Am Freitag, 16. Juni, beginnt der Kissinger Sommer. Und damit kommt ein altbekanntes Problem auf: Komme ich danach an etwas zu essen? Schon seit Jahren wird es immer schwieriger, am Abend in der Stadt noch auszugehen. Doch gerade mit Beginn des berühmten Klassikfestivals zeigt sich das Problem in besonderer Deutlichkeit.
Kaum ein Angebot nach 22 Uhr
Kissingens Gastronomie hat eigentlich viel zu bieten: Von elegant über leger bis gutbürgerlich und zünftig fränkisch ist für jeden etwas dabei. Doch kaum ein Gastronom hat noch nach 22 Uhr geöffnet. Erst die Coronapandemie, dann Energie- und Wirtschaftskrise, nun der allerorts große Personalmangel haben die Gastronomie schwer getroffen.
So stehen viele Gäste nach Ende eines der prächtigen Galakonzerte zwar fein herausgeputzt in schicker Abendgarderobe, aber mit hungrigen Bäuchen und Enttäuschung vor verschlossenen Wirtshaustüren. Doch es gibt Lösungsmöglichkeiten. Der Tenor unter den Gastronominnen und Gastronomen ist: Reservieren ist wichtig.
Reservieren hilft
So sagt etwa Ute Pansi von der Brasserie: „Es ist schwierig für uns, das Reservieren macht es leichter. Wenn wir wüssten, es werden sicher drei bis vier Tische voll, kann man auch mal länger machen.“ Es sei aber schwierig, genaue Öffnungszeiten zu nennen. Das entscheide sich Tag für Tag nach Andrang.
„Jeder hat ein Personalproblem, da ist es schwierig zu sagen, man macht länger.“ Das Personal müsste dafür mindestens zwei Stunden mehr bleiben, schätzt sie.
Absprachen als Möglichkeit
Im vergangenen Jahr hatte ihr Mann Franz Pansi den Vorschlag geäußert, sich unter den Gastronomen abzusprechen, wer wann länger öffnet. „Wir sind aber alle zeitlich so eingespannt, dass man kaum Zeit für so etwas hat“, sagt Ute Pansi. Die Staatsbad GmbH oder das Kissinger-Sommer-Team habe ebenfalls keine Initiative gestartet.
Erna Buscham vom Kissinger Sommer erklärt: „Wir sind das in diesem Jahr nicht angegangen, weil es derzeit personell einfach schwierig in der Gastronomie ist. Wir sind sicher, dass sie so gut und lange geöffnet haben, wie sie können.“ Wie im vergangenen Jahr gebe es wieder ein Infoplakat, auf dem Restaurants mit Öffnungszeiten vermerkt sind.
Und: „Auch in diesem Jahr beginnen die Konzerte wieder eine halbe Stunde früher. Wir wollen dies auch so beibehalten, das hat sich bewährt. Wir haben hier nur positive Rückmeldungen, auch seitens unserer Gäste“, sagt Buscham.
„Wegen fünf Leuten kann ich nicht meine Küche auflassen"
Ähnlich wie Ute Pansi äußert sich Marika Hoffmann vom La Canchanchara: Die Öffnungszeiten hängen davon ab, ob sie genügend Personal hat. „Ich habe vor, länger zu öffnen, aber ich kann mich da nicht festlegen“, erklärt sie. Wie Pansi kann sie dann jedoch keine volle Karte gewährleisten. Die Leute dürften nicht vergessen, dass das Personal knapp sei. „Wegen fünf Leuten kann ich nicht meine Küche auflassen“, so Hoffmann.
Aus der Erfahrung sagt sie: „Wenn man sich vornimmt, länger aufzulassen, dann kommt keiner.“ Daher seien Reservierungen so wichtig. Nach den Konzerten würden die Leute gegen halb elf kommen – eine schwierige Zeit. „Man muss auch beachten, dass wir vor den Konzerten schon total viel zu tun haben“, sagt Hoffmann.
Kurgarten-Café beleben?
Sie äußert die Idee, dass die Staatsbad GmbH für den Monat des Kissinger Sommers mit seinem Service-Personal abends das Kurgarten-Café beleben könnte. Das sei jedoch in dieser Zeit anderweitig genutzt, sagt Theresa Preisendörfer von der Staatsbad GmbH – als Aufenthaltsort für Künstler oder als Ausweichmöglichkeit für Empfänge bei schlechtem Wetter.
Angebote sind vorhanden
Etwas Warmes gibt es auf jeden Fall im Taj Curry House, das im Sommer seine Küche bis 23 Uhr garantiert. Auch die Weinwerk Weinmanufaktur hat regulär bis 24 Uhr geöffnet und bietet warme Speisen. Weitere Möglichkeiten finden sich unter kissingersommer.de/ihr-besuch/gastronomie/. Ansonsten bietet der Kissinger Sommer selbst im Max-Littmann-, im Rossini-Saal und im Kurtheater eine Stunde vor Konzertbeginn und in der Pause kleine Speisen und Getränke an.
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