Seit 15 Jahren entwickelt und betreibt das Bad Kissinger Zentrum für Telemedizin (ZTM) bundesweit telemedizinische Systeme zur digitalen Vernetzung im Gesundheitswesen und erarbeitet in zahlreichen Projekten innovative Ansätze für die heutige und künftige Gesundheitsversorgung.
Mit dem neuen „Kompetenzcluster innovative Pflege“ (KiPf) widmet sich das ZTM nun in einem zusätzlichen Arbeitsschwerpunkt verstärkt der Pflege.
Am vergangenen Freitag übergab die bayerische Staatsministerin für Gesundheit, Pflege und Prävention, Judith Gerlach, im Beisein von Staatssekretär Sandro Kirchner und Landrat Thomas Bold (alle CSU) an ZTM-Geschäftsstellenleiter Dr. Tom Zentek einen auf vier Jahre angelegten Förderbescheid ihres Ministeriums über 4,4 Millionen Euro.
„Die Diskussion um die Pflege ist in vollem Gang“, begründete die Gesundheitsministerin die Einführung des neuen Kompetenzclusters in Bad Kissingen, das als eine von vielen Maßnahmen der bayerischen HighCare Agenda „für die Pflege von morgen“ gestartet wurde. Bis zum Jahr 2029 will der Freistaat insgesamt 31 Millionen Euro in die Digitalisierung der Pflege investieren. „Wir brauchen in der Pflege neue Ansätze, wofür das KiPf ein leuchtendes Beispiel ist.“
Nicht gegeneinander ausspielen
Denn Pflege und Technologie-Einsatz seien kein Widerspruch und dürften nicht gegen einander ausgespielt werden“, betonte Gerlach, die in der vorigen Wahlperiode bis 2023 Staatsministerin für Digitales war. Es gelte also nicht „entweder – oder“, sondern „sowohl als auch“.
Konkrete Ergebnisse der Arbeit des neuen Kompetenzclusters sollen in ihrer praktischen Umsetzung allen pflegebedürftigen Menschen helfen.
Das „Kompetenzcluster innovative Pflege“ soll in Bad Kissingen ein Netzwerk aufbauen, das alle Initiativen rund um das Thema innovative Pflege in Bayern bündelt und die interdisziplinäre Zusammenarbeit sowie den Wissenstransfer in der Pflege stärkt. Durch die Vernetzung und Kooperation von Experten aus Pflegepraxis, Pflegewirtschaft und Pflegewissenschaft soll ermittelt werden, welche Innovationen im Regelbetrieb der Pflege eingesetzt werden können, wie diese den Versorgungsprozess sinnvoll unterstützen und allen Akteuren in der Pflege – von der professionellen Pflege bis hin zu pflegenden Angehörigen – einen echten Nutzen bieten können.
Um dies zu erreichen, sollen Fachforen eingerichtet und Workshops durchgeführt werden, die vom ZTM in Bad Kissingen begleitet und organisiert werden – „praxisnah und möglichst kostenlos“, wünschte es sich die Gesundheitsministerin bei Übergabe ihres Förderbescheids.
In seinen Dankesworten an die Ministerin erinnerte Staatssekretär und Wahlkreisabgeordneter Sandro Kirchner an die Gründung des Bad Kissinger Zentrums für Telemedizin vor bereits 15 Jahren zu einem Zeitpunkt, „als Telemedizin nur ein abstrakter Begriff war“.
„Richtige Entscheidung“
Landrat Thomas Bold schloss sich diesem Dank an und lobte die „richtige Entscheidung“, das KiPf in Bad Kissingen anzusiedeln, könne das ZTM doch immerhin schon die entsprechende Erfahrung vorweisen. Tatsächlich ist das Thema „Pflege“ für das Zentrum für Telemedizin, das seit 2017 vom Freistaat institutionell dem jährlichen Bedarf entsprechend gefördert wird, nicht völlig neu, wie dessen Geschäftsführer Sebastian Dresbach im Gespräch mit dieser Redaktion später bestätigte.
„Wir hatten in unserer bisherigen Arbeit um die digitale Gesundheitsversorgung schon immer Berührungspunkte mit der Pflege.“ Völlig neu sei für das ZTM allerdings, dass dieses Thema nun im neuen „Kompetenzcluster innovative Pflege“ (KiPf) ein gesonderter Arbeitsschwerpunkt ist, in den künftig acht der insgesamt 50 ZTM-Mitarbeiter eingebunden sein werden.









