Schon zum achten Mal hatte das Sanitätshaus Mannl + Hauck (Hassfurt) mit seiner Bad Kissinger Niederlassung (Bachstraße 7) im Rahmen der Bad Kissinger Gesundheitswochen zu seinem Venen- und Lymphtag ins ehemalige Kurgartencafé eingeladen. In sieben über den Tag verteilten, jeweils halbstündigen Fachvorträgen sowie an 15 Informationsständen wurde kostenfrei umfassende Information zur Behandlung und Prävention geboten. „Mit über 500 Besuchern war der Tag für uns ein großer Erfolg“, freute sich Veranstaltungsleiterin Petra Weber.
Etwa 90 Prozent aller Erwachsenen leiden an Venenveränderungen, weit mehr als zwei Millionen Menschen sind in Deutschland von einem Lymphödem betroffen und 3,6 Millionen Frauen leiden in Deutschland unter einem Lipödem, war in der Broschüre zur Veranstaltung zu lesen.
Mehr Jüngere am Thema interessiert
Diese Zahlen machen deutlich, dass man sich nicht erst als Betroffener um Heilung bemühen, sondern schon frühzeitig präventiv tätig werden sollte. „Wir können seit einiger Zeit beobachten, dass auch immer mehr Jüngere sich für dieses Thema interessieren“, hat Eva-Maria Hauck-Etzel inzwischen festgestellt. Ein Grund für die größere Aufmerksamkeit ist ihrer Meinung nach vor allem die zunehmende Aufklärungsarbeit in den sozialen Medien.
Auch beim diesjährigen Venen- und Lymphtag in Bad Kissingen hatten sich weitaus mehr Jüngere unter die Besucher gemischt als in früheren Jahren. So informierte der Venen- und Lymphtag nicht nur umfassend über aktuelle medizinische Therapiemöglichkeiten bei lymphologischen und phlebologischen Erkrankungen, sondern zeigte auch, wie man selbst frühzeitig aktiv und präventiv etwas für den Erhalt seiner Gesundheit tun kann. Weber: „Erste Anzeichen für eine solche Erkrankung sind müde und geschwollene Arme und Beine.“
Anstehen zur Venenmessung
Schon vor dem Eingang zum einstigen Kurgartencafé standen viele Besucher an, um bei sich kostenlos eine Venenmessung durchführen zu lassen. Im Saal drängten sich die Interessenten um die Informationsstände der Aussteller und ließen sich – teilweise in intensiven Einzelgesprächen – über Präventionsmöglichkeiten, Heilungsmethoden und Hilfsmittel beraten. Wer sich vor Ort nicht alles merken konnte, hatte die Möglichkeit, alles Wissenswerte in gedruckter Form mit nach Hause zu nehmen. Heilpraktikerin und Autorin Kirsten Schade, die nach eigener Aussage seit Geburt an einem einseitigen, primären Lymphödem erkrankt ist und unzählige Krankenhaus- und Rehaaufenthalte hinter sich hat, schreibt seit 2016 Fachbücher und Ratgeber zum Thema Lymphödem und Lipödem. Bei der Veranstaltung präsentierte sie die Bücher. In ihrem Vortrag klärte sie Betroffene über ihre Rechte auf, finanzielle Unterstützung zur Behandlung von Lymphödem und Lipödem zu bekommen.
Behandlungsmethoden und moderne Ansätze
Auch alle anderen Vorträge waren thematisch ebenso vielfältig wie die Informationen der Aussteller. Fachärzte und andere ausgewiesene Spezialisten – die meisten sind in der Region tätig – sprachen über aktuelle Behandlungsmethoden und innovative Ansätze bei Lip- und Lymphödemen. Rainer H. Kraus, Vorsitzender des Vereins zur Förderung der Lymphödemtherapie informierte über Reha-Angebote, und Orthopädie-Meisterin Ulrike Wiedemann-Grob, Leiterin der Bad Kissinger Niederlassung des Veranstalters Mannl + Hauck, berichtete in ihrem Vortrag über Kompressionsbestrumpfung. Am frühen Abend konnten Eva-Maria Hauck-Etzel und Petra Weber zufrieden auf einen erfolgreichen Tag zurückblicken. Gastronomisch waren sie tagsüber von Mitgliedern der Bad Kissinger Selbsthilfegruppe „Lip- und Lymphödem“ unterstützt worden, die vor Ort Kaffee, selbstgebackenen Kuchen und Gebäck verkauften. Die Einnahmen kamen der Vereinskasse zugute.


















