Die Pandemie ist am Auslaufen, es gibt längst keine tagesaktuellen Infektionszahlen mehr. Dennoch machen sich viele Menschen Gedanken, wie sich die Infektionslage im kommenden Herbst und Winter entwickeln wird.
Im Landkreis ist die Lage in den Kliniken sehr ruhig, zumindest was Corona-Infektionen angeht. Das Divi-Register für Intensivbettenkapazitäten stellt in der aktuellen Woche keine Covid-19-Fälle in intensivmedizinischer Behandlung fest. Dennoch sind 21 der 24 Betten im Landkreis belegt.
„Ansteckender als bisher“
Viel Platz für eine neue oder gar schwere Corona-Welle gibt es nicht. Zur Einordnung: Bayernweit werden am Dienstag (29. August) laut Divi insgesamt 35 Covid-19-Fälle auf den Intensivstationen gezählt, neun Personen davon beatmet.
Das Thoraxzentrum in Münnerstadt ist spezialisiert auf Patienten mit pneumologischen Krankheitsbildern. Dr. Rainer Haußmann, Pandemiebeauftragter der Klinik, beobachtet die Situation: „Zwar ist die aktuell kursierende Variante etwas ansteckender als die davor, allerdings unterscheiden sie sich nicht im Krankheitsverlauf.“
Testen auf Intensivstation
Das bedeutet konkret: Aktuell hat das Thoraxzentrum keine Covid-19-Patienten in Behandlung. Dennoch sei das Thema nie ganz vom Tisch, besonders, weil in der Klinik in Münnerstadt lungenoperierte oder -vorgeschädigte Patienten liegen. Haußmann sagt: „Deshalb testen wir alle Patienten auf der Intensivstation auf das Virus.“ Darüber hinaus werden auch Patienten auf den nichtintensiven Stationen mit Symptomen getestet, fügt er hinzu.
Die immer mal wieder veröffentlichten Zahlen zur aktuellen Situation müssten mit Vorsicht betrachtet werden. Viel wichtiger sei es, sich an dem Geschehen in den Hausarztpraxen zu orientieren und natürlich an der Entwicklung in den Kliniken. Die erprobten Konzepte aus den vergangenen Jahren könnten – in Zusammenarbeit mit den Gesundheitsämtern – reaktiviert werden.
Dauerhafte Maßnahmen
Auch in den Hescuro Kliniken in Bad Kissingen, Bad Bocklet und Bad Brückenau beobachten die Verantwortlichen die Lage und „könnten jederzeit wieder auf Maßnahmen aus der Pandemie zurückgreifen, Masken und Desinfektionsmittel sind in ausreichender Menge bevorratet“, schreibt Vorstandsassistentin Christina Söder.
Durchgehend gab und gibt es Maßnahmen wie Händedesinfektion, bei akuten Infekten Verbleib im Zimmer, bei abgeklungenen Symptomen mit FFP2-Maske außerhalb des Zimmers. Symptomatische Mitarbeitende bleiben zuhause. Bislang, so schreibt Söder weiter, „gibt es weder bei Patientinnen und Patienten noch bei Mitarbeitenden auffällige Infektionszahlen“.
Voraussichtlich steigende Zahlen im Herbst
Ähnliche Töne kommen aus dem Helios-St- Elisabeth-Krankenhaus Bad Kissingen. Auch hier sei „die Zahl Covid-positiver Patientinnen und Patienten in unserer Klinik anhaltend niedrig“, schreibt Markus Höppner von der Unternehmenskommunikation. Momentan befinde sich kein Covid-positiver Patient dort in Behandlung.
Der Landkreis Bad Kissingen rechnet laut Pressestelle mit „ansteigenden Inzidenzen von SARS-CoV-2 ab Herbst 2023“. Allerdings: Eine Überlastung der Krankenhäuser sei nicht mehr zu erwarten.Testzentren wieder in Betrieb zu nehmen, kommt aber laut Landratsamt nicht in Frage.
„Selbsttestungen mit einem Schnelltest werden als wichtiges Instrument angesehen, um sich rechtzeitig zu isolieren und so Ansteckungen zu minimieren.“ Zudem können zur Diagnosesicherung PCR-Testungen bei den niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten durchgeführt werden.
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