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Medizinische Versorgung
Neue Palliativstation in Bad Kissingen gestartet
St. Elisabeth Krankenhaus von der Burgruine Botenlauben aus
St. Elisabeth Krankenhaus von der Burgruine Botenlauben aus // Karl Kovacs
Bad Kissingen – Am St. Elisabeth-Krankenhaus (Eli) in Bad Kissingen gibt es nun stationäre Palliativmedizin für schwerstkranke Menschen. Das Unternehmen Helios sieht einen wachsenden Bedarf.
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Bereits seit Ende Januar gibt es eine stationäre Palliativabteilung für schwerstkranke Menschen am Helios St. Elisabeth-Krankenhaus in Bad Kissingen, wie das Unternehmen jetzt in einer Pressemeldung mitteilte. Mit der neuen Palliativstation will das Unternehmen sein Versorgungsangebot erweitern und auf einen erkennbaren Bedarf in der Region reagieren.

„Analysen zeigen, dass insbesondere im westlichen Einzugsgebiet von Bad Kissingen bislang längere Wege zur nächsten Palliativstation in Kauf genommen werden mussten – teils über 60 bis 90 Kilometer“, so das Helio-Unternehmen in der Pressemitteilung. Mit dem Schritt würde die bedarfsgerechte Weiterentwicklung der medizinischen Versorgung in der Region gestärkt.

Station schließt Lücke

„Die Station ist als eigenständige Hauptabteilung etabliert und trägt dazu bei, eine bestehende Versorgungslücke in der Region zu schließen. Gleichzeitig entwickeln wir unser Leistungsspektrum im Hinblick auf die strukturellen Anforderungen der Krankenhausreform konsequent weiter“, erklärt die Pressesprecherin des Unternehmens auf Nachfrage der Redaktion die Gründe.

Seit dem 26. Januar werden Patientinnen und Patienten mit schweren, nicht heilbaren Erkrankungen in einem speziell ausgerichteten Umfeld betreut. Die Station verfügt derzeit über sechs Betten und soll langfristig erweitert werden.

„Unser Anspruch ist es, Lebensqualität zu erhalten und Leid zu lindern – unabhängig vom Stadium der Erkrankung“, erklärt Udo Arnold-Pusch, Chefarzt der Palliativmedizin. Grundlage der Arbeit sei ein ganzheitlicher Ansatz, der körperliche Beschwerden ebenso berücksichtigt wie psychische, soziale und spirituelle Bedürfnisse.

Betreuung im geschützen Rahmen

Bereits seit Mai 2024 ergänzt ein palliativmedizinischer Dienst die Versorgung im gesamten Krankenhaus. „Während diese Patientinnen und Patienten auf allen Stationen mitbetreut werden, ermöglicht die neue Palliativstation eine intensivere Behandlung in einem spezialisierten und geschützten Rahmen“, heißt es weiter in der Pressemeldung.

Die Betreuung erfolge durch ein speziell geschultes multiprofessionelles Team. Dazu gehören Ärztinnen und Ärzte mit Zusatzweiterbildung Palliativmedizin, Pflegefachkräfte sowie Fachkräfte aus Sozialarbeit, Psychologie, Therapie und Seelsorge.

Palliativmedizin Helios St. Elisabeth-Krankenhaus Bad Kissingen
Das Team um Udo Arnold-Pusch, Chefarzt Palliativmedizin (5.v.r.) und Gabriele Obitz, Leitende Oberärztin (3.v.l) der neuen Palliativstation am Helios St. Elisabeth-Krankenhaus Bad Kissingen. // Helios St. Elisabeth Krankenhaus Bad Kissingen / Cornelia Grimm

Gemeinsam entwickeln sie individuelle Behandlungspläne, die sich an den Bedürfnissen der Patienten orientieren, so das Unternehmen. Neben der Linderung belastender Symptome steht auch die Begleitung von Angehörigen im Fokus – von der Aufnahme über die Behandlung bis hin zur Unterstützung in der letzten Lebensphase und darüber hinaus.

Helios hatte erst im Dezember 2025 die kindermedizinische Belegstation am St. Elisabeth-Krankenhaus geschlossen (wir berichteten). Auf die Frage, warum Helios nun mehr auf Palliativmedizin als auf Pädiatrie in Bad Kissingen setzt, antwortet die Pressestelle: „Die Entscheidung für den Ausbau der Palliativmedizin ist Teil der strategischen Ausrichtung und unabhängig von anderen organisatorischen Veränderungen am Standort zu sehen.“

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