut. Mit Ablauf des Monats Juni wird es diese Dienstleistung nicht mehr geben.
„Das Team der vorläufigen Insolvenzverwaltung konnte nichtsdestotrotz eine Vereinbarung mit einer im direkten Umkreis von Bad Kissingen ansässigen Tagespflege schließen, die sich zur nahtlosen Weiterversorgung der Pflegepatienten bereiterklärt hat“, erklärt Roeger.
Welche Einrichtung die Tagespflege übernehmen wird, war über den Insolvenzverwalter nicht in Erfahrung zu bringen. „Die Patienten der Tagespflege erhalten die Kontaktdaten des Anbieters; wir können diese nicht an die Öffentlichkeit weitergeben“, erläutert der Sprecher des vorläufigen Insolvenzverwalters auf Nachfrage.
Wohngruppe mit fünf Senioren
Ebenfalls nicht übernommen werde die Wohngruppe, in der aktuell fünf Senioren leben. Jedoch sei eine Übertragung der Mietverträge möglich. „Dazu laufen bereits Gespräche“, erklärt Roeger. Zudem können die Senioren ab 1. Juli die pflegerischen Dienstleistungen des neuen Betreibers in Anspruch nehmen.
Auflösung nichts Ungewöhnliches
Zwar hieß es zu Beginn des Insolvenzverfahrens, dass der Fokus auf der Fortführung der „Kissinger Sonne“ liege, doch es sei keineswegs ungewöhnlich, dass im Zuge eines solchen Verfahrens auch Teilverkäufe und Auflösungen von Unternehmen in Betracht kommen, so der Sprecher von Pluta.
Zukunft der Beschäftigten
45 Beschäftigte gehörten zur „Kissinger Sonne“. Etwa ein Drittel der Beschäftigten werde von Cura Saale übernommen. Der bisherige Geschäftsführer der „Sonne“ Oliver Klöcker scheide aus.
In den vergangenen fünf Monaten sei der Geschäftsbetrieb der Kissinger Sonne „vollumfänglich fortgeführt“ worden, erklärt Pluta-Rechtsanwalt Roeger. Die nun gefundene Lösung bezeichnet er als „bestmögliches Ergebnis“.
Cura Saale übernimmt
Die Cura Saale GmbH Bad Kissingen wurde im April diesen Jahres von Volker Neumann, Leipzig gegründet. Er ist Geschäftsführer des Unternehmens, das künftig in der Winkelser Straße 13 angesiedelt sein wird. Dort hat auch Pflegedienstleiterin Diana Eichelberger ihr Büro. Telefonisch ist zu erreichen unter Tel. 0971/13022979. Die Homepage befindet sich im Aufbau: cura-saale.de
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